Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wünschenswert, adj.

wünschenswert, adj.,
die neben wünschbar und wünschenswürdig am häufigsten verwendete derjenigen bildungen, die im 18. jh. älteres wunschlich ablösen. noch in nur syntaktischer verbindung: optabilis wünschens waͤrt Frisius dict. (1556) 924ᵇ; Calepinus undec. ling. (1598) 999ᵃ. in der komposition: wünschenswerth optabilis, optandus Steinbach dt. wb. (1734) 2, 981. prädikativer gebrauch ist, vor allem im jüngeren gebrauch, häufiger als attributiver. zu begehren, gern gesehen, angenehm, wertvoll, vorteilhaft:
nicht stets ist, wie bey euch, das alter wünschenswerth.
viel tragen es zur last, die es zum glück begehrt
J. E. Schlegel w. (1761) 4, 144;
ich bin aber itzt so glücklich, dasz ich mir kaum ein wünschenswertheres glück auf der welt denken kann C. F. Weisze lustsp. (1783) 3, 365; ich dachte ihm das freundlichste zu sagen: denn wirklich war bild und rahmen recht wünschenswerth ausgefallen Göthe IV 22, 50 W.; es ist doch wohl wünschenswert, so aus einem kelche mit der geliebten die wonne der welt zu trinken Hölderlin ges. dicht. 2, 124 Litzmann; da wär ich ja zweifelsohn berufen worden an das, ach jetzt mir so unaussprechlich wünschenswerthe amt Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 2, 169; eine persönliche zusammenkunft zwischen ihnen und uns ist natürlich sehr wünschenswert Bebel aus m. leben (1946) 3, 53; so schrieb ich nicht blosz ... an das komitee, sondern bat mir auch im speziellen Ferdinand Freiligrath als wünschenswertesten gast aus Fontane ges. w. (1920) II 2, 434; (Luther) hält sie (die orgel) im evangelischen gottesdienst nicht für notwendig oder auch nur für wünschenswert, sondern hat sie da, wo er sie vorfand, höchstens geduldet Schweitzer Bach (1948) 22. schärfer mit dem moment des forderns, des gebotenseins oder der notwendigkeit: da Rammler diese ... stücke in seine sammlung ... nicht aufgenommen hat, so ist eine vollständigere ... sammlung und ausgabe derselben sehr wünschenswerth Herder 23, 533 S.; du (Schücking) wirst deinem mütterchen nicht böse werden, wenn sie dich daran erinnert, dasz du jetzt in dem alter stehst, wo eine gesicherte stellung anfängt äuszerst wünschenswert zu werden, und dasz du dir in keinem falle das brett unter den füszen wegziehen darfst (1842) A. v. Droste-Hülshoff br. 2, 41 Schulte-K.; in seiner nachgelassenen dialektik nun hat er sich mit aller wünschenswerthen deutlichkeit über diesen punkt erklärt D. Fr. Strausz ges. schr. (1876) 6, 80; die strengste ordnung ist nötig, und es ist klar, wie wünschenswerth es ist, dasz alle anordnungen auf dem bahnhofe in eine hand gelegt seien Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 7, 35; dabei aber trachtete sie nach ihren gedanken, die ihr das herz klopfen machten, mehr als nach dem vernünftigerweise wünschenswerten schlummer Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 33. in verbindung mit einer negation kann eine scharfe ablehnung zum ausdruck gebracht werden: diese gegend (das arbeitshaus) schien dem rothäugigen bekannt und nicht wünschenswerth Holtei erz. schr. (1861) 20, 114; die heirat (wurde) bei den ungewissen aussichten des allbeliebten, aber auch ebenso unverstandenen jungen mannes als nicht wünschenswert, ja gefährlich erklärt G. Keller ges. w. (1889) 6, 164; Paul Pfizer hielt alles ernstes für nöthig den Schwaben zu beweisen, dasz ein protectorat Frankreichs über unsere kleinstaaten nicht wünschenswerth sei Treitschke hist. u. polit. aufs. (1886) 1, 391. substantiviert: von einem ruhigen und gründlichen besitz des wünschenswerthen in der welt ... ausgeschlossen Göthe I 23, 247 W.; unter allem wünschenswerthen, was ich von der zukunft erwarte, ist mir das wünschenswertheste, wieder mit dir zusammen zu leben Hebbel br. (1904) 1, 143 Werner; sie sieht das ... für etwas wünschenswertes an, aber nicht als etwas notwendiges Fontane ges. w. (1905) I 5, 48; so macht denn sein leben ... den eindruck, als sei ihm alles wünschenswerte wie von selbst in den schosz gefallen H. Hesse glasperlenspiel (1943) 1, 270. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2050, Z. 17.

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Zitationshilfe
„wünschenswert“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCnschenswert>, abgerufen am 07.08.2020.

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