Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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wuhl, wuhle, f.

¹wuhl(e), f.,
pfuhl, morast, vgl. ²wuhl; volutabrum wüle Frischlin nomencl. (1616) 374ᵃ; die wuhl il se dit des lieux où les bêtes noires fouillent Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1074ᵃ. mundartl.: wuole, f., grube, wie sie die schweine mit ihrem rüssel machen Lexer Kärnten 260; wu·l, f., eine z. b. von schweinen aufgewühlte stelle Christa Trier 221ᵇ: es sol auch iederman seine swein ringen ..., und wurfet es die wüel auf, slecht er es dann ze tot, der sol so ... unentgolten sein (Tirol) österr. weist. 5, 434.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1958), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1737, Z. 51.

wühl, m.

wühl, m.,
gelage, trubel, tumult: es ist an etlichen orten ein strefflicher brauch, das man bald auff die vermehlung ein grossen wül und wüstes gefres anrichtet Sarcerius buch v. hl. ehestande (1553) 102ᵃ, vgl. dazu wühlen 'prassen, schwelgen', sp. 1743, ferner wül 'unmasz, intemperantia' Dentzler clavis ling. (1716) 357ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1958), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1737, Z. 20.

wuhl1, wuhle1, f.

¹wuhl(e), f.,
pfuhl, morast, vgl. ²wuhl; volutabrum wüle Frischlin nomencl. (1616) 374ᵃ; die wuhl il se dit des lieux où les bêtes noires fouillent Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1074ᵃ. mundartl.: wuole, f., grube, wie sie die schweine mit ihrem rüssel machen Lexer Kärnten 260; wu·l, f., eine z. b. von schweinen aufgewühlte stelle Christa Trier 221ᵇ: es sol auch iederman seine swein ringen ..., und wurfet es die wüel auf, slecht er es dann ze tot, der sol so ... unentgolten sein (Tirol) österr. weist. 5, 434.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1958), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1737, Z. 51.

wuhl1, m.

¹wuhl, m.,
mhd., ahd. wuol; mnd. wôl 'aufruhr, streit'; as. wôl 'seuche, verderben'; ags. wōl 'pest, plage'. dehnstufige bildung zu idg. u̯el 'reiszen, an sich reiszen', vgl. Walde-Pokorny 1, 304. verwandt sind an. valr, m., 'die leichen auf dem schlachtfeld', ags. wæl, ahd. wal 'schlachtfeld, blutbad', vielleicht auch lit. velés 'die geisterhaften gestalten der verstorbenen', vélnias 'teufel' Trautmann bslav. wb. 348, nicht verwandt ahd. wuolen 'wühlen'. in nhd. zeit vor allem auf hess. und schwäb. boden bezeugt.
1)
verderben, unheil, plage, not, in verbindungen wie wuhl stiften, treiben, begehen. für das ahd. und mhd. s. die entsprechenden wbb.; vereinzelt auch in nhd. zeit: in dem selbin jare, als denne der grosze Torcke die heiligin cristenheit von Constantinopil sere hatte genotiget und aldo grosszin wul hatte begangen (Erfurt, mitte 15. jhs.) Cammermeister chron. 157 Reiche; wenn die schafknechte etlich tag in eim flecken gepfercht, geweidet und sonsten iren wuol gehabt, fahren sie nur in den nächsten flecken ... ja sie verschonen so gar niemand (1607) bei Fischer schwäb. 6, 968.
2)
kadaver, aas; 'wul, m., ein verstorben aass' Hulsius-Ravellus (1616) 421ᵃ; wul, (der), cadaver Stieler stammb. (1691) 2582; der wuͤyl cadaver Frisch t.-lat. (1741) 2, 458ᶜ (nach ihm schles.): da wart den von Franckenberg von etzlichin priestern unde gelerten gesaget ..., das sie verschaffin wulten sulch wuhel, oiss unde gestanck (die kadaver der schweine) von suden brocht worde in norden Wigand Gerstenberg chron. 472 Diemar; ein böss gerücht ist ärger dann ein böse salb, dann ein stinckender wuhl C. Dieterich (1642) bei Fischer schwäb. 6, 968.
3)
über die bedeutung 'kadaver' wird wuhl zum schimpfwort, vgl. dieselbe entwicklung bei aas:
ist Rom der apostolisch stuhl?
darauf gesessen so manch wul,
der nicht wehrt, das er mensch genant
Nigrinus von bruder Joh. Nasen esel (1570) B 4ᵃ;
ey du grober wuhl Nas nasenesel (1571) 71ᵃ; du leugest, du verrähterischer wuhl Bucholtz Herkuliskus (1665) 1190ᵇ; na, hast'd keine ohren, du wuhl, du stuͤbenhengst Laukhard leben u. schicksale (1791) 5, 121. in der bedeutung 'teufel': ich habe gewisz was versehen, sonst hätte der wuhl keine macht über mich gehabt (1675) bei Müller-Fraureuth obersächs. 2, 680ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1958), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1736, Z. 30.

wuhl2, m.

²wuhl, m.,
pfuhl, morast; ort, an dem die schweine wühlen, zu wühlen. seit dem 16. jh. und vornehmlich obd. bezeugt; s. u. ¹wuhl(e), f.:
dasz man nichts wüsters finden kan,
dann je ein saw in wüstem pfuͦl,
die ligt im kat und hat jrn wuͦl
Scheit Grobianus v. 4953 ndr.;
das er des römischen bapstes stul,
welcher der antichristisch wuhl,
cloack und hinderst ausgang sei
Nigrinus vexamen (1582) B 2ᵇ;
drumb wenn du klar wasser wilt han,
so suchs in einem lautern brun,
vnd nicht in eim trüben mistpful,
darin die groben sew jrn wul
Eyering proverb. copia (1601) 1, 159.
in der jägersprache gleichbed. mit gebräch 'platz oder ort, wo die sauen gebrochen, das ist, gewühlet haben' Heppe wohlred. jäger (1763) 339ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1958), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1737, Z. 1.

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Zitationshilfe
„wühl“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BChl>, abgerufen am 08.08.2020.

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