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Fundstelle: Lfg. 13 (1916), Bd. XIII (1922), Sp. 2270, Z. 21
1) waschfrau, lotrix Stieler 2470, im süden auch jetzt noch ohne verächtlichen nebensinn: sie ... sorgte ... für die waschweiber und plätterinnen G. Keller 8, 166. meist verächtlich: eine gesellschaft der schmutzigsten waschweiber, die ich jemals gesehen Göthe 46, 198 Weim. ausg.; 'ich betheure ihnen, dasz Albertinchen unschuldig, dasz der ring gestolen ist!' machen sie doch das einem waschweibe weis Hermes Sophiens reise 4, 75. mit anspielung auf die geschwätzigkeit der wäscherinnen: bey denen schwätzigen mägden und bey denen wäschweibern Zend. a Zendoriis teutsche winternächte 288;
albern, wie ein stuzer plaudern,
wie ein waschweib wirst du kaudern.
Schiller 1, 213, 54;
denn diese sorte von deutschen schriftstellern ist eine falsche sorte und ärger als alte waschweiber G. Keller bei Bächtold 2, 287. 2) schwatzhafte, klatschsüchtige person: dasz die doctorin ... auf das geschwätz niederträchtiger waschweiber hin dies edle wesen so grausam verläumden konnte Hebbel tagebücher 1, 425. auch von männern: er ist 'n schwernoths altes waschweib, versteh er! — komm er zum text! J. G. Müller Siegfried von Lindenberg⁵ 2, 265. 'alberner schwätzer': Platen, einem der gedankentiefsten dichter der gesammten deutschen literatur, wagt dieses waschweib ... ein gänzliches fehlen von gedanken und empfindungen vorzuwerfen Lassalle reden u. schriften 2, 425. dazu waschweiberglaube, m. Auerbach schriften 11, 92. waschweibermäszig, adj. Caroline 1, 26 Waitz. waschweiberton, m. allg. deutsche bibliothek 41, 459. —
Zitationshilfe
„waschweib“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/waschweib>, abgerufen am 06.12.2019.

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