Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wiefeln, vb.

²wiefeln, vb.,
den einschlag machen; stopfen, nähen. mhd. wifelen. ein von wefel 'einschlag, gewebe' (teil 13, sp. 2849), webel (teil 13, sp. 2618) urspr. abgeleitetes jan-verb, das seit dem 13. jh. bezeugt ist (Hugo v. Trimberg renner 16 707; 213). die -f-form ist obd., die -b-form vorwiegend md.
1)
den einschlag machen (vgl.wefeln 1 teil 13, sp. 2851): liciare wiflen (1466 obd.) Diefenbach nov. gl. 234ᵃ; wiefeln, wifeln tramare tessendo, fare la trama ò il vivo della tela etc. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1347ᵃ.
2)
mit der nadel arbeiten: wifflen acu pingere, voc. von 1618 Schmeller-Fr. bayer. 2, 864; nach art der weibergestricke, darinnen sie wiebeln oder nehen Fleming vollk. teut. jäger (1719) 346. s. auch die belege unter gewifelt I teil 4, 1, 3, sp. 5798. insbesondere:
a)
(löcher in strümpfen, tüchern usw.) fein stopfen: wübeln oder stopffen heisset dem weibes-volck die in leinwand, caton, nestel- oder ander zartes tuch gerissenen löcher durch die darzu verfertigte stopffe-nadel dichte und sauber mit klaren zwirn wieder zufüllen und überstechen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2135. mundartl. im md. und obd. weit verbreitet: wiebeln Jungandreas schles. zeitwortbildung 76; Müller-Fraureuth sächs. volkswörter 51; wibeln Hertel Thür. 257; wiebeln Vilmar-Pfister Hessen, nachtr. 334; wifleⁿ, auch wibleⁿ Fischer schwäb. 6, 810; wifeln, verwifeln mit der nadel einen risz an der leinwand so flicken, dasz das geflickte mit dem gewebe eine ähnlichkeit hat (Zürich, Schaffhausen, Glarus) Stalder schweiz. 2, 450. s. auch zuwiebeln teil 16, sp. 915.
b)
eine ziernaht nähen: strich- oder stricknahd, ist eine kunst und wissenschaft mit weissen zwirn in ein gestrick entweder nach alter art nach dem so genannten dupff mit lauter vollen und wiefel oder nach der neuen mode nach dem riss, so gemeiniglich aus gestreuten blumen ... bestehen ... mit faden umzulegen, zu vollen, zu wiefeln, mit vielerley mödelein auszufüllen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1913. dazu auch wohl:
und als, was sie (Penelope) beim tag thut wiffeln
thut sie bey nacht wider auff triffeln
Hans Sachs 12, 345 lit. ver.;
schlaffhauben, mit goldt genäht, darunder die zwuͦ gestrickht oder gewübelt inventar von 1583 bei Fischer schwäb. 6, 3418.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1960), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 1515, Z. 19.

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wölflein
Zitationshilfe
„wübeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCbeln>, abgerufen am 11.08.2020.

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