Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wirkung, f.

wirkung, f.;
verbalabstractum zu wirken, vb.; spätmhd. auftretend als würkunge, wirkunge; nhd. im obd. würkung, md. wirkung, das ende des 18. jhs. schriftsprachliche normalform wird, vgl. formales unter wirken, sp. 552.
A.
spätmhd. und frühnhd. gelegentlich von wirken I hergeleitet in transitiver verwendung.
1)
zu wirken I B 1 'verrichtung, ausübung' mit objektsgenetiv: der lîp (ist) vereinet mit würkunge gewêrer tugende in Kristô mystiker 2, 183 Pfeiffer; hand sye geschinen ... durch die würkung ir tugent d. heiligen leben winterteil (1471) 49ᵃ; kürtze dir die zeyt mit übung oder würckung brüderlicher werck Eberlin v. Günzburg s. schr. 2, 127 ndr.; dieselb hostia (wird) ... geehret mit würckung viler wunderzeichen Äg. Tschudi chron. Helv. (1734) 1, 346.
2)
vereinzelt zu wirken I A 2 'herstellung durch weben', vgl.wurckung oder kunst von flachsz linificium Diefenbach gl. 331ᶜ: mit wirckung und näung derjenigen kleyder v. Brandis ehrenkräntzel (1678) 111.
B.
spätmhd. und im älteren nhd., bis ins frühe 19. jh. nachwirkend, aus wirken II A gebildet.
1)
als tätigkeitsbegriff, vgl. wurkung vel uͦbung operatio Diefenbach gl. 397ᵃ, wirckunge praxis 451ᵇ; operation, eine arbeit und wirckung Stieler zeitungslust (1697) 472.
a)
zu wirken II A 1 unter einflusz von wirken I A 4 'gewerbliche tätigkeit, hantierung, arbeit': ein goltschmid, ... der syn wirckung wol kan Geiler v. Keisersberg bilgerschaft (1512) 28ᵇ; der genant wird cirurgicus ..., darumb das sein würckung mit der handt geschicht H. Braunschweig chirurgia (1539) 1; ähnlich 'handgriff, manipulation': dorumb die würckung bey den hefftunge des hirnschedels seint sorgklich (gefährlich) usz billicher vorcht wegen ... verletzung des hirns J. v. Gersdorff wundtartzney (1517) 4ᵃ.
b)
zu wirken II A 2 gebildet als 'tätigkeit, handeln, tun' von persönlichen subjekten.
α)
allgemein: aber leider nu vindet man vil lúte in geistlichem schine, das sú allen iren lebetagen von irre kintheit untz uf ir alter alles uf in selber stont in sinnelicher wisen und in mannigvaltiger wúrkunge uz eime in das ander Tauler pred. 119, 30 Vetter; und wolte ieglicher in seiner wurkunge der beste sein Joh. v. Saaz ackermann a. Böhmen 84 Kn.; ain schawends leben ist: von auszwendiger würckung ruwen und allain mit prinnend begir dem schöpffer anhengig sein Geiler v. Keisersberg granatapfel (1510) g 3ᵇ; darumb soll der mensch für und für in wirckung seyn, damit er sich selbst lehrne erkennen Paracelsus opera 2, 353 Huser; wo es am gewisen zihl und end unserer wirckung manglet, da ist unordnung und alles ein verwirret vermischung A. Agricola gutes aug (1629) 257; es musz verstand und würkung nach dem verstand (das ist tugend) sich besser befinden als das gegentheil Leibniz dtsche schr. 2, 53; in formelhaften paarungen: was art dan würkung und thuns diser geist ist, ... möchte es (ein jeder) ... erkennen Caspar Hedio chron. Germ. (1530) 3ᵇ; in verrichtung und volnbringung unserer wercke und geschäffte wird die stätte und aneinander beharrliche übung und wirckung ... lasz und matt J. Vetter practica (1581) 294; unter dem ... harnisch des glaubens seynd sie (die christen) todt ohne werck und würckung Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 2, 304; vergleichbar noch: wie wundersam ist das insekt und wie enge der kreis seiner würkung Herder 5, 23 S.; in wirkung bringen 'in tätigkeit setzen':
... der göttliche will fürtringt
und alles in sein wirckung bringt
Spreng Ilias (1610) 349ᵃ;
ähnlich noch: um seine übereilende thätigkeit in wirkung zu setzen A. v. Arnim s. w. 1, 176 Gr.; in wirkung treten 'in aktion treten': nachfolgendt magst (du) mit der artzney in vollkommene würckung tretten Paracelsus opera 1, 725 Huser; in wirkung stehen 'in tätigkeit sein': wenn der blitz im centrum aufgehet, so stehet die göttliche geburt in voller wirkung Jac. Böhme s. w. 2, 104 Schiebler; selten auch als 'leistungsfähigkeit' gebraucht: (man soll) ... ochsen nebeneinander spannen, die gleiche stärke, grösze, tugend und wirckung haben viehbüchlein 8; wenn uns die natur eine begierde gegeben (hat) und kräfte oder wirkung solche zu erfüllen Leibniz dtsche schr. 1, 414; dialektisch im nd. vereinzelt im sinne 'betriebsamkeit, geschäftigkeit': hüt was grote wirkung bi Grammelinen (einem gasthaus) Fr. Reuter w. 3, 190 Seelm., vgl.wirken, n., 3 c (sp. 571).
