Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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wahnen, verb.

wahnen, verb.
abnehmen, verringern. ableitung von dem adj. wahn, die im deutschen nur selten vorkommt, aber bis ins urgerm. zurückreicht: ahd. wanôn, wanên (dies in cawanet, dempsi im Hrabanischen glossar, Steinmeyer-Sievers gl. 1, 109, 38, kiwanet, giwanet, corrupta in Ib. und Rd., gl. 1, 273, 70), mhd. wanen (auch in erwanen leer machen), mndl. waenen, wanen Oudemans 7, 818. 850 (im mnd. nicht belegt, doch s. unten den beleg aus der braunschweigischen reimchronik), afries. wonia, ags. wonian abnehmen, verringern, mengl. wanien Stratmann-Bradley 668 (dazu das subst. part. waniand abnehmender mond, unglückliche zeit, das sich in dem ausruf with a wanion! zum henker! erhalten hat), nengl. wane abnehmen (besonders vom monde), vergehen, anord. vana sich vermindern, norw. vana verringern, vernichten Ross 885 (im schwed. und dän. nicht erhalten).
1)
intransitiver gebrauch. im fries. und ags. wird das wort häufig so verwendet, dasz es den gegensatz zu wachsen bildet. im nd. gebiet ist es namentlich auch vom abnehmenden mond üblich:
gelike der mane in elke mænt,
die emmer wast ende weder wænt.
die rose 4684 Verwijs;
iʒ (das glück) lichet sich dhem manen,
dher sich von dhem wanen
treyt. unʒ her sich scone ringhet
und aber widher bringet
sin kleneʒ licht zo vullem scine.
braunschweigische reimchronik 7119.
noch im 18. jahrh. in Osnabrück im wannen im abnehmenden mond. Strodtmann 278. vgl. wahnmond. im nhd. ist eine sichere spur des wortes nicht zu finden. doch sagt man noch jetzt in Baiern nach Schmeller² 2, 916 'wenn irgend ein sack, behälter oder gefäsz durch das, was darein gethan wird, nicht ganz voll wird' wàs lár stet, waⁿt nét (mit anlehnung an weinen), was leer steht, nimmt nicht ab, vielleicht auch (zu wahn von einem angebrochenen fasz, oben sp. 643): was leer steht, verdirbt nicht.
2)
transitiver gebrauch. im ahd. und mhd. zuweilen vorkommend:
untarthio was er in (Jesus seinen eltern),   ni was er druhtin thes thiu min,
noh sin giwalt sih wanôta,   thaʒ er in thionôta.
Otfrid 1, 22, 58;
darvon entwürt unser minne nüt gewant noch en nimmet nüt abe. Tauler pred. 323 bei Schmidt els. wb. 412.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1905), Bd. XIII (1922), Sp. 649, Z. 35.

wahnen, verb.

wahnen, verb.
mit persönlichem dativ, fehlerhaft scheinen, zu wahn 'fehler, mangel', s. wahn (adj.) II, 8. im mnd.: weme wes wanede an den negelen de to Gosler gesmedet weren, de scholde den smed, de de negele gesmedet hedde, darumme beschuldigen vor deme gerichte to Gosler. weisth. 3, 265 (15. jh.); schelet effte wanet iemande van den renteneren darane, deme steit de wech des rechten open. Lübecker chroniken 2, 257 bei Schiller-Lübben 5, 590.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1905), Bd. XIII (1922), Sp. 649, Z. 77.

wahnen, verb.

wahnen, verb.,
nebenform zu wähnen, die hauptsächlich dem niederdeutschen zukommt, doch steht auch im ahd. wânôn neben wânen. Graff 1, 867. mnd. wanen, wonen Schiller-Lübben 5, 590. 766 (häufiger als wenen), ndl. wanen, auch in neueren nd. dialekten wanen brem. wb. 5, 178. ten Doornkaat Koolman 3, 507. Diefenbach gl. 210ᶜ estimare, 397ᶜ opinari, 474ᵇ putare, 493ᶜ reputare, wanen, wonen (meist aus nd. glossaren). in hd. quellen tritt die form nicht häufig auf: wanen, harren, percunctari, morari, dubitare, zweyffeln. voc. theut. (1482) mm 8ᵇ;
und einig der vernunfft zu schwachem ruder trawen,
ist gar zu viel gefahr, wie dann die sach' erweist,
wann einer disz verlacht was sonst ein andrer preist,
und so kriegt ewiglich das wahnen mit dem wahnen,
unsicherlich gestellt auff schlüpfferige bahnen.
Opitz Hugo Grotius 350.
ein bair. wahnen gehört wol nicht hierher, sondern erklärt sich aus der offenen aussprache des ä im dialekt: waanen, wehnen, vermeinen, im waan seyn, haver l'opinione, esser d'opinione. Güntzel 830;
herr Caiphas, ich han dıͤr pracht
silber und gold in der acht.
ich wan, sein sei wol hundert phunt.
Erlauer spiele 5, 249 Kummer.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1905), Bd. XIII (1922), Sp. 650, Z. 5.

wähnen, verb.

wähnen, verb.
erwarten, hoffen, vermuten, glauben, falsch annehmen u. s. w., ableitung von dem subst. wahn.
I.
formales. die bildung ist gemeingerm.: mhd. wænen, ahd. wânnen, wânen aus wânjan (daneben wânôn, s. wahnen), entsprechend as. wânian erwarten, vermuten, glauben, andfränk. (in den psalmen) wânan, mnd. (selten) wênen, afries. wêna meinen, ags. wénan erwarten, worauf rechnen, vermuten, beargwöhnen, mengl. wenen Stratmann-Bradley 677, nengl. ween (daneben wane aus dem nord.), anord. vǽna hoffen, vermuten, hoffnung machen, einen einer sache beschuldigen (in den neueren skand. sprachen durch die weiterbildung anord. vǽnta ersetzt), got. wênjan hoffen, erwarten. im ahd. konnte im praes. in allen formen, in denen ursprünglich ein j folgte, das n verdoppelt werden, doch ist meist nach dem langen vocal wieder vereinfachung eingetreten: ind. 1. sg. wânniu, wânnu, 1. pl. wânnemês u. s. w. sind viel seltener als die formen mit einfachem n, Graff 1, 863. doch haben sich jene formen noch im mhd. fortgesetzt, besonders im alemannischen, wobei kürzung des vocals eintrat: wænne klage 617, wenne Boner 35, 49 var., wenne Hugo v. Montfort 5, 1 Wackernell u. ö., wennest N. v. Wyle translat. 136, 30 Keller. im reim auf erkennen steht wennen in der Martina, auf brennen im gedicht vom Appenzeller krieg, Weinhold alem. gr. § 204. nhd. tritt die form mit kürze nicht mehr auf. die länge wird früher in obd. quellen meist durch ä, in md. quellen durch e bezeichnet, auch Luther hat immer wehnen, Maaler 481ᶜ dagegen wänen. die schreibung ist bis ins 18. jahrh. hinein schwankend. Stieler 2468 hat noch wehnen, sogar noch Frisch 2, 430, dagegen hat Krämer 1203 wähnen, ebenso Rädlein, Steinbach u. s. w.; Ludwig, Kramer, Rondeau führen neben wähnen noch wehnen an. das praet. lautet im mhd. wânde, wânte, das part. praet. gewænet oder gewânt. die durchführung des e-lautes tritt zuerst im md. auf (wende, gereimt auf zende, passional 83, 26 Köpke) und ist in der nhd. periode regel (Luther hat wehnete, wehnte); doch kommt bei obd. noch im 15. 16. jahrh. der rückumlaut vor: wand Erlauer spiele 4, 276 Kummer; wanden chronik der stadt Zürich 74, 4 Dierauer; want städtechr. 22, 457, 12 (Augsburg); wanten Andreas v. Regensburg 597, 29. 621, 36 Leidinger. häufiger mit demselben lautübergang wie bei wahn (s. oben sp. 602): wonde städtechr. 8, 49, 33 u. ö. (auch mit assimilation wone 9, 914, 29); wond städtechr. 5, 89, 26 u. ö.; wonden stadtrecht von Baden 114, 28 Welti (1475); wondt schweiz. schausp. 1, 91, 1014; wont Suchenwirt 4, 98 Primisser; wonte mystiker 1, 67, 20. 101, 9. altd. predigten 1, 359, 15 Schönbach. Limburger chronik 49, 24 u. ö. (wonete 32, 20). Zimmersche chronik 1, 276, 2. 617, 36 u. ö. in schwäb. quellen des 15. jahrh. auch waunt, wount (städtechr. 4, 304, 2. 306, 19).
