Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

würdegefühl, n.

würdegefühl, n.
entspr. würde D seit der zweiten hälfte des 18. jhs. 'gefühl, bewusztsein menschlicher oder persönlicher würde'. zu würde D 1 a: wahres würdegefühl bey seinen pfarrkindern fleiszig zu wecken, ihr verlangen nach dem seelenadel immer stärker zu machen allg. dt. bibl. (1765) 87, 61; ihr (der Türken) würdegefühl, ihr rechtsgefühl, ihr gesunder menschenverstand Gervinus gesch. d. 19. jhs. (1855) 5, 464. in sachlicher beziehung, würde D 1 b gemäsz: auch das würdegefühl der kunst, damals zur buhlerischen sclavin eitler prunksucht erniedrigt, erhebt sich zum erstenmal in jenen sätzen Justi Winckelmann (1866) 2, 2, 198. im zusammenspiel der jungen bedeutung würde D mit dem alten gebrauch würde A für amt und hohen stand, s. dazuwürde D 2 b: wenn die leute sagen, dasz ich (die als adlige einen bürgerlich tätigen geheiratet hat) eine schlechte prinzessin bin ... und wenn sie sagen, dasz es mir an würdegefühl oder hoheitsbewusztsein, oder wie sie es nennen, gebricht, dann sind sie dumm und unwissend Th. Mann ges. w. 5, 168 Fischer.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2088, Z. 56.

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Zitationshilfe
„würdegefühl“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCrdegef%C3%BChl>, abgerufen am 13.08.2020.

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