β)
in älterer sprache an wirken II A 2 d bzw. I A 5 angeknüpft, besonders vom schöpferischen oder waltenden handeln gottes, des hl. geistes, auch dem wirken der natur:
dar bei betracht
die würckung sein (gottes),
die sich an endt auszpreyte
Hans Folz meisterlieder 72, 111 Mayer, vgl. 35, 114;
bei erklärung dieses siebenten geistes (wirst du) die wirkung und das ganze wesen der ganzen gottheit verstehen Jac. Böhme s. w. 2, 103 Schiebler; daz andere, daz wir mirkin di wirkunge des heiligen geistes paradis. anime intell. 108, 29 Strauch; der dritte artickel, die heiligung, ist von des heiligen geists wirckung Luther 26, 231 W.; dan die natur alzeit ir heimliche wirckung hat Matthis Quad teutscher nation herligkeit (1609) 26; wie sie die natur in ihren grundsätzen, in ihrem geschmack, in ihren würckungen nachahmen, so müssen sie sie ja auch in ihrem entzwecke nachahmen, den sie sich vorsetzt Ramler einl. i. d. schön. wissensch. (1758) 1, 139.
γ)
von wirken II A 2 a bzw. 3 aus in jüngerer sprache und gewählter redeweise gelegentlich neu gebildet, besonders als 'geachtete, erfolgreiche tätigkeit', vgl. auch wirkungskreis:
und leitete sein kunstreich streben
zu frommer wirkung durch das leben
Göthe 2, 195 W.;
niemand blieb ohne theilnahme, aber die eigentlich thätige wirkung für die schöne muszten wir unserem empfindenden freund überlassen 33, 25 W.; oft ist es mir ebenfalls doch, als sei ich mehr zu persönlicher, lebendiger wirkung geboren als zu litterarischer briefe v. u. an Herwegh 40.
c)
ebenso auch von tätigen organen des geistes oder körpers, vgl. wurckunge des gemüts und sins (proheretica affectum mentis significantia) Diefenbach gl. 464ᵃ: der mensche (soll) von allen gedenken und inbildungen und wúrkungen sinre nidersten und obersten kreften ein úbertreffende wise lossen durch tringen sin gemüte in die höhi Tauler pred. 369, 5 Vetter, vgl. 144, 14; ein geyst hat seine wirckung nit weiter dann geystlich im geyst Seb. Franck sprüchw. (1541) 2, 165ᵃ; die seele ... hat, philosophisch davon zu reden, ihre innerliche würckungen in dem schlaf selbsten, sie denkt, sie dichtet, sie rathschlagt Grimmelshausen traumgeschicht (1660) 4; man trennt den körper vom geist ... und untersucht dann, wie er in wirkung gekommen, wie er seine kräfte entwickelt Schiller 1, 150 G.; bis in neueste sprache erhalten, besonders von der tätigkeit der körperlichen organe, prägnanter im sinne 'funktion', vgl. natürliche würckungen und übungen actiones corporis naturales Frisius dict. 68ᵇ, die verletzung der wirckung eines gliedes laesio functionis alicuius Orsaeus nomencl. (1623) 218: dan ward das gelid langsam widerbracht zu syner bequemlichen wirckung H. Braunschweig chirurgia (1497) 98ᵃ;
alle glied desz leibs verschlossen
ihrer wirckung sind beraubt
Adam Reusner in: Wackernagel kirchenlied 3, 147;
weil die leber, so das edelste theil durch seine würckung, die andern gliedmaszen mit blut versehen müste Chr. Thomasius gedank. u. erinn. (1720) 1, 32; kleine muskeln, die von den lungenrändern zu den rippen gehen, sind zwar das analogon des zwergmuskels der säugethiere, von diesem aber doch in richtung und wirkung sehr verschieden Naumann naturgesch. d. vögel 1, 48; das organ (der kehlkopf) war auszer wirkung gesetzt, die atmung geschah durch eine silberne kanüle Carossa eine kindheit (1922) 9; ähnlich 'funktionsfähigkeit': gleichwie nun die krankeit herkommet von verletzter wirkung Leibniz dtsche schr. 1, 422.
