Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wütiglich

wütiglich,
adverbialbildung zu wütig, vgl. mnl. woedichlike Verwijs-Verdam 9, 2736.
1)
nur vereinzelt zu belegen sind anwendungen im sinne 'heftig, übermäszig' (wie wütig 4): wutiglich schreyen sarrire, saartire, voc. theut. (Nürnberg 1482) pp 3ᵃ. im sinne 'tyrannisch' (sonst wüterig, wüterisch u. ä.): gewis ist, das yhr (herren) tyrannisch vnd wüetiglich regirt, das eüangelion verbietet vnd den armen man ... schindet vnd drücket (1525) Luther 18, 330 W.
2)
'ungestüm, wild', bes. 'kampfwütig': furenter vnsinnigklichen, wütigklich, gleych wie ein tauber oder vnsinniger Frisius dict. (1556) 596ᵇ; auch 1113ᵇ; dass sie theils auss schmertzen der wunden, theils auss grimmen wütigklich in der Römer ordnung geloffen vnd erschlagen wurden Stumpf Schweizerchron. (1606) 163ᵇ;
wie solche wilde thier, zu fressen alle welt,
nun wötzen wühtiglich die hörner, zän und klawen
(1648) Weckherlin ged. 2, 331 Fischer;
mit zähneknirschen und ergrimmter miene
zog er sein schwert Durandal wüthiglich
Regis Bojardos verliebter Roland (1840) 125.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2547, Z. 16.

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Zitationshilfe
„wütiglich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCtiglich>, abgerufen am 07.08.2020.

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