Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

weiszbinder, m.

weiszbinder m.
1)
'anstreicher' zu weisz binden weisz anstreichen, s. weisz B 1 d (sp. 1183), vgl. auch weisze oder bindleymen, damit man stuben bindt albarium Er. Alberus nov. dict. (1540) t 2ᵇ; namentlich im md. gebräuchliches wort, bis ins 19. jh. oft mit senkung des i zu e belegt (vgl. Sütterlin nhd. gramm. 1, 183 f.): caementarius, tector mäwrer, tüncher, weiszbender Frischlin nomencl. (1594) 330;
ein weiszbender und leimenkleiber ...
ein scheffer sein oder ein hirt,
ein kleinen underscheid gebiert
(1562) Kirchhof wendunmut 1, 434 lit. ver.;
ordnung für die gesellen des hiesigen tüncher-, quadratur- und weiszbender handwerks (1805) in: Beyerbach verordn. d. reichsstadt Frankfurt 11, 3232; der weiszbinder hält sein werk für so vollkommen als der maler das seinige (1775) Lichtenberg (1844) 3, 216; im frühjahr liesz Fritz den weiszbinder kommen und sein haus ... tünchen und weiszen Sohnrey im grünen klee (1903) 51. besonders in md. maa. geläufig, vgl. z. b. Crecelius oberhess. 902, Spiesz henneberg. 279, Reuting Höchst 48, Schmidt westerw. 326, Schambach Gött. 301, Hentrich Eichsfeld 97, Hertel Thür. 256; für den 'gipser' Fischer schwäb. 6, 1, 647.
2)
'faszbinder, welche nur kleine gefäsze aus weichem weiszen holze verfertigen ... zum unterschiede von den ... roth- und schwarzbindern' Adelung 5 (1786) 148, vgl. schwarzbinder teil 9, 2322 und rotbinder teil 8, 1301: man unterschied früher 'rothbenner' ... und 'weiszbenner', welche die weiszen 'züwwer' aus tannenholz machten und im sommer meist anstreicher waren Frankfurter ma. 93. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1938), Bd. XIV,I,I (1955), Sp. 1201, Z. 57.

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