2)
als zustandsbegriff für das ergebnis der tätigkeit, die erscheinungsform des handelns, vgl. wurckung actus (vocab. v. 1421) Diefenbach nov. gl. 10: er selbs (Christus) die würkung sines lydens in zweyen gestalten des sacraments anzeigt hat Zwingli dtsche schr. 1, 235; ihr sehet hierausz ..., was christliche liebe für würckung haben sollte Moscherosch insomn. cura parent. 54 ndr.; zur wirkung kommen 'sich verwirklichen': wie sich aber die sach verzoch und nit bald wolt zu wurckung kommen Knebel chron. v. Kaisheim 35 lit. ver.; auf die einzelne handlung eingeschränkt 'tat, werk'; das wir alle in worheit usrichten beide die dienste und die wúrkunge, die gotz geist uns gegeben und geleret hat Tauler pred. 181, 2 Vetter; (Augustinus spricht:) eyn gut wille geet vor und daruf so volgit dy wirkunge Claus Cranc prophetenübersetzung 257, 35 Ziesemer; ain yede würckung die tugenthaftig oder mit sünden sein sol, musz geschehen mit willen Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1511) c c 1ᵇ; dasz des menschen seele in des wolffes leib fahre und also die effecta und wirckungen, so derselbe waerwolff begehet, in des wolffes leib wircke und vollbringe J. Prätorius saturnalia (1663) 69; bey denen (den wesen), welche dencken, siehet er einige würckungen, die mehr fähigkeit und würde anzeigen Ramler einl. in d. schön. wissensch. (1758) 1, 74; 'aufgabe': weil sie (die kinder gottes) wohl wissen ..., (dasz der) ölbaum ... und weinstock mit richtigen würckungen beschäfftiget sind gr. Zinzendorf bedenken u. besond. sendschr. (1734) 37; als neubildung aus wirken II A 2 a im sinne 'handlung': von dem dramatischen (helden) verlangt man wirkung und that Göthe 22, 178 W., vgl. 46, 54.
3)
verdinglicht für die hergestellte, geschaffene erscheinung oder das objekt selbst; als 'form, gestalt, aussehen': die natur (hatte) andere wirckung an seinen gliedmaszen gewircket und ihn (den zwerg) anderst denn menschen geformieret buch d. liebe (1587) 390ᵇ; so seyn an disem sprachbaume ... reiser ..., (die eine) schöne gestalt und wirkung ... geben Butschky hochd. kanz. (1659) 30; namentlich die 'schöpfung' gottes: herre, in deiner wurkunge ist nichts greulichers ... dann der tot Joh. v. Saaz ackermann a. Böhmen 32 Kn.;
weill alle gotes wirckung sten in wesen
Hans Folz meisterlieder 31, 84 Mayer;
wäre kein werck oder wirckung dergleichen, was wäre oder solte auch gott selber? Johann Arnd Thomas a Kempis (1631) 42; allgemeiner 'erzeugnis, geschöpf': da eine jede würckung sich nach seiner ersten mutter sähnet Jac. Böhme schr. 4, 14; wunderbarliche werck und wirckung der natur Schütz hist. rer. pruss. (1592) 1, j 3ᵇ; der kundige freut sich, ... eine nicht alltägliche wirkung der natur gesehen zu haben Klinger w. (1809) 8, 3; die lagunen sind eine würckung der natur Göthe III 1, 285 W.
C.
frühnhd. beginnt die ableitung von wirken II B; zunächst für eine tätigkeit mit bestimmtem zweck oder ergebnis, bald auch auf das erreichte ergebnis der tätigkeit oder eines vorgangs eingeschränkt.
1)
als aktionsbegriff 'die handlung, der einflusz, der vorgang, die aus einer besonderen eigenschaft hervorgehende einwirkung' u. s. w., vgl. wirkung und craft actio Diefenbach gl. 10ᶜ.
a)
von persönlichen und persönlich gedachten subjekten.
α)
in älterer sprache besonders die einwirkung gottes, des teufels, höherer mächte, der sterne u. ähnl.: so aber ein werck nichts hatt der gnadrichen würckung gottes, so wer dasselbig werck nit anderst dann ein werck des ongläubigen menschens bei Clemen reform.-flugschr. 3, 318; die würckung des geistes gottes durch den dienst etlicher ungelehrten leute und laien an viel hundert seelen (v. j. 1727) gr. Zinzendorf in: ztschr. f. brüdergesch. 6, 89; da hat sich die wirckung des satans beweiset F. Dedekind papista conv. (1596) )( 3ᵇ; der Lichtenberger ... grundet seine weissagung ynn des hymels lauff und naturliche kunst der gestirne mit yhren einflussen und wirckunge Luther 23, 8 Weim.; es hat auch gott nicht gefragt, ob ich wisse die wirkungen ... der zwölff himmelszeichen Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 97; ähnlich: (er) sprach von der kraft und wirkung der sterne und ihrem einflusz Watzlik pfarrer v. Dornloh (1930) 252; so sen doch sölche ding alle zergängklich, ungewisz und in würckunge des glückes gestelt J. v. Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 68; solchs nicht durch kunst, auch nicht ohne gefehr geschehe, sondern durch verborgene wirckung der natur J. Barth weiberspiegel (1565) f 6ᵃ; noch vergleichbar: er hatte bemerkt, was für grosze wirkungen von thätigen ... menschen ausgehen Göthe 25, 1, 287 W.; nur müssen sie unter dämonisch nicht etwa teuflisch ... verstehen, sondern eben nur einflusz und wirkung geheimer kräfte fürst Pückler briefw. u. tageb. 1, 305.
