Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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wegmüde, wegemüde, adj.

weg(e)müde, adj.
vom wege ermattet. im mhd. häufig:
Rôther der wîgant
lieʒ die wechmûdin
lutzel gerûwin.
könig Rother 2969;
er begunde sei (die krücke) harte drucchen,
als der wegemuͤde tuͦn muʒ.
Tnugdalus, Hahns ged. 42, 47;
und (er) suohte herberge   sô die wegemüede tuont.
Nibel. 454, 4;
ir wec sie in ein wüeste truoc.
si wâren wegemüede gar.
Lamprecht v. Regensburg s. Francisken leben 1486 Weinhold;
durch des weges mûdekeit mugen sî ... von mettene unde von den cîten sîn, daʒ man niht alleine den wegemüden erlouben mac statuten des d. ordens 50, 30 Perlbach; ob ain wegmueder man furgieng oder ain fraw und im not wär aines weinper österr. weisth. 8, 184, 13 (Niederösterreich 1489); es soll aus einem weingarten einen steken niemant dragen dan ein wegmieder man 605, 22 (17/18. jahrh.). im nhd. sonst anfangs nicht üblich und in den wörterbüchern nicht angeführt; bei Campe als veraltet mit hinweis auf das Nibelungenlied. am anfang des 19. jahrh. aus den altd. dichtungen wieder bekannt geworden: bis ein fremder könig den wegmüden aufnimmt W. Grimm altdän. heldenlieder xxviii; ich (ein reisender) bin wegmüd und nüchtern Grimm d. sagen 2, 87; der herr dort sei wegmüde geworden F. L. Jahn 1, 442; als ein zug von reisigen noch einmal halt zu machen beschlosz, damit der wunde, wegmüde Otto noch einiger rast genösse v. Chezy erzähl. u. nov. 1, 113; waghalsig durchfurchten die bankgenossen das stürmische nordmeer ..., bis die wegmüden die klippen des landes auftauchen sahen Freytag 17, 85 (bilder I, 1); von der verpflegungsstelle wegmüder pilger bis zum krankenhaus Lamprecht d. gesch. 5, i, 143;
den frommen könig Heimer schlugt ihr todt,
den wegemüden, euch vertrau'nden gast.
Fouqué held des nordens 3, 80;
und all' die edeln ritter, wegemüd,
der ruh' bedürftig, eilten weiter plötzlich,
dem vaterland den kräft'gen arm zu leihn!
v. Collin 1, 118;
(die rebe zur tanne:)
spend' auch ich nur kargen schatten
wegemüden, gleich wie du,
führet doch mein saft die matten,
o, wie leicht! der heimath zu.
Kerner lyr. ged. (1847) 9;
doch jubelt auch der wandrer, wegemüd,
und saugt mit gier'gem mund den labetrank,
und wirft sich in des grases üpp'gen wuchs.
Grillparzer⁵ 9, 207 (jüdin v. Toledo 5);
dem wegmüden gast
gönne hold
des hauses herd!
R. Wagner 6, 100 (Siegfr. 1).
vom körper:
auf, wanderer! die sonne will sich neigen,
beflüg'le deinen wegemüden fusz.
Neszler dem groszen geiste der freiheit (1831) 1;
es sei nachgerade an der zeit, meinen wegemüden leib zu stärken Storm 3, 227; der fremde sucht eine ecke an unserer bank und eine herdstelle für sein wegemüdes haupt Freytag 8, 8. übertragen in bez. auf den lebenslauf: sie ward wegemüd Brentano 4, 324 (lebensumrisz der A. K. Emmerich). —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 18 (1922), Bd. XIII (1922), Sp. 3128, Z. 64.

wegmüde, wegemüde, f.

weg(e)müde, f.:
erst nach etwa einer stunde gelang es mir, unter vorschützung meiner groszen wegemüde dem schwarme zu entkommen Leo meine jugendzeit 98. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 18 (1922), Bd. XIII (1922), Sp. 3129, Z. 51.

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Zitationshilfe
„wegmüde“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wegm%C3%BCde>, abgerufen am 24.10.2020.

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