II.
gebrauch. nach dem unter wahn bemerkten musz als die ursprüngliche bedeutung die von 'erwarten' angesehen werden, die ja auch im ags. und anord. deutlich ausgeprägt ist. im deutschen kommt sie weniger zur geltung, da von anfang an die bedeutung 'annehmen, meinen, vermuten' so überwiegt, dasz man geneigt sein würde, diese als grundlage zu betrachten, wenn nicht das subst. nötigte, von 'erwarten' auszugehen. von diesem weicht wähnen in der bedeutungsentwicklung auch darin ab, dasz die auffassung der annahme als einer unberechtigten nicht so allgemein geworden ist wie bei wahn und die bedeutung 'vermuten' wenigstens in der dichtersprache noch jetzt lebt.
1)
wähnen als 'erwarten'.
a)
im ahd. tritt das wort mehrfach für 'sperare' ein: spero, wannu Steinmeyer-Sievers gl. 1, 547, 22 (aus dem glossar Ja), sperate, wannet 2, 638, 64 (aus den Vergilglossen); ferner in den Murbacher hymnen, im Tatian und bei Notker: wir wandon joh daʒ er Israhelin solti irlosen, et sperabamus quod ipse redempturus esset Israhel. ps. 68, 4; in werlte habint ir arbeîte, so newânent ir béʒʒeren dingis danne so er gehieʒ, unde sînt doh frô an imo. 96, 12; úbilo tûo: beʒʒeres né wâne (erwarte nicht. dasz andere gegen dich besser handeln). Müllenhoff-Scherer denkmäler 27, 1, 11 (aus der logik). auch im mhd. von der erwartung, dasz etwas günstiges eintreten werde:
swester, ditz ungemach
daʒ sol dir got verbieten.
ich wânde mich genieten
grœʒers liebes mit dir.
swester, dû bist mir
ze ungnædiges muotes.
Hartm. v. Aue Iwein 5642;
sus (mit den worten) wânden sî die süeʒen
gesweigen an der selben stunt:
dô was ir wille in vil unkunt.
armer Heinrich 554;
mit sô getânen dingen
wând er sich ze fristen.
Ottokar österr. reimchr. 86167 Seemüller;
sie fuoren ûf dem wilden sê
in frôlîchem muote.
dô wânden die helde guote,
daʒ in sô wol solde ergân.
herzog Ernst B 3918;
als scheir si dardurch (das loch in der stadtmauer) quamen,
ir sulge herberge namen,
si voren in hus unde in schuren,
si wainden guder eventuren.
G. Hagen reimchr. 5617;
noch bei Diefenbach gl. 546ᵃ sperare, wenen. auch im nhd. kann wähnen von einer hoffnung stehen, aber fast nur dann, wenn man mit unrecht auf ihre erfüllung rechnet: Carino schlug vor, man möge es mit Paris versuchen, wo er als virtuose zu glänzen wähnte. Holtei vagabunden⁹ 483. sonst ist dieser gebrauch des wortes ungewöhnlich:
ach! dürft ich wähnen,
dasz bald im wechsel jener morgen tage.
Tieck ged. (1834) 1, 174.
s. auch den inf. wähnen als 'hoffnung'.
b)
noch weniger deutlich tritt wähnen als 'befürchten' hervor. dieser begriff macht sich nur nebenher bei wähnen als 'vermuten' oder 'falsch annehmen' geltend:
unde virsciede er ân erben,
sô wâneden sê irsterben;
weme sie dan die krônen
solden geben zô Rôme?
könig Rother 30;
do begunden aber die herren klagen
ir jâmerlich ellende.
sie wânden nemen ir ende.
herzog Ernst B 4388;
der eber tett vil manigen streich
in den boume mit den zenen,
das der gebure beguͦnde wenen,
der boume wolte fallen nider.
H. v. Bühel Dyocletianus 1512;
man hat uns von dem grab gejait ...
wıͤr waͤnn, das der man
werleich von dem tod welle erstan.
Erlauer spiele 5, 316 Kummer.
2)
auch wähnen als 'verdacht schöpfen, beargwöhnen' ist frühzeitig zurückgetreten. doch weisen ahd. glossen auf diese bedeutung hin: suspicatus est, wanta. Steinmeyer-Sievers gl. 1, 290, 73; suspicabantur, wanton. 1, 290, 34; suspicetur, wanne. 1, 290, 64 (aus Ib. Rd.); suspicor, wanno, wannu. 2, 269, 12. 13. im mhd. geht diese bedeutung in der von 'vermuten' auf. mit adv., ane, zuo wænen:
under dirre stunde
hæte si (Isolde) und ir amîs
ir kurzewîle manege wîs,
ir wunne spâte unde fruo.
wan niemen wânde niht derzuo,
dane dâhte weder wîp noch man
deheiner slahte undinges an.
G. v. Straszburg Tristan 12692;
mîn frouwe und mîn hêr Tristan
die wænet man ze undingen an
und sint an keiner wârheit
noch überkomen noch überseit.
15372.
daneben steht arcwænen, das im nhd. die bedeutung völlig an sich reiszt. ungewöhnlich als trennbar aufgefaszt:
hierauf erwiedert ihr (Juno) Zeus Kronion,
der wolkensammler: immer wähnst du arg!
vermeszne, nie bin ich verborgen dir!
Bürger 149ᵃ (Ilias 1, 790).
3)
die bedeutung 'meinen, annehmen, vermuten' tritt in ahd. denkmälern seit dem 8. jahrh. auf (im Isidor, in der Benedictinerregel, im glossar Rd. Ib. u. s. w., wâniu 'forte' im Keronischen glossar); nach Graff 1, 860 steht das wort für opinari, putare, censere, arbitrari, aestimare. die bedeutung steht auch später so im vordergrund, dasz die älteren bedeutungen kaum mehr zu erkennen sind. Diefenbach gl. 44ᶜ arbitrari, 210ᶜ estimare, 397ᶜ opinari, 457ᶜ presumere, 474ᵇ putare, 493ᶜ reputare, wenen, wänen; Teuthonista 31ᶜ dencken, wenen, meynen, cogitare, 57ᵈ meynen, wenen, ghissen, existimare. die gleiche begriffsbestimmung findet sich in den wörterbüchern bis auf Adelung, wobei erst im 18. jahrh. nebenher auch der begriff der irrigen, willkürlichen annahme (4) zur geltung kommt: wehnen, opinari Dasypodius 454ᵃ; wänen, ausz dem won haben, percipere opinione, opinari. Maaler 481ᶜ; wähnen, meinen, pensare, credere, giudicare, estimare. Hulsius 274; wähnen, vermeinen, glauben. Krämer 1205; wehnen, opinari, arbitrari, praesumere, reri, putare, censere, conjectare, existimare. Stieler 2468; wähnen (als veraltet), dafür halten, penser, être d'avis, conjecturer, présumer. Rädlein 1026; wähnen, es meinen, dafür halten, to mean, presume, suppose, think, guess or believe something. Ludwig 2367; wähnen, meinen. vermuten, sich lassen beduncken, sich einbilden. Kramer (1719) 497; wähnen, opinari, delabi in opinionem. Kirsch 2, 378; ich wähne, opinor, sententiam foveo. Steinbach 2, 1023; wehnen, putare, existimare. Frisch 2, 430; wähnen, penser, croire, présumer. s'imaginer. Rondeau. Adelung dagegen bezeichnet 'dafür halten, meinen, glauben, im weitesten verstande' als 'eine im hochdeutschen veraltete bedeutung, worin es aber in den ältern oberdeutschen schriften häufig vorkommt'. Campe ist mit recht von dieser bestimmung Adelungs wieder abgewichen, und tritt für wähnen in der 'allgemeinern bedeutung und in nicht schlimmen verstande' ein, denn das wort kommt in der von Adelung verpönten verwendung thatsächlich bei den besten schriftstellern, namentlich bei Göthe, vor. selbst in der neuesten zeit wird es noch so gebraucht, allerdings nur im gehobenen stil, dem wähnen überhaupt jetzt allein eigen ist.
a)
wähnen kann 'beabsichtigen, vorhaben' sein, eine bedeutung, die der ursprünglichen von 'erwarten' nahe steht, aber auch aus 'im sinne haben' abgeleitet werden kann:
oba thû scowôst thaʒ muat,   thanne nist thaʒ wort guat,
wanta wântun harto thes,   thaʒ sie imo bâtin ubiles.