β)
in jüngerer sprache neu aus wirken II B 2 entwickelt: im nichterleben liegt deines geschlechts art, auf ihm beruht seine edelste wirkung Herder 23, 9 S.; aber edlere, seligere wirkungen sind dem groszen vorbehalten Schiller 1, 34 G.; eine nothgedrungene wirkung, sowohl gegen die nähe als in die ferne, hinderte mich meinem willen zu folgen Göthe IV 40, 217 W.; sclaven und fürsten haben einerlei instinkte, folglich musz die geschichte ihrer wirkungen ... eine und eben dieselbe bleiben G. Forster s. schr. 2, 74.
b)
nach wirken II B 3 und II B 4 c allgemein von sächlichen subjekten, die infolge ihrer beschaffenheit oder anwendung einen einflusz ausüben, einen effekt hervorbringen: ich besorg aber, sein (des magneten) wirckung sei sehr schwach Ryff confectbuch (1548) e 3ᵃ; ist dann ein langer rock, ein chur, ... ein geschorn und geschmierter kopff ... so krefftig und von solcher groszer wirckung? Sleidanus reden 102 Böhmer; ausz wenig guten kolen wirdt viel äschen, welche umb die muffel gesamlet die wirckung des feuwrs verhindert Ph. Bech Agricolas bergwerckbuch (1621) 194;
von argwohn frey, der offt der liebe wirckung schwächt
Chr. Warnecke poet. versuch (1704) 373;
und stürme brausen um die wette
vom meer aufs land, vom land aufs meer,
und bilden wüthend eine kette
der tiefsten wirkung rings umher
Göthe 14, 20 W.;
eine durch die wirkung des flusses hervorgebrachte bildung G. Forster s. schr. 4, 50; kunst und geistesleben einer nation ... strahlen ihre wirkungen auf das gesamte nationale leben aus Meiszner-Kaisenberg staats- u. verwaltungsrecht (1935) 317; technisch von physikalischen und chemischen kräften: jeder körper äuszert einen widerstand, welcher der wirkung, die er leidet, genau gleich ist F. Th. v. Schubert verm. schr. (1828) 2, 21; nach dem prinzipe der stationären wirkung Boltzmann popul. schr. 108; in einer jeden meszbaren entfernung äuszern sie (die chemischen kräfte) keine art von wirkung J. Liebig chem. br. (1844) 33; in fester paarung wirkung und gegenwirkung: jede innere staatsentwickelung beruht auf den mannigfaltigsten wirkungen und gegenwirkungen realer und persönlicher motive Ranke s. w. 30, 3.
c)
entsprechend wirken II B 4 b spezifisch von heilmitteln, heilmethoden oder schädlichen substanzen, alkohol, gift u. s. w. 'der einen heilsamen oder schädigenden einflusz ausübende vorgang, prozess', vgl. wirckung der artzney, eines krauts operatione della medicina, d'un herba Kramer t.-ital. 2, 1359ᵃ: er meint, die esels pillulen würden ime den garaus machen, ehe sie in die wirckung kemen J. Frey gartenges. 39 Bolte; dann die natur zeigt dir selbst an in den dingen, was du dich hierinnen beflissen solt, damit dasz du deine artzney in ein wirckung bringest Paracelsus opera 1, 219 Huser; dann gebe es auch noch einige arzneien, die eine ganz bestimmte wirkung aufs herz hätten W. Grimm in: J. u. W. Grimm briefw. 78; Wlasta tritt mit blutigem schwerdte zerstört und wankend auf, sie spricht halb träumerisch in der wirkung des hexentrankes Brentano ges. schr. 6, 336;
ungerecht aber ist der wein,
offt boszhafftig die würckung sein
Hans Sachs 10, 502 K.-G.;
als der wein schon ein wenig seine wirkung zu machen anfing, wurde alles so lustig Ph. Hafner ges. lustsp. (1812) 1, 49; oft mit stärkerer betonung des in erscheinung getretenen ergebnisses in 3 c übergehend, so namentlich in neuerer sprache: nach dem abendessen liesz er ihm die büchsen mit der latwergen (gegen mannesschwäche) langen und gab sie dem ritter in gutem wein zu trincken, und als er die wirckung der latwergen empfand ... Binhardus thüring. chron. (1613) 167; ich merke noch keine wirkung des bades jahrb. d. Grillparzergesellsch. 1, 161.
