Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

würgeband, n.

würgeband, n.
1) 'strick zum erdrosseln', ein schles. wort:
was ist das grosze nichts, so welt und erde heisset ...
ein kercker, wo man lacht, ein goldnes würgeband
Hoffmannswaldau begräbnisged. 51.
als schimpfwort: schüchterne ausrufe: ... praatz, hab ich a ding! macht fort ihr würgebänder! G. Hauptmann d. weber (1892) 89. gebräuchlich namentlich in der wendung würgebänder machen 'umstände, ausflüchte, schwierigkeiten machen':
laszt uns würgebänder machen,
und das weitgedehnte vivat in ein alla breve ziehn
Stoppe Parnasz (1735) 81;
magst du (um einer einladung zu entgehen) würgebänder machen, so viel du willst, und so lange du kannst, endlich erwischen sie dich doch einmal Holtei erz. schr. (1861) 16, 49; a macht werjebändr Rother schles. sprichwörter 340ᵃ. die redewendung ... ist heut (im schlesischen) ganz geläufig und bedeutet 'nicht heraus wollen mit einem geständnis oder umstände machen' Schoppe in: mitt. d. schles. ges. f. volkskde 24 (1923) 119. 2) ein eiserner beschlag zum zusammenhalten und verstärken von holzteilen, auch ziehband genannt Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 869. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2189, Z. 10.

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Zitationshilfe
„würgeband“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCrgeband>, abgerufen am 08.08.2020.

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