Otfrid 3, 20, 140;
der durst hete si (die thiere) dare brâht.
des waʒʒers wânden si sih laben.
Lamprecht Alexander 4976 Kinzel;
ir wâret unwîse,
daʒ ir daʒ paradîse
wândet irvehten.
7187;
die rehten pfaffen warne, daʒ si niht gehœren
den unrehten die daʒ rîche wænent stœren.
Walther 10, 23;
der (Albrich) wânde sîne herren   rechen dâ zehant,
unʒ er die grôʒen sterke   sîd an Sîfride vant.
Nibel. 97, 3;
die kristen ouch an huoben
ze graben her enkegen.
mit stichen und mit slegen
wânden die behenden
die heiden widerwenden,
daʒ si iht grüeben hin durch.
Ottokar österr. reimchr. 49105 Seemüller;
in dem selven huis naemen si ir herberge ind deden ir oversten cleider uis ind wainden des nachtes dae zo bliven. städtechr. 13, 575, 9 (Köln 1499).
b)
wenn der gedanke an die ausführung von etwas nicht mit hereinspielt, bezeichnet wähnen ein meinen, und zwar vorwiegend auf eine blosze vermutung hin und ohne genügende sicherheit. das moment der unsicherheit kann aber auch zurücktreten, obgleich dies lange nicht so häufig wie bei dem subst. wahn (s. d. II, 3, b) ist. mhd. besonders bei ich wæne oder dem eingeschobenen wæn ich, wæn, das 'wie ich glaube, fürwahr' sein kann:
in einen rîchen pfelle   man den tôten want,
ich wæne man dâ iemen   âne weinen vant,
dô clagte herzenlîche   Uote, ein edel wîp.
und al ir ingesinde   Sîfrides wætlîchen lîp.
Nibel. 992, 2;
vil minneclîchen bitten   der recke dô began
die edelen küniginne,   si solte in hœren lân
waʒ si enbieten wolte   in Etzelen lant.
er wæn an ir niht auders   niwan lougen envant.
1193, 4;
daʒ übel wîp wider in sprach,
'wæn mir lieber nie geschach!'
Enikel weltchronik 27016 Strauch;
jo wene ich, do (im himmel) sint dusent jar
kurtzer danne ein halber tag.
Lutwin Adam u. Eva 72 Hofmann-Meyer;
das ich vor sorgen nit verswant,
das was ein wunder, als ich wen.
Herm. v. Sachsenheim mörin 491.
auch sonst gelegentlich (wegen wähnen wollen s. unten d, α):
welches jares daʒ gescehe,
an neheyner scrift ich daʒ spehe.
ich wil ouch wenen wol vor war,
daʒ Bruneswich dannoch icht so achbar,
noch vornomen an dhen landen were,
so iʒ sint wart wite mere;
dhes is iʒ lichte bleben
an dhen buchen umbescreben.
braunschweigische reimchronik 634;
die gassentretter und die göffel
die durch die nacht keyn ruͦw went han,
wann sie nit uff der gasseu gan.
Brant narrensch. 62, 5;
doch mac er ein sulchen (reichen) brûder zu eime commendûre senden, dâ man wenet, daʒ eʒ rehte kume den rîchen. statuten des deutschen ordens 100, 15 (gewohnheiten 13) Perlbach. wähnen als 'bedenken': wän waʒ du thust und wän waʒ darnach nachge. Ruprecht v. Freising bei Schmeller² 2, 920; besonders die, so aufgeblasen sind und nit wenend, wer si seigend. Joach. v. Watt deutsche histor. schriften 1, 31, 5 Götzinger.
c)
wähnen als 'ohne genügende sicherheit annehmen'.
α)
die bedeutung tritt klar hervor, wenn das wort in gegensatz zum wissen gestellt wird:
swaʒ mîn ouge rehte ersiht,
daʒ weiʒ ich unde wæne es niht.
ich wæne maneges daʒ man seit,
unʒ ich ervar die wârheit.
diu wârheit darf geziuges niht,
die man hœret grîfet unde siht.
Freidank 115, 23;
mich trouc der wân
der manegem nimt die sinne;
ich wânde und wolte wiʒʒen niht.
lobgesang 6, 9;
herr, der wænet der enweiʒ.
S. Helbling 8, 543;
er (gott) hât etelîchiu wunder an den engeln gemachet, der wir niht genzlîchen wiʒʒen und der wir wænen, wan swer eines dinges wænet, der weiʒ sîn niht für wâr. Berthold v. Regensburg 2, 175, 33; meint nit, das es einem hauptmann geburt, das er fremden augen glauben solt, wann er wissen und nit wänen solt. Livius bei Carbach (Mainz 1523) 151ᵃ; sol einer recht sein, er muesz wissen und nicht wänen. Aventin bair. chron. 1, 775, 6 Lexer; da der lügener nicht wehnet noch irret in der heubtsachen ... sondern selbs wol weis, das er leuget. Luther 8, 88ᵇ; der bott sol den graffen, freien oder herrn suͦchen inn seiner gewönlichen behausung oder hoffhaltung, das ist, do er sich gewönlich mit weib und kind enthelt. und soll sich eyn bott des vor wol erkünden, dasz er das wisz und nit wene. des heyl. römischen reichs ordenungen (Worms 1536) 155ᵃ; oder will (wie wir reden) wissen und nicht wehnen. Mathesius postilla 3, 13ᵇ;
das heilkraut, das Gawan
mit list und kühnheit ihm gewann
ich wähne, dasz es lind'rung schuf?
der erste ritter.
das wähn'st du, der doch alles weisz?
R. Wagner 10, 420 (Parsifal).
wissen und wähnen miteinander verbunden: das yede parthy schwere, das sy nit anders wisz noch wene, dann das ir sach uffrecht und guͦt sye. nüwe stattrechten der statt Fryburg 16ᵃ; dasz die ketzer ihr müntz kurtzumb ungezehlt, ungeurtheilt, und unpurgiert haben, und dise müntzmeisterin (die allgemeine kirche) weder wissen noch wehnen wöllen. Conr. Andreae antwort auff desz Heilbrünners keuschen papst (Ingolst. 1600) 15. wähnen steht auch im gegensatz zu dem, was man fest glauben oder als richtig erweisen kann: das kan kainer beständig glauben, not und tod drob leiden, wähnen mag ers wol ain zeitlang. S. Franck de vanitate 110ᵃ; wenen mag es einer wol, beweysen wirdt es keyner. kriegsbüchlin des friedes 101ᵃ; ein erkenntnisz, das die blose speculation nur wähnen, aber nicht geltend machen kann. Kant 2, 610. sprichwörtlich: wer wehnt, behilft sich lieber mit lügen und falsch als mit der warheit. Lehmann 528, 22; wehnen und duncken ist der blinden kuh spielen. derselbe bei Wander 4, 1742;
mich dünkt, ich wähn, ich acht, ich halt.
thut oft der wahrheit grosz gewalt.