d)
früh in juristischem sondergebrauch; als 'praktischer vollzug, tatsächliche durchführung' eines vertrages, gesetzes u. s. w.: welcher vertrag in sein wurckung nie kumen Knebel chron. v. Kaisheim 509 lit. ver.; in disem concilio wurdend ... gute reformierung uffgericht, ... bestund aber nit lang dar in würckung Tschudi chron. Helv. (1734) 113; und damit dises (gesetz) zu seiner wirkung gebracht werde, soll solliches durch den torfvogt ... angezaigt werden (v. j. 1656) österr. weist. 3, 250, vgl. 5, 657; ähnlich noch in neuerer sprache 'rechtliches in kraft treten, juristische wirksamkeit': die erbetene entlassung erfolgte durch dekret vom 17. oktober 1883 mit wirkung vom 1. januar 1884 realencycl. f. prot. theol. ³ 21, 13, 47; z. b. er wurde mit sofortiger wirkung nach B. versetzt; etwas anders 'rechtliche gültigkeit': hat jedoch der aussteller die übertragung im wechsel durch die worte 'nicht an order' ... untersagt, so hat das indossament keine wechselrechtliche wirkung wechselordnung art. 9, abs. 2; die ausübung der geistlichen gerichtsbarkeit in weltlichen angelegenheiten ist ohne bürgerliche wirkung gerichtsverfassungsgesetz § 15, abs. 3; 'amtliche befugnis': jedes gericht übt seine gerichtsbarkeit mit wirkung für das ganze reichsgebiet aus Meiszner-Kaisenberg staats- u. verwaltungsrecht (1935) 290.
e)
formelhafter gebrauch in festen präpositionalen und verbalen verbindungen.
α)
aus wirkung, durch wirkung, von (mit, in) wirkung mit personalem genetiv oder adjektiv halten sich bis in das 17. jh.; 'infolge der einwirkung, des einflusses', bei gott auch 'der fügung':
das reiner plumen safft
ausz wurckung meiner meisterschaft
nicht an sich nem der spynnen krafft
Hans Folz meisterlieder 39, 18 Mayer;
dieses nun geschach nicht aus würckung der philosophie, ... sondern es war vielmehr eine würckung des reichthums Chr. v. Ryssel seelenfrieden (1685) 199; rein ausz natürlicher wirckung J. Mathesius Sarepta (1571) 27ᵇ; der son gottes ... sey mensch worden durch wirckung des heiligen geists Luther 30, 3, 161 Weim.; durch sonderbaren fleisz und würkung desz alleredelsten friedens J. Rist d. friedejauchz. Teutschland (1653) 151; alle, die es nur hören, (müssen) durch menschliche wirckung gläubig und selig werden Val. Weigel v. d. leben Christi (1618) 99; van werkinghe des duvels so entfingen se de ostien alse minschen städtechron. 26, 107; Cristus Jhesus ist gemacht mensch aus dem weyb mit wirckung des heyligen geists erste dtsche bibel 1, 3 Kurr.; unser son Florio ist durch Cupido der göttin Cithera son in irer wirckung ... in Bianceffora schön entzündet buch der liebe (1587) 125ᵇ.
β)
entsprechend wirken A 2 b, II B 1 und II B 3 b mit abhängigem präpositionalen ausdruck besonders im jüngeren nhd. häufig; oft mit in: dasz der geist gottes ... in einem nüchtern und wackern, muntern menschen seine göttliche wirckungen desto krefftiger vollführen möge H. Rätel Curäi chron. (1607) 276; die freiheit als eigenschaft eines wesens, dem ich wirkungen in der sinnenwelt zuschreibe Kant 3, 18 akad.; vereinzelt mit zu: (ein schwarzes ding,) welches ein würckung zuͦ der lyebe haben soll Eppendorff Plinius (1543) 8, 77; am häufigsten mit auf: worauff die vernunfft ihre meiste wirckung hat Morhof unterr. v. d. dtsch. sprache (1682) 1, 110; ein wohlgebildetes volk, dessen weite wirkung auf drei welttheile wir in der folge sehen werden Herder 13, 225 S.; selten mit gegen: die russische artillerie (setzte) beträchtliche mengen von munition zur wirkung gegen unsere stellungen ein dtsch. heeresbericht v. 6. iv. 1917.
γ)
feste verbale verbindungen, die meist auch in 3 übergreifen können, vgl. besonders 3 e; eine wirkung bringen, üben, ausüben:
(eine glut,)
aus welcher sichtbarlich zwar keine flammen steigen,
doch aber innerlich die stärkste würckung bringt
Henrici ernst-, scherzh.- u. sat. ged. (1727) 1, 128;
es war das symbol der gottheit, das wunderbare ... wirkungen ausübte Herder 12, 68 S.; nicht das allein, was uns im höchsten sinne lebendig erscheint, übt wirkungen aus und erleidet sie Göthe II 1, 95 W.; alt sind in wirkung bringen, kommen, vgl. auch die belege unter d: dasz sie es statlich in wirckung bringen und ausfueren mugen städtechron. 32, 148; soll ... die gesprochen urthel in vollkumen craft und wirckung kommen (v. j. 1532) bei Fischer schwäb. 6, 1, 875; jünger sind zur wirkung bringen, kommen, gelangen: in hexametern kann ich ... meinen pudel ... nicht zur wirkung bringen W. Raabe Horacker (1876) 30; der sinnliche trieb kommt also früher als der vernünftige zur wirkung Schiller 10, 344 G.; an und für sich bestand ein gegensatz der tendenz zwischen Norbert und Otto, doch gelangte er nicht zu voller wirkung Ranke s. w. 25, 8.
