Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

wursten, vb.

wursten, vb.,
faktitivbildung zu wurst, seit dem 15. jh. 1) 'wurst machen' im eigentlichen sinn, von wurst A 2 her: farcinare worsten (nd. 1420; nrh. 1507) Diefenbach gl. 225ᵇ; wursten farcimina conficere Dentzler clavis ling. lat. (1716) 358ᵇ; ei herr konrektor (sagte der regimentsquartiermeister und wurstete ungestört fort) Jean Paul s. w. I 5, 114 akad.; (es) wird ein schwein geschlachtet und gewurstet J. Schramek d. Böhmerwaldbauer (1915) 135. auch mit umlaut, vor allem österr.: würsten 'würste machen' Loritza Wien 144; Lexer Kärnten 260. zuweilen bezeichnet wursten im anschlusz an wurst A 3 lediglich das zubereiten der wurstfülle: wursten ... concidere minutim Dentzler clavis ling. lat. (1716) 358ᵇ; wursten klein hacken Schmidt Westerwald 333. 2) in den heute vor allem von der jüngeren iterativen weiterbildung ²wursteln (s. d. 2) vertretenen übertragenen bedeutungen 'drehen, (unordentlich) winden, vermengen, verwirren', 'oberflächlich, unordentlich arbeiten', auch 'mit anstrengung arbeiten, sich abmühen', für deren sinnlichen gehalt wurst in eigentlichem und übertragenem gebrauch genügend anknüpfung bietet, so dasz es eines formal und bedeutungsmäszig unsicheren anschlusses an mnd. mnl. nl. worsteln 'ringen, kämpfen', engl. to wrestle nicht bedarf (s. ¹wursteln). literarisch spärlich, aber in der bedeutung 'durcheinanderbringen, verwirren' schon im 17. jh.: welches herr Wiederleger aber beydes mit fleiss, pro more suo, untereinander wurstet (1643) bei Gombert bemerk. u. ergänz. (1879) 4, 21; vgl. die komposita umwursten, herumwursten guazzabugliare u. ä. bei M. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1409ᵇ. ferner: die schwarzen haare (waren) selten ungekämmt unter die kappe gewurstet J. Gotthelf ges. schr. (1855) 6, 28. mundartlich in ähnlichen bedeutungsschattierungen verbreitet wie häufigeres wursteln, vgl. z. b.: 'unordentlich arbeiten' Lexer Kärnten 261; 'mit den händen vollauf beschäftigt sein' Fischer schwäb. 6, 999; 'unordentlich zusammendrehen, ohne plan arbeiten ... ungeschickt bearbeiten' Hönig Köln 220ᵃ; 'sich anstrengen' Woeste westfäl. 329ᵃ. 3) in unmittelbarem anschlusz an wurst B 5, 'aus etwas eine wurst machen': dasz diese scene (in einem lustspiel) ihre wirkung thun musz, wenn sie von einem tüchtigen kerl, der seine lippen zu wursten weisz, auf recht guten resonanzdielen gestampft, gebrüllt und geschleudert wird Lichtenberg verm. schr. (1800) 4, 16.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2314, Z. 44.

wursten, vb.

wursten, vb.,
faktitivbildung zu wurst, seit dem 15. jh. 1) 'wurst machen' im eigentlichen sinn, von wurst A 2 her: farcinare worsten (nd. 1420; nrh. 1507) Diefenbach gl. 225ᵇ; wursten farcimina conficere Dentzler clavis ling. lat. (1716) 358ᵇ; ei herr konrektor (sagte der regimentsquartiermeister und wurstete ungestört fort) Jean Paul s. w. I 5, 114 akad.; (es) wird ein schwein geschlachtet und gewurstet J. Schramek d. Böhmerwaldbauer (1915) 135. auch mit umlaut, vor allem österr.: würsten 'würste machen' Loritza Wien 144; Lexer Kärnten 260. zuweilen bezeichnet wursten im anschlusz an wurst A 3 lediglich das zubereiten der wurstfülle: wursten ... concidere minutim Dentzler clavis ling. lat. (1716) 358ᵇ; wursten klein hacken Schmidt Westerwald 333. 2) in den heute vor allem von der jüngeren iterativen weiterbildung ²wursteln (s. d. 2) vertretenen übertragenen bedeutungen 'drehen, (unordentlich) winden, vermengen, verwirren', 'oberflächlich, unordentlich arbeiten', auch 'mit anstrengung arbeiten, sich abmühen', für deren sinnlichen gehalt wurst in eigentlichem und übertragenem gebrauch genügend anknüpfung bietet, so dasz es eines formal und bedeutungsmäszig unsicheren anschlusses an mnd. mnl. nl. worsteln 'ringen, kämpfen', engl. to wrestle nicht bedarf (s. ¹wursteln). literarisch spärlich, aber in der bedeutung 'durcheinanderbringen, verwirren' schon im 17. jh.: welches herr Wiederleger aber beydes mit fleiss, pro more suo, untereinander wurstet (1643) bei Gombert bemerk. u. ergänz. (1879) 4, 21; vgl. die komposita umwursten, herumwursten guazzabugliare u. ä. bei M. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1409ᵇ. ferner: die schwarzen haare (waren) selten ungekämmt unter die kappe gewurstet J. Gotthelf ges. schr. (1855) 6, 28. mundartlich in ähnlichen bedeutungsschattierungen verbreitet wie häufigeres wursteln, vgl. z. b.: 'unordentlich arbeiten' Lexer Kärnten 261; 'mit den händen vollauf beschäftigt sein' Fischer schwäb. 6, 999; 'unordentlich zusammendrehen, ohne plan arbeiten ... ungeschickt bearbeiten' Hönig Köln 220ᵃ; 'sich anstrengen' Woeste westfäl. 329ᵃ. 3) in unmittelbarem anschlusz an wurst B 5, 'aus etwas eine wurst machen': dasz diese scene (in einem lustspiel) ihre wirkung thun musz, wenn sie von einem tüchtigen kerl, der seine lippen zu wursten weisz, auf recht guten resonanzdielen gestampft, gebrüllt und geschleudert wird Lichtenberg verm. schr. (1800) 4, 16.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2314, Z. 44.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
wölflein
Zitationshilfe
„würsten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCrsten>, abgerufen am 08.08.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)