Simrock 11159.
wähnen trügt wie der wahn trügt (oben sp. 615):
owê, owê, daʒ wænen
sô mangen stæten triuget,
dem süeʒiu red verklænen
die ougen kan, daʒ sîn gesihte liuget.
Hadamar v. Laber jagd 162.
β)
die bedeutung von 'vermuten, nach wahrscheinlichkeitsgründen annehmen' (auch in fällen, wo die vermutung richtig ist oder die frage, ob sie richtig ist oder nicht, nicht zur entscheidung gelangt) ist in der alten sprache durchaus überwiegend:
oba ouh ther bislipfit,   ther nachotan ni thekit;
waʒ wânist themo irgange,   ther anderan roubôt thanne?
Otfrid 5, 21, 10;
swenner nach erin strebit   unt sine diemuͦt bigibit
unt die herscaft giwinnit.   da er nach ringit,
so er denne minnist wanit,   der tot ime nahit;
sin ubermuͦt fellit,   der tot im bichrellit.
fundgruben 2, 80, 11 (genesis);
jâ wênit der ellende man,
daʒ her nimmer sô wole getô,
daʒ sieʒ alle vuͦr gôt
nimen, die in deme hove sîn.
könig Rother 2006;
mîn leben dunket mich sô guot;
und ist eʒ niht. sô wæne ichs doch (bilde ich es mir ein).
daʒ tuot mir wol: waʒ wil i's mêre?
Reinmar, minnesangs frühl. 153, 8.
namentlich bei der 1. sing. ahd. wânu, mhd. ich wæne, wæn 'ich nehme an, vermute, meiner meinung nach' mit einem abhängigen satz:
wânu sie iʒ intriatîn   int iʒ bi thiu dâtîn.
Otfrid 1, 27, 11;
dû hebest dih engegen mir sô grôʒe.
ich wæne, dû dih mir wil genôʒen.
kaiserchronik 2560 Schröder;
ich wæne ir nû vil wênic lebe,
die junc der erden rîchtuom
lieʒen durch des himeles ruom.
ich erkenne ir nehein.
W. v. Eschenbach Parzival 116, 22;
er tôre, er dunket mich niht wîse,
und ouch der sîn êre prise:
ich wæn si beide tôren sint.
Walther 22, 29;
disz ist nicht ain volck von menschlicher art; ich wene, dasz si der tewfel aus der helle her geschickt hat. Füeterer Lanzelot 245 Peter. ich kann im mhd. auch fehlen und wæne, wæn wird dann zu einer art von adverbium, das durch 'vielleicht, wol, wahrscheinlich' (vgl. schon ahd. wâniu, forte, im Keronischen glossar, Steinmeyer - Sievers gl. 1, 148, 17, wâno, fortasse, bei Notker, Graff 1, 862) oder 'gewiss, fürwahr' (vgl. oben 3, b) wiedergegeben werden kann; es wird häufig in den satz (in conjunctivischer oder indicativischer form) eingeschoben:
sie gênt sô rûnande
beide ûʒ unde în,
wêne wir in iecht dancnême sîn.
könig Rother 1234;
wæn aber mîn guoter klôsenære klage und sêre weine.
Walther 34, 33;
wir wæne unmære geste   bî dem Rîne sîn.
Nibel. 1013, 3;
saget mir, hêr Hagne,   war ist der verge komen?
iwer starkeʒ ellen   wæn im den namen hât benomen.
1507, 4.
im nhd. tritt die bedeutung zwar entschieden hinter 'falsch annehmen' (4) zurück, kommt aber bis in die neueste zeit vor: ich hätte nicht gewehnet, dasz es so gehen sollte, non putavi futurum. es ist anders gegangen, als du gewehnet hättest, aliter cecidit res, atque opinatus sis. Stieler 2468; da ... wir in Adria furen umb die mitternacht, wehneten die schiffleute, sie kemen etwa an ein land. und sie senckten den bleywurff ein, und funden zwenzig klaffter tieff, und über ein wenig von dannen, senckten sie aber mal, und funden funffzehen klaffter ... da es aber tag ward, kandten sie das land nicht. eines anfurts aber wurden sie gewar. apostelgesch. 27, 27; ich schweige, nur die frohe ahnung muss ich euch hinhalten, ich mag gern wähnen, und ich hoffe, dass das ewige schicksal mir das zugelassen hat, um uns fester an einander zu knüpfen. Göthe briefe 2, 200 (1774) Weim. ausg.; Wagner. Faust ..., ich fürchte mehr für dich in dieser lage, als alle deine übrige freunde nicht wähnen ... Fr. Müller Fausts leben I, 39, 31 neudr.; in dem geschenke des apfels liegt tiefer verborgener sinn; wer vermag ihn aber auszugraben als die kluge jungfrau, die ihn darein verborgen hat? ich wähne, der apfel sey eine betrügliche frucht, die an dem baume der zwietracht gereift ist. Musäus volksmährchen 3 (1805), 83; erblickte bald darauf badende nymphen im weiher, welche mit groszer unbefangenheit im wasser scherzten, ohne zu wähnen, dasz sie von den augen eines spähers belauscht würden. 182; wenn seiner mutter gedacht wurde, deren er sich aus den ersten monden seiner kindheit zu erinnern wähnte, wie eines glänzenden traums. Holtei vagabunden⁹ 5; so arg ist es wohl nicht! im schlimmsten falle wäre es (der tod des freundes) ein unglücklicher zufall, den ich herbeizuführen nie wähnen konnte! G. Keller 2, 66 (gr. Heinrich); 'mein kamarad', sagte leise zu mir der französische kapitän. ich wähnte, dasz er die zeit wissen wollte, ich drehte ihm die uhr hin. er lächelte, nickte schwach und schlosz die augen. D. v. Liliencron krieg u. frieden 62;
stieg ich (Adramelech) ins allerheiligste gottes, da fand ich die tafel
voll vom schicksal, das unsre künftige grösze verkündigt ...
aber ihm glaubte die hölle nicht, zwang sich umsonst, es zu wähnen.
Klopstock Messias 2, 335 (fehlt 1749);
mir hat kein genius, wo du warst, verraten,
und wo du jetzt bist, ich errat es nur.
ich wähne dich in jenem sitz der Pieriden,
der bergumschlossnen malerischen stadt.
Platen 40 (verm. ged.).
wähnen von betrachtungen, die angestellt werden, speculieren: so mustu dich unterrichten lassen ausz der natur, deren Albertus, Thomas, Aristoteles, Avicenna, Actuarius etc. kein verstandt anderst dann (durch?) speculieren, das ist wenen, gehabt haben. Paracelsus 2 (1589), 90; dasz ich von grund aus anfangen müsse alles bisher gewähnte wegzuwerfen und das wahre in seinen einfachsten elementen aufzunehmen. Göthe 54, 286 (gesch. d. farbenl.). vgl. auch unten über etwas wähnen.
γ)
wähnen 'meinen, vermuten' wird im mhd. mit dem genetiv verbunden, noch nicht mit dem accusativ (doch s. einen bestimmten fall unten 5, b), während im nhd. diese verbindung vereinzelt vorkommt: dieser als er den Timolion gesehen sein blutiges schwert abwischen, hat er gleich die warheit gewähnet. Bucholtz Herkules (1676) 1, 351ᵇ; er horchte hoch auf, sahe niemand, wähnte eine täuschung. Musäus volksm. 2 (1805), 40;
um einen traum
sich so betrüben! ...
wer wird gleich schier
das schlimmste wähnen?
komm! lasz die thränen
abtrocknen dir!
Göckingk 1, 243;
stehe greis mit deinem rosse!
hast für heut genug geritten,
und für immer; steig herunter!
wähntest nicht so schlimme grüsze,
bist in arge hand gefallen!