2)
aus 1 c entwickelt vornehmlich im älteren nhd. auch als die eigenschaft, fähigkeit, kraft, art und weise, einen bestimmten einflusz auszuüben oder einen effekt hervorzurufen; besonders von wirksamen substanzen, heilmitteln u. s. w., vgl. ir natur, krafft, würckung, eigenschafft und art arborum atque herbarum naturae Frisius 856ᵇ: ich geschwig der genanten ertzeni, ob die guͦt frisch und dar zuͦ usz gelesen werent und nit veralt und ob in die sel und der geist irer würckung ücht entzogen ist H. Braunschweig kunst zu distilieren (1500) c 2ᵃ; dasz es eine frembde ... seyffe seye, welche viel heimlicher kräftiger würckung hinter sich habe Agyrtas grillenvertreiber (1670) 193; ähnlich: ich sagte, mir könne es recht sein, dasz er meinem mittelchen (einer arzenei) so viel wirkung zutraue Carossa rumän. tageb. 44; von mancherleien ... wirckungen des ertriches Seb. Münster cosmogr. (1550) 5; solche glückstücke hätten gleich ihren ursprung und ihre würckungen aus den überreichen ... schätzen der natur Grimmelshausen 2, 329 Keller; gern in zwillingsformeln, namentlich kraft und wirkung, vgl.hat die krafft und würckung zu vertreyben discussorius Frisius 426ᵇ: wir wollen aber darfür hie ... von krafft und würckung jedes winds, dem feldmeyer zu nutz, meldung thun Sebiz feldbau (1579) 6; er (hatte) dem ... könig viel von der würckung und krafft desz weinstocks erzehlt Zinkgref apophthegmata (1628) 427; eigenschaft und wirkung: durch desz (des planeten) einflusz solch metall sein eigenschafft und wirckung hab Ercker mineralertzt (1580) vorr. 3ᵃ; ein jedes ding, wie seine eigenschaft und wirkung ist, also musz es vermittelst unserer letteren ... aus eines wolredenden munde daher flieszen Schottel haubtspr. (1663) 59; natur und wirkung: in andern (beispielen versteht man) iedwedrer kraft natur und wirkung Zwingli dtsche schr. 1, 191; (der eigennutz ist) von der natur und würckung ..., das er ... das vertrauen bey hohen und niedern schwächet v. Fleming soldat (1726) 161; art und wirkung: (sie) sollen ... lernen des hl. geistes art und wirckung Heyden Plinius (1565) vorr. 3ᵃ; absolut 'naturkraft': es ist viel heymlicher wirckung in der natur; wer dieselben weysz antzubringen, der thut gleych wunderding fur denen, die es nicht wissen Luther 10, 1, 1, 560 Weim.
3)
schon frühnhd. entwickelt sich die im jüngeren nhd. vorherrschende hauptverwendung als zustandsbegriff, der 'das ergebnis, den erfolg, die folge' einer tätigkeit oder kraftentfaltung, eines vorgangs oder eines subjektiven eindrucks umschreibt, vgl. wirkung effectus Diefenbach gl. 195ᶜ.
a)
mit abhängigem objektssatz bzw. infinitiv, der das ergebnis bezeichnet: Scotus ... die beicht also hoch erhebet, das sie fur sich selbst ausz sacramentlicher craft die wirckung hab, das der unvollkomen rewe ... in der beicht volkomen gemacht werde J. Strausz beychtpüchlin (1523) a 2ᵇ; es hatte auch solche reise diese gute wirckung, dasz der keyserlichen vorhaben dadurch gäntzlich gehindert worden v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 186; dieses hatte auch die wirkung, dasz Bartholomäus von Prignano ... gewählt ward M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 4, 6; hätte der schaden einmal die wirkung gehabt, sie klug zu machen O. Ludwig ges. schr. 2, 16.
b)
entsprechend wirken II B 4 a namentlich im verhältnis von ursache und wirkung, vgl. wirkung, jede durch eine ursache hervorgebrachte veränderung Hübner zeitungslex. ³¹ 4, 357ᵃ; noch auf der grenze zu 2 liegend 'verändernde kraft': welche die andern drey verursachet und denen ir wirckung geben musz Thurneyszer magna alchymia (1583) 2; dann der zustand der veränderung selbst: (schatzgräber,) welche sich wenig umb die ursachen der dinge bekümmern, wenn sie nur die wirckung sehen J. Prätorius glückstopf (1669) 15; jede ursach hat ihre gewisse würkung, die von ihr zuwege bracht würde, wenn sie allein wäre Leibniz dtsche schr. 2, 48; dasjenige, welchem thätigkeit zugeschrieben wird und insofern nicht leiden, heiszt die ursache ..., dasjenige, dem leiden zugeschrieben wird, und insofern nicht thätigkeit, heiszt das bewirkte ..., beides in verbindung gebracht, heiszt eine wirkung Fichte s. w. 1, 136; redensartlich: kleine ursachen und grosze wirkungen Storm ges. w. (1899) 5, 225.
