Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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wütschen, f.

wütschen, f.,
name für genista tinctoria, färberginster, s. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 2, 611 und witsche, witschen 1, f., oben sp. 815: wütschen Röszlin kreuterb. (1550) 250ᵃ; gelbe farbblumen, heydenschmuck, flos tinctorius minor, wütschen Pancovius herbar. (1673) 172; wütschen, scharte (verwechselt mit serratula tinctoria 'färberscharte') Noël Chomel öcon.-physic. lex. (1750) 4, 1090.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2550, Z. 38.

wutschen, vb.

wutschen, vb.,
sich plötzlich und schnell bewegen, flitzen, entwischen; im ganzen ähnlich wischen B sp. 720, witschen sp. 815, wuschen sp. 2401, jedoch intensiver, das akustische moment stärker betonend (über -tsch- in expressiven wörtern vgl. W. Wissmann zs. f. dt. altert. 76 [1939] 8). auf einflusz von wischen (kaum von witschen, das erst um 1700 auftritt) deutet die frühnhd. öfter bezeugte umgelautete form wütschen. wutschen ist wie wutsch und ähnliche bildungen ein wort der umgangssprache; verbreitet mundartlich neben witschen und wuschen, vgl. u. a.: auch wutschen Bernd Posen (1820) 357 s. v. wuschen; wuschen, wutschen Frischbier pr. 2, 484; wutschen (vudšn̥), wuutschen (vūdšn̥) Mensing schlesw.-holst. 5, 748; vu̜tšn, meist farbiivu̜tšn Teuchert neumärk. 252; wutschen Albrecht Leipzig 238ᵇ; us-, furd-, wakwudschen Hertel Thür. 261; wutschen Crecelius Oberhessen 925; witschen, wütschen, wutschen Schmeller-Fr. bayer. 2, 1058. das wort bezeichnet fast durchweg bewegungen von mensch und tier, meist in präpositionalen verbindungen und in zusammensetzungen. literarisch belegt seit dem frühen 16. jh., lexikalisch nur vereinzelt: effluet ... es wirt auszwütschen, das ist ich wirds nit verschweygen Cholinus-Frisius dict. (1541) 309ᵇ; es wirt auszhin wütschen Frisius dict. (1556) 462ᵃ; wütschen Frisch t.-lat. (1741) 2, 462ᵇ; Hederich dt.-lat. (1777) 3583; nicht bei Stieler, Kramer, Adelung, Campe. vereinzelt von einem fallenden gegenstande: (der brocken) wutschte dann plötzlich von selbst in die tiefe (der brühe), kam aber immer gleich wieder hoch Dehmel ges. w. (1906) 8, 12. aufwutschen im sinne 'auffahren, sich erheben' (vgl. aufwischen teil 1, sp. 780 f. und aufwütschung consurrectio Frisch a. a. o.):
wol umb das ein nach mitternacht
da wutstend ir uf vom tisch;
ich meint, jr wöltend mit uns tuͦn ein schlacht,
da warend ir nit so frisch
(1522) N. Manuel 22 Bächtold;
vnnd es begab sich, do sy auff dem vaͤld warend, wutscht Kain auff wider seinen bruͦder Habel vnd schluͦg jn zuͦ tod (1. Mos. 4, 8 consurrexit) Zürcher bibel (1531) 2ᵇ (Luther: erhub sich Kain). über jem. wutschen über jem. hereinbrechen: dann es wütschet Heraclius unversehens uber jhn, erschlug jhm etlich tausent Höniger sarracenische gesch. (1580) 40. wutschen ... zu, von, durcheinander u. ä.: do der guͦt künig sin trüw iurament erfordert vnnd hiesch von Pipino als synem knecht, do wutscht der heylig vatter pabst Stephanus ... zuͦ, vnd absoluiert den Pipinum (1521) Nazarei v. alten u. neuen gott 23 ndr.; ebda 10;
gsicht etwan dort ein pflegel stan,
zum selben wütscht er dann gar gschwind
(1548) H. R. Manuel weinspiel v. 1749 ndr.;
da nun Tullia mit jhrem wagen dahin kommen, fangen die maulthier alsobald ab dem leichnam zu scheuhen, und ausz forcht in einander zu wuͤtschen J. J. Grasser schatzkammer (1610) 431; kaum war die benediction gesprochen, als ich vom chor wutschte und mit drei sätzen die stiegen hinabstürmte Gaudy s. w. (1844) 4, 142; und durch das getümmel wutschen die dienstmädchen mit körben, netzen Hermann Kubinke (1952) 49. insbes. hinein, heraus oder durch eine öffnung, tür u. dgl. wutschen: Salome wütscht vsz dem frouwenzimmer herfür (1549) Aal trag. Joh. d. täufers 145 ndr.; do er also nahe darzuͦ kam, entran er dem engel und wütscht eylends hinein S. Münster cosmogr. (1550) 94; zwischen seine (des pförtners) kniee wutscht' ich nun hindurch, wie wiesel schlüpfen, und so kam ich in den kreuzgang Tieck ges. nov. 10 (1839) 335; der zapfenstreich hatte eben ausgetutet, einzelne kerle wutschten noch geschwind hinein in ihre blocks Cl. Viebig wacht am Rhein (1902) 155; vor mir durch den schlupf wutscht klirrend auf mich zu wieder ein gröszerer schatten. im knall purzelt etwas um und schlegelt (eine wildsau) A. Schmook schwarzkittel u. rotröcke (1937) 78.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1960), Bd. XIV,II (1960), Sp. 2549, Z. 37.

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Zitationshilfe
„wütschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%BCtschen>, abgerufen am 12.08.2020.

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