Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wüsterei, f.

wüsterei, f.,
zu ²wust B 'schmutz' oder wüsten, vb., 'schmutzig machen' gebildet.
1)
unflätigkeit, unsittlichkeit: unflätigkait des leibs, unden und oben, mit speyen vnd wuͤstereyen und andern schamlichen dingen Keisersberg siben schwert (1510) bb 2ᵃ; dasz die welt mit so vieler wüsterey vnd vnfläterey vberschwämmet worden Moscherosch gesichte (1650) 2, 476; disz laster (contra naturam) ist sehr gemein in Franckreich, aber in Teütschland hört man doch, gott lob, selten von dergleichen wustereyen Elisabeth Charlotte v. Orléans br. (1676—1706) 162 lit. ver.; sie sagt nicht zwey wort ohne eine grosze wüsterey hervorzubringen ebda 365.
2)
unflat, schmutz: kam ich zu einem grossen see ... voller wüsterey, morasz, dämpffichten stinckenden nebels Moscherosch gesichte (1650) 1, 414; es war der ort (turmverlies) von feisten dicken dünsten, welche die wüsterey, auch die im bauch der erden verschlossene feuchtigkeiten vervrsachet, gantz erfüllet ebda 2, 795.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2466, Z. 25.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
wölflein
Zitationshilfe
„wüsterei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCsterei>, abgerufen am 11.08.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)