Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wüster, m.

wüster, m.,
'verwüster, verschwender', nomen agentis zu wüsten; ahd. wuostari (daneben der n-stamm uuastio boto uastator angelus, Murbacher hymnen 1, 3, 2 Sievers), mhd. wüestære, wüester. — hiervon zu trennen ist wuster 'homo sordidus' Stieler stammb. (1691) 2583, das zu ²wust B 2 'schmutz' gehört: der alt scheisser vnnd wuster Bruchmatt, desz Murners von der gauchmatt vetter Fischart Garg. 238 ndr.
1)
'verwüster': stirpator vûostari (11. jh.) (zu cap. 31 der Benediktinerregel: neque [cellerarius] prodigus sit stirpator substantiae monasterii) ahd. gl. 2, 53, 29 St.-S. (prodigus spilder ebda 28, vgl. dagegen 2); ich bin lupus leyder ein wuͤster der schaͤflin gotes summerteil d. heyligen leben (1472) 111ᵇ; er wirt auch genennt ein boͤser daemon oder wuͤster J. Fuglinus de praestigiis daemonum (1586) 59ᵃ;
der held hat Pharao, den wüster,
satan selbs, gedempfft mit seinem heer
dt. kirchenlied 4, 115 Wackernagel.
2)
'verschwender' (nur mhd.): zeim chelnere ... sol vzirwelt werdin ein man ... (der) nvt vil frâzliche ... noh ein wuͦster (prodigus) si ... (er) insol och nvt ein wuͦster (prodigus, vgl. 1) vnd ein zirstorer sin des chlostirs gvͦtis Engelberger Benediktinerregel 31 in: geschichtsfreund 39 (1884) 38, 16 u. 39, 4;
(die) ir guot verwüestent und verzernt
...
solich die alsô wüestær sint,
die sol man haben als diu kint;
den solt man von rehte geben
phleger für ir wüestez leben
Heinrich v. Beringen schachgedicht 8610 Zimmermann.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2465, Z. 65.

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Zitationshilfe
„wüster“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCster>, abgerufen am 07.08.2020.

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