c)
nach wirken II B 4 c allgemein von handlungen, dingen, zuständen, erscheinungen, die ein sinnlich wahrnehmbares 'ergebnis', eine 'folge' oder einen 'erfolg' herbeiführen; zunächst gern in zwillingsformeln: uff das si ... auch entpfinge di wirckunge und nutz seiner (gottes) heilsamen genaden Hedwiglegende (1504) e 2ᵇ; des heyligen reychs satzungen, ordnungen und abschieden (hätten) bisz her die begertt und gewündscht frucht und wirckung ... nit erlangt abschied d. reichsztags zu Augspurg (1555) 1ᵃ; (die) historien ... stellen uns den unseeligen effect und wirckung der trunckenheit für augen L. Sandrub hist. u. poet. kurzweil 82 ndr.; früh auch ohne verdeutlichenden zusatz: du solt ansehen den regenpogen, zu welicher zeit er erschein und wenn sein wirckung kum Reynmann wetterbüchlein 7 Hellm.; die bevestigung desz kriegsz ... ein wesentlich stück ist des gerichtlichen prozesz und einer sehr treffenlichen würckung hovegerichtsordn. Friderichen pfalntzgr. bey Rhein (1573) 86; hast du dan, mein lieber Mars, die wirckung dieses gar so kleinen pfeils ... so gar aus der acht gesezzet Schottel friedenssieg 26 ndr.; können die wirkungen von dem bisse eines rasenden hundes wohl erschrecklicher seyn? Lessing 2, 15 L.-M.;
des reinen herzens treulich mir bewuszt
sinn ich der wirkung kleiner fehler nach
Göthe 10, 334 W.;
zu der wirkung des geschützes ... und dem hartnäckigen widerstand des feindes kam die gefahr, verlassen zu werden Ranke s. w. 2, 199; gehaltvoll 'kräftiger effekt': sein speer, dessen länge ... zuliesz, dasz auch das hinterste glied (der schlachtreihe) ... diese waffe mit wirkung gebrauchen konnte Niebuhr röm. gesch. 1, 279; blasser 'folge': daraus (aus dem beischlaf) uber ain kurtze jarzeit die wirckung an der geburt des zarten töchterlins Podagra ausprach Fischart 3, 22 Hauffen; meine gleichgültigkeit gegen Henrietten (sei) die wirkung an ihr bemerkter nachtheiliger eigenschaften Lessing 2, 100 L.-M.; besonders auch 'erfolg', vgl.grosze und treybende not desz stulgangs mit wenig würckung tenasmus Frisius 1297ᵃ: mein diener lösete auch sein gewehr, doch wie er meinete, ohne wirkung A. Bohse der liebe irrgarten (1684) d 3ᵃ; (möge) ihr thätiges ausharren durch geziemende wirkungen belohnt werden Göthe IV 22, 118 W.; technisch als 'nutzeffekt', vgl. Krebs techn. wb. 160; juristisch 'rechtliche folge, auswirkung': bis zu diesem urteil (scheidungsurteil) hat die ehe ... die wirkungen einer gültigen ehe schweiz. zivilgesetzb. art. 132; der päpstliche nuntius schritt zu excommunicationen. der venezianische senat sorgte dafür, dasz dieselben keine bürgerliche wirkung nach sich zogen Ranke s. w. 38, 216.
d)
von dingen, die einen geistigen oder gefühlsmäszigen einflusz ausüben, wie reden, bücher, kunstwerke u. s. w., bes. auch entsprechend wirken II B 5 hinsichtlich des subjektiven eindrucks auf geschmack und urteil: die würckung des gesanges ist manicherlay Albr. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) d 5ᵃ; hab derohalben (diesem) buch ... widerumb zu seinem effect und würckungen helffen wöllen Ayrer hist. processus juris (1660) )( 4ᵃ; indem gantze gemeinden ein gedichte zugleich vorlesen höreten, da die eindrücke und würckungen desselben sich in deutlichen kennzeichen offenbareten Bodmer v. d. wunderbaren (1740) vorr. 3; die weisheit, von der sie (die sophisten) profession machten, war von der socratischen ... in ihren würckungen unendlich unterschieden Wieland Agathon (1766) 2, 40; beweis, dasz poetische und theatralische wirkung ... völlig eins sein können O. Ludwig ges. schr. 5, 44; eine stelle in der mitte des chores (eines tonstücks) ist ihrer zarten, ruhend-harmonischen haltung wegen von sehr guter wirkung Chrysander Händel (1858) 1, 26; unmittelbar aus wirken II B 5 hergeleitet, vgl. 'wirkung, die innerliche rührung und empfindung, welche bey erblickung eines gemäldes entstehen' Jacobsson 4, 665ᵃ:
das ganze schlosz erscheint in heller glut,
wobey der lichter glanz noch beszre wirkung thut
Gottsched ged. (1750) 86;
die feine wäsche, der federhut,
was das alles für wirkung thut!