Kopisch (1856) 1, 20.
von, über, um etwas wähnen: daʒ mich grosz wunder nimpt, wer du syest, daʒ du also woll von dir selben wenst (eine so gute meinung von dir hast) und dir selben als woll getrüwest; won du redest als hoffertenklich von dir selben. deutsche volksbücher 282, 10 Bachmann u. Singer; ja was ich von mir selbst hoffen und wähnen konnte, hatte er (Herder) mir dermaszen verkümmert, dasz ich an meinen eignen fähigkeiten zu verzweifeln anfing. Göthe 26, 8 (a. meinem leben 11);
die dame war völlig angezogen
die auf dem ruhebettlein lag, ...
unmöglich war's von ihrer schönen
gestalt das mindeste nur zu wähnen.
Wieland 21, 43 (Gandalin 3, 64);
eine rose, süsze jungfrau, dir,
in der knospe nach dem licht sich sehnend.
ach! wie viel in kindlicher begier
von dem künftigen sonnenleben wähnend!
Arndt ged. (1860) 146;
was ich über jene baukunst gedacht und gewähnt hatte, schrieb ich zusammen. Göthe 26, 98 (a. meinem leben 12); dasz er uns nachricht gebe, wie die phänomene nach und nach bekannt geworden, was man darüber phantasirt, gewähnt, gemeint und gedacht habe. 52, xvii (zur farbenl. vorw.);
wie wahnhaft ihr umranktet
der dinge sein und kraft;
mehr wähntet ihr und zanktet
um gottes eigenschaft!
Voss 5, 45.
δ)
der übergang zu der bedeutung 'mit unrecht annehmen' zeigt sich in verbindungen, wie falsch, irrig u. dgl. wähnen:
wie irrig wähnest du:
aus liebe gehöre das mädchen dir zu.
Göthe 5, 56 (divan).
auch das entgegengesetzte recht wähnen kommt früher vor: halte ich gänzlich davor, aus tausend Markomiren könne man nicht einen einzigen Herkules schmieden, welches ich zu dem ende andeute, weil aus groszfürst Herkules wehemühtiger bezeigung wegen des verlustes der fräulein ich einer starken liebe vermuhten bin. ... die königin ... sagte zu ihm: mein Krokus, es ist auch mein lieber sohn Herkules wegen des gesprochenen lobes verpflichtet, und da ihr recht wähnen soltet, währe er euch zwiefach schuldig. Bucholtz Herkules (1676) 341ᵇ; wähne ich recht, so ist Gutall dein liebhaber. C. F. Weisze lustsp. 1, 279. sicher wähnen: mustens denn, wie wir aus dem geist und herzen unsrer zeit so sicher wähnen, nichts anders als betrüger und bösewichter seyn, die dergleichen (religiöse) ideen aufdrangen, arglistig erdichtet hatten, und argwüterisch miszbrauchten? Herder 5, 485 (auch eine philosophie) Suphan.
d)
einige seltenere gebrauchsweisen, in denen wähnen noch die ältere bedeutung haben kann, meistens aber schon die jüngere hat, mögen hier zusammengefaszt werden.
α)
bis ins 16. jahrh. begegnet wähnen wollen in besonderer bedeutung. ich will wähnen ist 'ich habe anlasz anzunehmen' (oder 'fälschlich anzunehmen'), 'ich bin natürlich der ansicht' (oder 'der falschen ansicht'):
sînen sun er sande
sô verre in fremdiu lande,
daʒ er des wolte wænen
daʒ ern niemer mêre gesæhe.
Tobiassegen (bei Müllenhoff-Scherer denkm. 47, 4) 4;
die boume wageten vil harte,
daʒ si (die darauf sitzenden leute) wenen wolden,
daʒ sie iezu vallen solden
an der stunde
in daʒ vreisliche abgrunde.
Paulus 31 Kraus;
die boten sach er (Ortlieb) gâhen.   dô sprach er sâ ze hant:
'dort rîtent liute nâhen,   die hât nâch uns gesant
Hilde mîn vrouwe,   ir helde vil vermeʒʒen.
nû wil si des wænen,   daʒ wir der herverte haben vergeʒʒen.
Kudrun 1097, 4;
dô daʒ alleʒ was ergangen
und er des wænen wolde,
daʒ er varen solde
frôlich von danne,
dô wart im bî des bâbstes banne ...
vesticlich geboten,
daʒ im verboten und verspart
von Rôme wære diu vart.
Ottokar österr. reimchr. 11745 Seemüller;
was vertraw ich eim solchen weib
und wag hierinn das leben mein?
wil wenn, sie hab mich lieb allein;
so bulen mit ir unser zwen.
Hans Sachs 17, 21, 17 Keller-Götze;
dô wart der keiser zornic und wolde wenen, si tête iz mit zoubernisse. mystiker 1, 64, 8; do die marggrafischen daʒ sahen, da schickten sie etlich gereisig bei dem Altenberg über die Rednitz her gegen der stat bisz gen sant Johans, daʒ man wolt ween, es wern unserr leut an dem herein zihen. städtechr. 2, 181, 3 (Nürnberg 1449); der von Mailand ... samet sich mit groszer macht und zoch für Bern und warf hertzog Steffans baner auf. do wolten die von Bern wänen, es wer hertzog Steffan und tätten im auf. Zinks Augsburger chronik, städtechr. 5, 43, 31; clopfet an, hiesz im auf tun: er preht dem herrn das; da het der Hainlein neur seinen alten vater darinn, der wolt wenen, es wer war und tet im auf. städtechr. 11, 344, 16 (1475); so der bilger von hinnen wolt faren, und des tüfels steklin für synen rechten stab erwüscht, so er denn wolt wenen, er het sinen rechten stab, und went er wolt gar sicher sin ... so hatt er ein betrügliche hoffnung. Keisersberg bilgersch. 35ᵇ; und sagte, ich will wehnen, ich sey darum hie, dasz ich reiten soll. Götz v. Berlichingen 49; ritt ich mit, wolt wehnen, ich wehr, wie vorgemelt, darum da. ebenda; also wolt ich wehnen, ich führ in ... meines vettern herberg, so kam ich aber zu ermeltem Christophen von Gieg. 76.
β)
in der älteren sprache wird wähnen auch gelegentlich von dingen gebraucht als 'den anschein haben' (namentlich fälschlich), auch mit persönlichem dativ:
unser bluome der muoʒ vallen
so er allergrüenest wænet sîn.
Hartm. v. Aue armer Heinrich 111;
ern mohte ir niht zuo gesprechen:
im wânde sîn herze brechen
daʒ er si hôrte unde sach.
Stricker das bloch 12;
so dir der bauch ist wie ein trumm,
gespant, gestreckt und auszgedent,
dasz er dir ietz zerspringen went.
Scheidt Grobianus 936;
wye ist es ain so betrogen ding alles das in diser welt mynneklichen scheinet und ettwas waͤnet sein. Suso (Augsburg 1482) 2, 16ᵃ.
γ)
vereinzelt bleibt der unpersönliche gebrauch, mir wähnt nach mir dünkt:
er sahe durch die thränen den andern (ring) an, und fast
wollte dabei ihm wähnen, als ob dieser sei verblasst.
Rückert ges. ged. 3, 508 (1837).
4)
die bedeutung 'falsch annehmen' tritt schon bei Notker häufig hervor: ih scêide mih fóne diên, diê in állen werltgescíhten dina providentiam (fóresiht) nebechennent unde siê wânent alliû dinch témere geschêhen unde fortuito. ps. 59, 2. im mhd. ist sie sehr verbreitet, doch läszt sich ihre ausdehnung schwer abgrenzen, da auch in fällen, wo die annahme thatsächlich unrichtig ist, das wort meist als 'meinen, glauben' genommen werden kann. es musz im einzelnen nach dem zusammenhang abgewogen werden, ob das wort wol schon als 'falsch annehmen' empfunden wurde. vgl. z. b.:
war denchen wir verworhten,   daʒ wir got niht enfurhten?
wænen wir daʒ er niht erchenne   unsir gedanche anegenge,
wir mugen in niht betriegen   mit unserem liegen.
genesis 20, 3 Diemer;
mîn herre ist vür sich einen tôt:
wænt ir daʒ elliu vrümekheit
mit im ze grabe sî geleit?
zwâre des enist sî niht.
