Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wüstigkeit, f.

wüstigkeit, f.,
ableitung auf -igkeit zu ²wüst (hiervon zu trennendes spätmhd. wüestikait 'verschleimung', wustikeit 'unsauberkeit' s. unter ²wust, einleit.).
1)
im ausgehenden mhd. vereinzelt 'wüste, einöde' (zu wüst A): er stalte die wazzer in wuestichait (14. jh.; posuit flumina in desertum, ps. 106, 33) bei Khull beitr. z. mhd. wb. 23; sind ir gangen in die wüstikait d. teufels netz 4941 Barack.
2)
spätmhd. u. nhd., gleichfalls selten, 'unsittlichkeit, verderbtheit' u. ä. (zu wüst C): dirre keyser, do er lebete, do begerte er alle unküscheit und wuͤstikeit (Straszburg vor 1400) städtechron. 8, 353, 10; jr wuͤstigkeyt, so in den schlossen der brachtlichen sitten verborgen ligt Hedio Augustini 4 bücher v. christl. leer (1532) 29ᵇ; die überhandnehmende gewöhnung des volkes an scharfe und schwere geistige getränke und die daraus weiter sich entwickelnde wüstigkeit des geistes C. G. Carus Paris u. d. Rheingegenden (1836) 1, 115.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2468, Z. 39.

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Zitationshilfe
„wüstigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCstigkeit>, abgerufen am 13.08.2020.

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