Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wünschel-, zusammensetzungen.

wünschel- zusammensetzungen.
das nicht als simplex, sondern nur als erstes kompositionsglied existierende wünschel- ist eine bildung zu wünschen, vb. nach dem typus der nomina instrumenti auf -el (ahd. -il, -ila, -ili). es stellt sich in der bedeutung zu wünschen I A 'etwas aussprechen, verkünden in einer form, die das ausgesprochene wirksam oder wirklich werden lassen soll'. dementsprechend bringt es im mhd. zum ausdruck, dasz die durch das zweite kompositionsglied bezeichnete person oder sache das mittel oder selbst in der lage ist, auszerordentliches und vollkommenes zu bewirken; im nhd. verbindet sich mit diesen zusammensetzungen mehr die vorstellung des zaubermächtigen und -wirksamen. im mhd. finden sich vorwiegend bedeutungsgleiche bildungen wie wünschelgerte, -rute, -reis, die zumeist im nhd. mit verschobener bedeutung weiter bestehen oder in wissenschaftlich-mythologisierendem gebrauch wiederaufgenommen werden. daneben stehen seltene bildungen mit personbezeichnungen: wünscheltocke Hadamar v. Laber 694 Schmeller; wünschel wîp (13. jh.) altdt. blätter 1, 129 Haupt-Hoffmann. im nhd. werden darüber hinaus nach dem typus der wünschel-bildungen wunsch- oder zauberdinge, -vorgänge u. dgl. benannt, von denen nur wünschelhut mit seinen ableitungen, wünschelkunst und wünschelring schon dem älteren nhd. angehören, die übrigen bildungen dagegen überwiegend dem mythologisierenden gebrauch des 19. jhs.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2034, Z. 21.

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Zitationshilfe
„wünschel-“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCnschel->, abgerufen am 11.08.2020.

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