Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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würflig2, adj.

²würflig, adj.,
'schwindlig, verwirrt'; obd. lautform des adj. wirblig sp. 548 mit gerundetem stammvokal: (mancher wird während des trinkens) gantz wurfflicht, tumm und voll Hohberg georg. cur. (1682) 1, 156; wenn man über nacht den haspel auf dem tische stehen läszt, werden die kühe 'würflig' Reiser sagen d. Allgäus 2, 448; vgl. Unger-Khull steir. 640ᵃ; Schmeller-Frommann bayer. 2, 995 f.; Lexer Kärnten (Drauthal) 260; Schöpf Tirol 813. im wortspiel mit ¹würfel: ein würffelmacher ... stünde nicht schön, wann einer ... gleich auf jedes kleine wörtlein würfflich im kopff würde Abr. a s. Clara etw. f. alle 2 (1711) 764. s. ²würfig und ³würfel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2180, Z. 37.

würfling1, m.

¹würfling, m.,
zu ⁴wurf II B 1. 1) fehlgeburt, tote leibesfrucht: abortiuus wrfling, worffelin, worfelinge aus glossaren des 15. jhs. Diefenbach nov. gl. 3; Diefenbach-Wülcker 900. verderbt aus verwürfling, s. teil 12, 1, sp. 2390. 2) normale (lebenskräftige) tierische nachkommenschaft: die ersten würffling (schaflämmer) soll man hinweg thun, dann sie seind vntauglich zu der zucht M. Herr feldbau (1551) 203ᵃ; wann sie beyde (männl. u. weibl. zuchttier) nicht schöner leyste sein, so würt auch der würffling keyn nutz Sebiz feldbau (1579) 163. seit dem 18. jh. bezeugt als bezeichnung des jungen bienenschwarms, der sich von dem alten stocke trennt: wiewohl ein stock von einem halben scheffel einen ziemlichen vorrath in sich fassen kan, so sind doch die schwärme mehrentheils klein und die würfflinge an sich selbst nichts werth J. Gerade bienenmeister (1727) 28; würflinge die schwärme die von der mutterbiene nach einander folgen und geworfen werden Overbeck gloss. melitt. (1765) 97.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2180, Z. 50.

würfling2, m.

²würfling, m.,
ein name des fisches cyprinus orfus, sonst auch orf, orfe, örfling genannt; s. Popowitsch versuch (1780) 418: orphus orfen et apud nos ut existimo würfling voc. rei numm. (1552) G 3ᵃ; capito ... qui in diuersis Germaniae partibus aliter atque aliter nominatur, ein orff, erfle, nörffling, würffling, alicub. etiam ein elfft Faber thes. (1587) 1019ᵃ; würfflinge, mörfflinge rothe fische (in älterer sprache) Müller-Fraureuth obersächs. 2, 682; vgl. noch Oken allg. naturgesch. (1839) 6, 303. umgestaltet: orphus orfern, würfflein, raunhell Frischlin nomencl. (1586) 62ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2180, Z. 68.

würfling3, m.

³würfling, m.,
ein geringwertiger stoff aus wolle mit unelastischem langem haar, frz. laine jettice: würfling Nemnich neues waarenlex. (1820) 1263 mit angabe der ndl. entsprechung schuddewol. hierher ein früh belegtes wuffling: (sie könnten) engelsait, wuffling, paurnloden, sergen (weben) (1507) urkundenb. d. st. Heilbronn 3, 163, s. wurfstreifig. unsicher ist ein würffeliecht: polymita, vestis quasi multorum filorum contexta è liciis versicoloribus gänsaug, würffeliecht, schieler Corvinus fons lat. (1646) 347.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2181, Z. 6.

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wölflein
Zitationshilfe
„würfling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCrfling>, abgerufen am 25.07.2021.

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