Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wünschelstab, m.

wünschelstab, m.,
gelegentlich neben wünschelrute. 1) vornhd. nur für penis: aber daz wilde (senfkraut) pringt daz harmwazzer und erweckt die unkäusch, wan ez sterkt den wünschelstab Konrad v. Megenberg buch d. natur 399, 7 Pf. 2) märchenhaft und mythologisierend als zauberstab, im rückgriff auf die mhd. bedeutung von wünschelrute 1 a: das mädchen nahm zum drittenmal den wünschelstab und verwandelte sich in einen rosenstock und den prinzen in eine biene br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 335; ausführliche sage von einem wünschelstab, den der h. Columban einem armen mann schenkte Jac. Grimm dt. mythol. ⁴2, 815. 3) wie wünschelrute 2:
wie gaukler, die mit wünschelstab
mit todtenbein und zauberschwüren
nach schätzen in ruinen spüren
Karl Beck ged. (⁹1870) 326.
übertragen:
(die augen einer geliebten) ein dietrich, der behend der maͤnner hertzen schleuszt,
ein wüntschelstaab, der nur nach fleisch und blute schläget
Amaranthes proben d. poesie (1710) 1, 46.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2037, Z. 72.

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Zitationshilfe
„wünschelstab“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCnschelstab>, abgerufen am 11.08.2020.

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