Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wahrnehmbar, adj.

wahrnehmbar, adj.,
zuerst bei Campe angeführt, was durch die sinne oder geistig aufgefaszt werden kann, attributiv oder prädicativ (wahrnehmbar sein, werden, etwas wahrnehmbar machen) gebraucht: das feuer spielt in wahrnehmbaren und zwar sehr schönen wellenlinien. Vischer ästhetik 2, 34; selbst wenn die unterschiede unter die grenze der kleinheit hinabgehen, die sonst noch dem tastsinn oder dem hautgefühl leicht wahrnehmbar sind. Lotze medic. psychologie 433; dasz die partialtöne bis zum 6ten verhältniszmäszig leicht wahrnehmbar sind. Wundt physiol. psychologie⁴ 2, 55; dasz dem lande nur die schattenseiten .. der geldwirtschaftlichen revolution wahrnehmbar wurden. Lamprecht deutsche geschichte 5, 1, 85. sinnlich wahrnehmbar: in dem volksthümlichen bestreben, das höchste geistige dem gläubigen sinnlich wahrnehmbar zu machen, hat sie (die kirche) aus einer anzahl heiliger sprüche und sinnbildlicher handlungen sogar die ersten anfänge des mittelalterlichen dramas entwickelt. Freytag 6, 20 (bilder I, einleit.); inneres ringen und gewissenszweifel nehmen bei der tochter des 15. jahrhunderts sogleich eine sinnlich wahrnehmbare gestalt an, sie werden ihr etwas äuszerliches, fremdes, das unheimlich gegen sie herandringt. 18, 377 (1, II, 10). substantivirt, wahrnehmbares: das zubeziehende wollen ist sonach etwas wahrnehmbares, objectives in uns. Fichte sittenlehre (1798) 190.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1906), Bd. XIII (1922), Sp. 940, Z. 68.

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Zitationshilfe
„wahrnehmbar“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wahrnehmbar>, abgerufen am 06.12.2021.

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