Hartm. v. Aue Iwein 1933;
der (seneschal) kumt morgen dâ her widr,
und wænet daʒ ter hêrre sîn
süle ligen an dem arme mîn.
ir sâht wol mînen palas.
der ninder sô gehœhet was,
ine viel ê nider in den grabn,
ê Clâmidê solde habn
mit gewalt mîn magetuom.
sus wolt ich wenden sînen ruom.
W. v. Eschenbach Parzival 195, 19;
der knappe wânde, swaʒ er sprach,
eʒ wære got.
122, 21;
und dis spil (schach) wart zuͦ Babilonie gemaht also vor geseit ist, und nüt vor Troeye also etliche wenent. Königshofen, städtechr. 8, 283, 14. auch bei Luther tritt die bedeutung schon vielfach deutlich hervor: ihr solt nicht wehnen, das ich komen bin, das gesetz oder die propheten auffzulösen, ich bin nicht komen auffzulösen, sondern zu erfüllen. Matth. 5, 17; ir solt nicht wehnen, das ich komen sey, friede zu senden auff erden, ich bin nicht komen friede zu senden, sondern das schwert. 10, 34; denn diese sind nicht truncken, wie ir wehnet, sintemal es ist die dritte stund am tage. apostelgesch. 2, 15; ich sage aber mal, das nicht jemand wehne, ich sey töricht. 2 Cor. 11, 16. in den wörterbüchern hebt sich die jüngere bedeutung anfangs nicht deutlich von der älteren ab. doch hat schon Maaler 481ᶜ: du wänsts, du bist beschissen und betrogen, frustra es, falsus es. auch im 18. jahrh. (oben sp. 652) wird noch zunächst die alte bedeutung angegeben und die von 'sich einbilden' u. dgl. kommt nur nebenher zur geltung, bis dann Adelung den entscheidenden, aber übers ziel hinausschieszenden schritt thut die bedeutung 'auf eine irrige, ungegründete art dafür halten, aus irrigen gründen muthmaszlich schlieszen' für 'nur noch allein üblich' zu erklären, wobei er übrigens bemerkt, das wort fange auch in dieser bedeutung an weniger gebraucht zu werden. in der that ist es jetzt aus der umgangssprache verschwunden, hat aber noch seine volle daseinsberechtigung im höheren stil.
5)
verbindungen, in denen wähnen erscheint. (beispiele schon im vorausgehenden, namentlich bei der bedeutung 'meinen' unter 3.)
a)
wähnen mit dem genetiv beschränkt sich auf die ältere sprache. wie schon im ahd. (beispiele s. oben 1. 3, a) kommt es auch im mhd. vor, allerdings am häufigsten bei den formen des und wes:
diu ros sult ir lâʒen   dester samfter gân,
daʒ des iemen wæne,   wir fliehen ûf den wegen.
Nibel. 1533, 3;
Taira hieʒ der zênde,
der genzlich des wênde,
Silvester konde nimmê.
passional 83, 26 Köpke;
wes wênet Alexander?
Straszburger Alexander 6929 Kinzel.
sonst beschränkt:
si wânden der mære,   daʒ eʒ der künek wære
oder Rüedegêr der rîche.
klage 1370;
an einem scheffe was ein Flander:
sam die ander des tôdes wânder,
daʒ er in der freise belæge.
Servatius 3248;
heimit began der rait gescheiden
und wainden der soinen van in beiden.
G. Hagen reimchronik 4440.
b)
dagegen ist anknüpfung eines einfachen acc. nie recht üblich gewesen. im mhd. kommt er vor bei anschlusz eines weiteren satzes mit dasz:
daʒ ich ie wânde daʒ iht wære, was daʒ iht?
Walther 124, 3;
jeme der da nicht inhat, ouch daʒ man wenit, daʒ her habe (vulg.: quod videtur habere) daʒ sal von ime genuͦmen werden. Beheims evang. Matth. 25, 29; daʒ er sinem brudere den schatz gulde den er wonte daʒ ern vorlorn hette. altd. predigten 1, 359, 15 Schönbach. im nhd. ist er nur bei das, was allgemein üblich:
dich täuscht deines wunsches ungestüm,
zu vernehmen, was du wähn'st.
R. Wagner 7, 46 (Tristan und Isolde).
sonst ungewöhnlich (am häufigsten bei der bedeutung 'vermuten', s. oben 3, c, β):
ungeweihter ist keiner, als wer von dem morde den wahn wähnt,
ihr (der freiheit) zu opfern, zuck' er das schwert.
Klopstock 2, 146 (die verwandlung);
schwebt unversucht alsdann vor mir
der wollust süszer angel,
so härmt sie sich noch ärger schier,
und wähnet liebesmangel.
Bürger 103ᵃ;
ziehn die segel, ziehn die hohen wolken,
jauchzen an dem ufer alle freunde
hoffnungslieder nach, im freudetaumel
reisefreuden wähnend, wie des einschiffsmorgens,
wie der ersten hohen sternennächte.
Göthe 2, 75 (seefahrt).
c)
häufiger ist wähnen mit einem doppelten acc. ganz eingebürgert ist die verbindung, wenn der zweite, prädicative acc. durch ein adj. oder part. gebildet wird, was schon bei Notker vorkommt: trúhten der starcho unde der máhtigo, den du wândost infirmum (posin), o Judee, dô dû ín in cruce gesâhe. ps. 23, 8. in der mhd. und der früheren nhd. zeit bleibt es vereinzelt:
der Sahsin wankeliʒ muot
dedimo leidis genuog:
sor si wând al ubirwundini,
sô wârin simi aver widiri.
Annolied 323;
wie die gelerten narren sindt,
und sindt all samen so verblendt,
das sich ein yeder witzig wendt.
Murner narrenbeschw. 5, 80.
seit dem 18. jahrh. häufig:
ihr wähnt ihn erstanden.
Klopstock Mess. 14, 967;
zu wein und liedern wähnen die thoren dich
allein geschaffen.
werke 1, 17 (Wingolf 6, 65);
zwar wähnten dich die streiter zum reihentanz,
zum scherz und spiele tüchtiger, als zum kampf.
Ramler 2 (1801), 194;
sie wähnt' sich's von gott geheiszen,
trotz verblutung oder schmerz,
von dem meinigen zu reiszen
ihr im einverwachs'nes herz.
Bürger 43ᵇ (elegie);
wähnst du allein dich in der schöpfung?
Herder 29, 207 Suphan;
ich hole die rosige tochter des Brises
selbst mir aus deinem gezelt, dein ehrengeschenk; dasz du lernest,
wie viel höher ich sei als du, und ein anderer zage,
gleich sich mir zu wähnen, und so zu trozen ins antliz.
Voss Ilias 1, 187;
mir nur verwehrte
Neleus, mitzugehn in den streit, und barg mir die rosse;
denn noch wähnt' er mich nicht zu kriegsarbeiten gewizigt.
11, 718;
der miszversteht die himmlischen, der sie
blutgierig wähnt.
Göthe 9, 24 (Iphig. 1, 3);
der götter worte sind nicht doppelsinnig,
wie der gedrückte sie im unmuth wähnt.
9, 29 (2, 1);
dort (in Tenedos) birgt der Griechen heer sich auf verlasznem sand.
wir wähnen es auf ewig abgezogen,
und mit des windes hauch Mycenen zugeflogen.
Schiller 6, 348 (zerstörung Trojas);
ist's möglich? ...
so nahe find' ich einen freund und wähnte mich
verlassen schon von aller welt.
12, 417 (M. Stuart 1, 6);
wenn ihr mein gesang gefällt,
wähn' ich mich den groszen meistern
edler dichtung beigesellt.