Schiller 12, 23 G.;
der Laokoon bezeichnete nun die letzte wirkung, zu der sich die hellenische kunst aufsteigerte Justi Winckelmann 1, 462; als wollte sie des schmuckes wirkung prüfen, ging frau Hadwig mit groszen schritten durchs gemach Scheffel ges. w. 1, 113; ähnlich von der inneren empfindung: friede und ruhe, eine sanfte bewegung und erwärmung war also die wirkung, in welcher man sich den einwohnenden geist am liebsten dachte Herder 19, 12 S.; die unbefangene heiterkeit ihres umgangs zog alle männer an, und auch Nolten empfand diese wirkung sehr bald Mörike ges. schr. (1905) 3, 26; geradezu 'eindruck': nun schien sie wahrhaft bekümmert und niedergeschlagen ... was zu ihrem sonstigen resoluten und tüchtigen wesen eine verführerische wirkung hervorbrachte G. Keller ges. w. 4, 45; wenn nicht ein zug von herbheit, trotz und eigenwillen ... die freundliche wirkung wieder gemindert hätte Fontane ges. w. I 4, 236.
e)
feste verbale verbindungen sind: wirkung haben, tun, machen, hervorbringen, leisten: es weisz auch der herr von mir, was die erste ansicht (prima notio) für grosze wirckung bey denen hat, welche alles von auszen beurtheilen Harsdörfer frauenz.-gesprächspiele (1641) 1, f 7ᵃ; ein vollstimmiger beschlusz ... hätte die bedeutendste wirkung haben müssen J. Grimm kl. schr. 1, 43; die saltzigkeit der Suidersee (kann) alhie keine wirckung thun M. Quad teutscher nation herligkeit (1609) 330; dieser schritt thut die erwartete wirkung Göthe 40, 45 W.; unglaubliche würkung machte diese schrift, als sie erschien Herder 16, 280 S.; ich rief, ich schrie, ich klopfte ans fenster, allein das machte keine wirkung Seidel vorstadtgesch. 169; eben derselbe anblick (hat) auf einmahl so verschiedene würckungen hervor gebracht Gottsched vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 103; wie sie einer weitverbreiteten stimmung der zeit entsprechen, so brachten sie auch eine ungeheure wirkung hervor Ranke s. w. 1, 189; (weil) bey euch unsere gnädige vermahnungen keine wirckung leisteten acta publ. 1, 162 Palm; und welche leidenschaft konnte mir diese wirkung in gröszerem masze leisten als ... die liebe? Schiller 6, 64 G.; in negativer wendung ohne wirkung bleiben, eine wirkung verfehlen, vgl.ohne wirckung bleiben restare senza effetto Kramer t.-ital. 2, 1359ᵃ; so eindringliche vorstellungen blieben nicht ganz ohne wirkung M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1883) 4, 12; so leicht kann es (das projekt) doch diese wirkung auf dem schauplatz (der bühne) verfehlen Schiller 3, 6 G.; spezieller ist im 18. jh. verwendetes zur wirkung haben 'zur folge haben': wenn ihr zorn lauter solche oden zur wirkung hat Kästner verm. schr. (1775) 1, 244; vgl. auch die formeln in 2 e γ.
4)
verdinglicht für die folgeerscheinung selbst oder die in ihr sich darstellende sache; von B 3 durch die mitklingende vorstellung von ursache und wirkung fühlbar unterschieden, vgl. eine sach selbst, die würckung eines dings effetto Hulsius ditt. (1618) 2, 137ᵃ: das bewirkte sollte man nie wirkung nennen Fichte s. w. 1, 136, vgl. oben C 3 b; in solchem verlangen will ich dieses ... zu einem zeichen schuldigster dankbarkeit und pflicht willigst überlassen, womit ich getrachtet, ihre würckung ... erkennen zu geben Chr. Kormart Polyeuctus d. h. Corneille (1669) zuschrifft a 5ᵇ; wie die farben die wirkungen, aber auch die trübungen des lichtes sind Mommsen röm. gesch. 1, 164; noch ganz andere und viel seltsamere wirkungen der strahlenbrechung H. Allmers marschenbuch 1, 59; weil er alle zustände und wirkungen, die sie ... dem satan zuschreiben, nervenaffekte nennt Lavater verm. schr. (1774) 2, 45; aus deinen wirkungen erkenne ich deine macht Ph. Hafner ges. lustsp. (1812) 2, 108.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1937), Bd. XIV,II (1960), Sp. 593, Z. 18.

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Zitationshilfe
„würkung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCrkung>, abgerufen am 11.08.2020.

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