Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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würgeln1, vb.

¹würgeln, vb.,
intensivum zu würgen, s.worgeln sp. 1460; mdal. für weite teile des sprachgebietes bezeugt, schriftsprachlich bis in die reformationszeit zurückreichend.
1)
zu würgen I; nur vereinzelt gleich würgen I A 2 '(er)drosseln': getreden, gewürgelt, gesleifft, gestoissen schatzboechlin der gotlicher lieffden (Köln um 1500) in: altdt. neujahrsblätter für 1874 146 B.-C.; hör auf, du würgelst mich Hertel Thür. 261. in der regel '(etwas festsitzendes) heftig hin und her zerren (um es zu lösen)', zu würgen I A 1 e; vgl. die zss. los-, heraus-würgeln, -wirgeln: diese taffel hebet ab, und wirglet etlich stein aus der maur heraus frantzös. Simplic. (1683) 1, 378; ick würgle den raus Glaszbrenner bei Gebhardt Glaszbrenners Berlinisch 87; los-, auswirgeln Frischbier pr. 2, 474. als simplex: würgeln hin und her drehen Loritza Wien 144; wirgeln Frischbier a. a. o.; mit dem schlüssel im schlüsselloch, mit der zange am kranken zahn wurgeln Betcke Königsberg 66; hierher wohl auch: wurjele wurgeln Fischer Samland 159. refl.: je mehr man sich würgelt, je tieffer man hineinsincket (in den triebsand) Roth catech. predigt (1573) 1, 211ᵇ. — zu refl. würgen II G 1 'sich abmühen' das folgende abgewürgelt: gleichwie der wind gar sanffte anwehet die müden und abgewürgelten menschen und hertzen, also ist der heilige geist auch ein dulce refrigerium Roth catech. predigt (1573) 1, 207ᵇ (vgl. den Albinus-beleg unter worgeln sp. 1460).
2)
zu würgen II; vgl. ahd. vuorgalun singultibus (vomentis monstri) (11. jh.) ahd. gl. 2, 421, 10 St.-S.als bezeichnung für artikulationsvorgänge (würgen II D): dein stimm wirdt von der erd kommen, gleych als die zauberstimm: vnd dein red wirt vom kaat här würgelen (Jesaias 29, 4 de humo eloquium tuum mussitabit) Zürcher bibel (1531) (erste dt. bibel murmeln; Luther wispeln); sibilare zisschen, pfeisen, würgeln Schöpper synonyma (1550) c 6ᵇ (vgl.: sibilirn, pfeiffen, pfysen, heimlich wisplen vnd vispern S. Roth dict. [1571] P 3ᵃ). von dem quälenden, in atemnot versetzenden einengen der luftwege (würgen II B): es wird einem (in der bräune) die zunge schwarz wie eine kohle, es würgelt einem im halse und will immer ersticken Coler hausapoth. 128. zu würgen II C: wörgeln erbrechen Woeste-Nörrenberg westfäl. 328; worgluⁿ würgende bewegungen machen, brechreiz bekommen (Lötschental/Wallis) Henzen in: PBB 64, 285.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2192, Z. 20.

würgeln2, vb.

²würgeln, vb.,
nebenform von wargeln, wärgeln 'mit einer walze breitdrücken' teil 13, sp. 2017 f., das sich mundartl. an würgen anlehnt; vgl. Müller-Fraureuth obersächs. 2, 639: würgelwalzen (welche) ... die wollbänder rollen (würgeln) Karmarsch-Heeren techn. wb. 3 (1857) 640.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2192, Z. 64.

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Zitationshilfe
„würgeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCrgeln>, abgerufen am 11.08.2020.

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