Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wahlgesetz, n.

wahlgesetz, n.
1)
wahlordnung, wahl-gesetze, oder wahlregeln ... vorschrifft, nach welcher ... die wahl ... angestellt werden soll. Zedler univ. lex. 52, 819; wahlgesetze sind diejenigen gesetze, durch welche die berechtigung zu wählen ..., die fähigkeit gewählt zu werden ... und ... das wahlverfahren ... bestimmt werden. Holtzendorff rechtslex.³ 3, 1213; hierinnen sind die churfürsten besser daran, als die cardinäle ..., wie davon die päbstl. wahlgesetze ... nachzusehen sind. Ludewig erläuter. d. güldenen bulle 1, 371; der preis, dasz allemal ein Fabius im consulat seyn solle, entzog ihnen nichts, wenn die mindern geschlechter ausgeschlossen wurden: aber um dieses abkommen auszuführen, muszte das wahlgesetz umgestoszen werden. Niebuhr röm. gesch. 2, 201; ein wahlgesetz, welches alles zusammengehörige auseinanderreiszt und leute zusammenwürfelt, die nichts miteinander zu thun haben. v. Bismarck reden 3, 195 Böhm;
der meinen zähl' ich fünf, der deinen zween;
die mehrzahl ist uraltes wahlgesetz.
Uhland Ludwig d. B. 2, 2.
2)
willkürlich aufgestelltes gesetz:
sie (die tugend) ist kein wahl-gesetz, das uns die weisen lehren,
sie ist des himmels ruf, den nur die herzen hören.
Haller ged. (1757) 90.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1903), Bd. XIII (1922), Sp. 569, Z. 47.

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Zitationshilfe
„wahlgesetz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wahlgesetz>, abgerufen am 06.12.2021.

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