Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wünschrute, f.

wünschrute, f.,
auch wunschrute. seltener für wünschelrute (s. d.): die ubertretung des ersten gebots ... wer wunschruten, schatz beschwerung, cristallen sehen, manthel fahren, milchstelen ubet (1518) Luther 1, 252 W.; weiter lernet oftgenanter unser erster vater (könig Tuitscho) loszstäb und wünschrueten schneiden und segnen, damit der herold oder pfarrer vor got offenlich pittend und auf in die himel sehend die leuf und kunftigen auszgang angehebter hendl und sachen verstên solt und eröffnen Aventin bayer. chron. 1, 77 Lexer; weil aber in bergwercken der wuͤnsch-ruten gebrauch offtmals fuͤrkommet Hohberg georg. cur. (1682) 1, 77; was sich hingegen nur auf aberglaubisch- oder zauberische künste ..., wünschrutten ... und wahrsagereyen ... gründet, ... kan von rechts wegen nicht ... ein indicium ... ausmachen cod. jur. Bavar. crim. de anno 1751 (o. j.) 87. übertragen:
doch nun begnügt sie (die dichtkunst) sich, was sie nicht auszubeuten
vermag, mit flücht'gem schlag der wunschruth anzudeuten
Rückert ges. poet. w. (1867) 8, 75.
im wortspiel: haͤtten ihm (dem kind) die eltern zu zeiten ein gute ruthen bunden, so haͤtt ihn mit der zeit der hencker nicht also bunden ... wann ihr eltern wolt einmahl ein schatz finden bey euren kindern, so lasset seinem zuchtmaister die wuͤnsch-ruthen brauchen Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 120. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2056, Z. 16.

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Zitationshilfe
„wünschrute“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCnschrute>, abgerufen am 07.08.2020.

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