weinselig adj., adv.
Fundstelle: Lfg. 7 (1937), Bd. XIV,I,I (1955), Sp. 991, Z. 70
zunächst vom menschen in einer vom wein hervorgerufenen frohen und gehobenen stimmung: ein kleiner ältlicher herr, ... der seit tagen sich auch an unsere gesellschaft angeschlossen und immer still vergnügt, hie und da etwas weinselig mitlebte W. Hauff s. w. 2, 10 Bobertag; in den blättern die er zum gedächtnisz dieser frohen tage (am Rhein) schrieb, erschien der greis (Göthe) wieder ganz so lebensfroh und weinselig wie einst der Straszburger student Treitschke dt. gesch.² 2, 37; (Malte) packte ... seinen Sohn Ulrich am arm und lallte ihm weinselig ins ohr W. v. Polenz Grabenhäger (1897) 1, 377. weinseliges gemüt: sein wohlgefallen über diese ungekünstelte huldigung eines weinseligen ... gemüthes Gaudy s. w. (1844) 2, 55; die übrige gesellschaft war in jene fröhliche, weinselige stimmung geraten, die oft am ende eines diners einzutreten pflegt D. v. Liliencron sommerschlacht (1886) 119. — von den augen, dem gesicht des trinkenden: seine äuglein blinkten unter den herabhängenden brauen ... weinselig hervor M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 167; die hellen tränen rollen über das weinselige angesicht (des barons) in den grauen bart P. Deussen m. leben (1922) 36. — übertragen auf die örtlichkeit des weingenusses: nun weiter am Rheinufer hin durch das weinselige land mit den herrlich klingenden namen, die Nierstein und Laubenheim, nach Ludwigshafen Treitschke br. (1854) 1, 218 Cornicelius; unsre erdenferne, traum- und weinselige, liebestaumelnde Fachusburg G. Hauptmann Hamlet in Wittenberg (1935) 158. —
Zitationshilfe
„weinselig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/weinselig>, abgerufen am 17.11.2019.

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