A. W. v. Schlegel 1, 13;
schon im lande der verklärten
wacht' er auf und mit verlangen
sucht er seine süsze freundin,
die er wähnt vorangegangen.
Uhland ged.² 291 (Durand);
zweifel immer hat zu messen,
wähnet immer was vergessen.
Rückert ges. ged. 4, 366;
wir würden uns noch voll gesundheit wähnen,
wenn uns der wurm schon nah am herzen säsze.
Immermann 17, 80 Hempel (trauersp. in Tirol 3, 2),
schien nicht sein (des baumes) schönes leben werth der dauer,
und starb es hin, ist's minder werth der trauer,
als mein gedanke, der sich ewig wähnt?
Lenau ged. 1, 233 (1857);
wer seine schranken kennt, der ist der freie,
wer frei sich wähnt, ist seines wahnes knecht.
Grillparzer 6, 195 (Libussa 3);
sie schauten in den spiegel ein
und ordneten die mützchen fein;
denn sei ein madchen noch so klein,
es mag sich gerne zierlich wähnen.
A. v. Droste-Hülshoff werke 2, 298;
dann kehrte, selig in des grals geleite,
dein bruder wieder, den du todt gewähnt.
R. Wagner 2, 148 (Lohengrin);
mit schaam und grauen leg ich (Moor) hier diesen blutigen stab nieder, worunter zu freveln ihr euch berechtiget wähntet. Schiller 2, 202 (räuber 5, 2); wer in der that nicht mehr ist, als ein glied in der kette der erscheinungen, der kann wohl einen augenblick sich frei wähnen, aber seinem strengern denken hält dieser wahn nicht stand. Fichte reden an die deutsche nation 234; oder wie sie (andere dichter) mit der gelehrten balancierstange auf dem hochgespannten seile halsbrecherischer exotischen verskünste sich wunder etwas wähnen vor dem staunenden laienpublikum. Conrad gelüftete masken 135. statt des zweiten acc. kann auch ein relativsatz stehen:
erschlaffung deucht des menschensinns entfaltung;
man wähnt natur, was roh sich hebt und wild.
Voss 5, 75.
seit dem ende des 18. jahrh. kommt es auch vor, dasz als zweiter acc. ein subst. steht, indem wähnen die bedeutung 'für etwas halten, ansehen' annimmt, doch wird der gebrauch als poetische freiheit empfunden:
der vater wähnet Hippodamien
die mörderin.
Göthe 9, 17 (Iphig. 1, 3);
Iphig. unseliger, du bist in gleichem fall,
und fühlst was er, der arme flüchtling, leidet.
Orest. was sagst du mir? was wähnst du gleichen fall?
9, 49 (3, 1);
säh' ich nicht der wonne zähren
deiner mutter blick verklären,
wähnt' ich dich ein götterkind.
A. W. v. Schlegel 1, 255;
Alkmene (zu Jupiter, der in Amphitryons gestalt erscheint).
Amphitryon! du scherzest. wenn das volk hier
auf den Amphitryon dich schmähen hörte,
es müszte doch dich einen andern wahnen,
ich weisz nicht wen?
H. v. Kleist 1, 344 (Amph. 1, 4);
ich kehre wieder, liebchen, um ein kleines,
jedwedes abentheuer, zug vor zug,
das mir begegnete, dir mitzutheilen ...
und du, im süszen wahnsinn der gedanken,
ein zeuge dessen wähnen wirst du dich.
3, 364 (die beiden tauben);
wer nie mit wilder faust
an die eherne glocke geschlagen,
worin der geist gefangen haust,
der hört noch nicht die stunden schlagen ...
der wähnt sich gott
und möcht dem weltall tagen.
Arnim 19, 307;
was du empfindung wähnst, ist nur gedanke.
Grillparzer 6, 247 (Libussa 5);
... du warst uns ewig feind;
und magst du bündner auch dich wähnen:
von herzen hast du's nie gemeint,
es taugt der Deutsche nicht zum Dänen.
Geibel 1, 225;
alle aber, so sich stark dünkten, wähnten sich selbst ein werdend reich und den kaiser für den ärgsten feind. Jahn merke 66. auf wähnen mit dem doppelten acc. beruht der gebrauch des part. gewähnt bei Klopstock:
... nun stehet es (mein maal) da,
und spottet der zeit, und spottet
ewig gewähnter maale.
2, 44 (an freund u. feind);
denkt euch den kupferstich von einem gemälde, der ähnlich
wäre 'ner gallischen dollmetschung aus dem dichter Achäa's,
eben so gäbe wie sie des eigenen, eben so nähme,
und das gelassene dann in gewähnter verschönerung zeigte.
7, 320 (epigr. 4).
d)
an den acc. kann sich auch ein locales adv. oder eine mit einer präp. angereihte bestimmung schlieszen:
doch heb', erwachsen nun, der mensch die stirne,
hör auf, was in ihm, auszer sich zu wähnen.
A. W. v. Schlegel 1, 363;
wenn er
in seinem arm dich wähnte, lagst du an
Amphitryons geliebter brust.
H. v. Kleist 1, 382 (Amph. 2, 5);
wer über den partei'n sich wähnt mit stolzen mienen,
der steht zumeist beträchtlich unter ihnen.
G. Keller 10, 30;
ach! sie trachten
nach der ferne,
wo sie wähnen
schönre sterne.
Tieck ged. (1834) 1, 2.
ungewöhnlich zu etwas wähnen 'für etwas halten':
oder wirst du betäubt zu nächten sie (die tage) wähnen, und schlummern
und gedankenlos ruhn?
Klopstock 1, 30 (an Ebert 61; ausg. 1771: für nächte sie halten).
für etwas wähnen kommt in dieser bedeutung schon im mhd. vor und auch später:
ich chund mit sinn nie geporn
in deiner weysshait tzymmerbant.
waʒ ich ye für seyden bant,
daʒ waʒ tzwirm; ich tummer tor
chloph an deiner parmung tor.
Suchenwirt 44, 52 Primisser;
ich wollt' sonst schnell von hinnen eilen,
und in dem wald mit den wölfen heulen,
wenn ihr euer unselig geschick
wolltet wähnen für gut und glück,
eure kleider, die euch beschimpfen,
mir als vorzug entgegenrümpfen.
Göthe 13, 90 (Satyros).
als etwas wähnen: es scheint uns zwar oft gar etwas verächtliches um die bestimmung der mancherlei wesen, die zugleich mit uns die erde bewohnen; wir wähnen auch wohl uns selbst als letzten zweck des daseyns aller dinge um uns her. G. Forster ansichten vom Niederrhein 2, 198; sie halten ihr undeutsches wesen für ein weltbürgerliches seyn ...; so wähnen sie sich als staatsweise, als umgieszer aller alten gestaltungen. Jahn merke 49;
keiner darf sich selbst vertrauen,
oder sich als weise wähnen.
Tieck 1, 13 (Octavian).
e)
an wähnen kann sich ein nebensatz schlieszen, dessen verbum im conjunctiv steht:
ni wânu, si ouh thes thâhti,   thaʒ siu sia thara brâhti.
Otfrid 3, 11, 10;
maneger wænet, der mich siht,
mîn herze si an fröiden hô.
Walther 117, 1;
ouch wæn ich in betwunge
diu vil wegemüdiu nôt,
daʒ er nam daʒ man im bôt.
Hartm. v. Aue Iwein 5586;
wir, wæne, unmære geste   bî dem Rîne sîn.
Nibel. 1013, 3.
ein ind. steht im mhd. häufig nach ich wæne 'meiner meinung, überzeugung nach' (vgl. oben 3, b):
der eine im antwurte   mit ubelichen worten
'wer gap dich mir ze herren,   oder ze rihtære?
ich wæne du mir wil tuͦn   also gesteren vruo
der heidene chnechte.'
exodus 123, 19 Diemer;
ich wæn si rehte tâten.
Hartm. v. Aue Iwein 2400;
und ich wæne wol, si was sîn wîp,
ein vrouwe diu dâ vor im saʒ.
6450;
jâ wæn ich eʒ mir wol an stât,
daʒ ich got gelîch sî.
Enikel weltchronik 196 Strauch.
die anreihung eines conjunctivsatzes bleibt auch im späteren mhd. und im nhd. üblich:
ain herr für den ander dar
di sek des schatzes raumte;
igleicher wont, er saumte
sich tzu lang und eilte drat.
Suchenwirt 4, 98 Primisser;
wann mein vater wand, ich wär ze schuel,
so was ich an der loterfuͤr.
Erlauer spiele 4, 276 Kummer;
das gelt hat uns so gar verblendt,
das mancher böser lecker wendt,
hat er gelt, so hab er ere.
Murner narrenbeschw. 82, 72 neudr.;
ich bin so übel erschrocken gsyn,
das ich wondt, der tüfel fuͦrt mich hin.
schweiz. schausp. 1, 91, 1014;
si nummen roches hünerfleisch und punten das zu iren prüsten ... da nu Avares oder Huni dy junkchfrawen berürten, da wanten sy, es wär von art, das sy also stünkchen. Andr. v. Regensburg 597, 29 Leidinger; darnach uff den zinstag nach sant Katherinen tag, als man wende wol gelöschen habe, da ginge heiteres tags das selb füre us zuͦ Schopffen. Basler chroniken 5, 148, 6; der man findet schwacheyt und kranken mut am weibe, sie zörnet leichtlich, wänet immer, sie werde verachtet und nicht genug geliebet. Fischart ehez. 245, 26 Hauffen;
wan einer wähnt er steh, so musz er fürter gehen.
Simpl. (1669) 466 neudr.;
sie wähnte wohl, wenn sie des bruders ledig,
dann könnte sie als herrin von Brabant
mit recht dem lehnsmann ihre hand verwahren.
R. Wagner 2, 90 (Lohengrin).
nach präsensformen des verbums kann im nebensatz auch der ind. stehen, wenn der inhalt desselben besonders betont wird: mancher mischt sich in ein ding, und wähnt, er verstehts. Olearius Lokmans fab. 34 (1775).
f)
ebenso üblich wie die anreihung eines bloszen conjunctivsatzes ist die eines dasz-satzes, regelmäszig im conjunctiv: oda ni wanis thaʒ ih ni mugi bittan minan fater (an putas quia non possum rogare patrem meum). Tatian 185, 5;
sie sprâchun filu balde   'waʒ wânist thaʒ er werde?'
Otfrid 1, 9, 39;
ich wânde daʒ ich iemer bluomen rôt
gesæhe an grüener heide.
Walther 114, 32;
ich wande, daʒ si were ein maget; des han ich niht da funden. Schwabenspiegel, landrecht 173, 13 Gengler. zuweilen findet sich nach ich wæne im mhd. auch der ind. (vgl. oben sp. 654):
ich wæne daʒ er nicht entobt,
wer artet nâch dem vatter sîn.
Boner 65, 30.
auch im nhd. ist der conj. das gewöhnliche geblieben:
der rürt im wol den narrenbry,
wer wänet das er witzig sy
und gfelt alleyn im selber wol.
Brant narrensch. 60, 2;
in Italien, Deutschland ... wird eine tischgesellschaft von gerade 13 gästen für ominös gehalten; weil man wähnt, dasz alsdann einer von ihnen ... das jahr sterben werde. Kant 10, 206 (anthrop. § 37). doch findet sich nach präsensformen auch oft der ind.:
wähne nicht,
dasz was die säng'rinn singet, sie empfand;
dasz was der spieler spielet, er auch sey.
Herder 29, 143 Suphan;
wähn' ich wohl, wenn sie mich liebt,
dasz es noch was beszres gibt?
Göthe 3, 41.
g)
die unwirklichkeit des inhalts des nebensatzes äuszert sich gelegentlich darin, dasz er mit wie, als, als ob angeschlossen wird:
er helsete unde kuste
der kuchene geveʒe gar
und wolde wenen alvurwar,
wie eʒ weren die juncvrowen.
passional 33, 2 Köpke;
aber durch senfftigkeit wenen die kinder und laszen sich beduncken, wie sy allzeyt recht thuͦn und sey in alles zymmlich und erlawbt. Eyb eheb. 20, 29 Hermann;
da wähnt ich noch, als wäre der besitz
das einz'ge gut auf diesem lebensgang.
Platen 24 (lied. u. rom.);
ja der blinde wähnt von eignen ketten,
als ob teufel sie geschmiedet hätten.
Arndt ged. (1860) 394.
im älteren nhd. dient auch ob zur anreihung: o we wänstu ob du in habest erczürnet und ob er dich wölle lassen faren. Suso (Augsb. 1482) 2, 18ᵃ.
h)
seit Notker kommt es vor, dasz sich ein inf. an wähnen anschlieszt, wenn das subject des haupt- und nebensatzes dasselbe ist: diê ménnischen wânent wésen úbele, so siê in arbêiten sint. ps. 36, 18 (zusatz); ir wânint in habên irslagen, aber er slâfet. 40, 9 (zusatz). im mhd. kommt anreihung eines inf. (wobei häufig die bedeutung 'beabsichtigen' hervortritt, oben 3, a) oder inf. perf. häufig vor:
leides unde vorhten
wânedih wesen âne.
Lamprecht Alexander 4936 Kinzel;
Reinhart sprach 'wænet ir
mit senfte paradîs besitzen?
daʒ komet von unwitzen.
Reinhart fuchs 698;
wê wie getriwe ir knappen sît!
ir wænt verliesen disen man:
dem wirt ân iuch gemach getân.
W. v. Eschenbach Parz. 44, 13;
die Berteneise ir lobes rîs
wænent nû hôch gestôʒen hân.
221, 27;
ir kel, ir hende, ietweder fuoʒ,
daʒ ist ze wunsche wol getân.
ob ich da enzwischen loben muoʒ,
sô wæne ich mê beschowet hân.
Walther 54, 20;
swer ie liebeʒ wîp gewan,
der wænt der besten eine hân.
Freidank 104, 13;
der wenet stan, der sehe daʒ er niht envalle. Schmeller² 2, 920 aus einer hs.; do die vient wol acht tag an der Glatt vor úns gelagen und wir wanden gar sicher sin der statt ze Rappreswil, do brachent die vient ze angender nacht uf und zugent gen Rappreswil. chronik der stadt Zürich 74, 4 Dierauer; wer mich (die ewige weisheit) wänet nach wirdigkeyt volloben, der thuͦt als der dem wind nachjagt und den schatten ergreiffen will. Suso (Augsb. 1482) 2, 56ᵃ; er zaigt ir den vinger, daran er want den ring han. Füeterer Lanzelot 124 Peter. an stelle des seit dem 16. jahrh. nicht mehr üblichen bloszen infinitivs tritt der inf. mit zu, der im mhd. nur selten vorkommt und auch nhd. erst seit dem 18. jahrh. häufiger begegnet:
sin wânden niht zerwerben   alsô grœʒlîchiu sêr.
Nibel. 1413, 4;
und auch an dem egenanten hus, hofsach und gaertin und an waʒ darzu gehört gehebt haben oder waunden ze haben, verzigen (wir) ... für uns und für alle unser erben. monumenta boica 23, 280 (1391); als er getruncken het, ward er so kranck, das er wonde, sunder peicht zu sterben. Füeterer Lanzelot 164 Peter; o über mich narren, der ich wähnete die welt durch greuel zu verschönern. Schiller 2, 202 (räuber 5, 2); mein herz trat beim erröthen des ersten kusses sichtbar in meine augen — und sie empfand nichts? ... da mein glücklicher wahnsinn den ganzen himmel in ihr zu umspannen wähnte? 3, 450 (kab. u. liebe 4, 2); der seelenkranke ... wähnt das unbegreifliche zu begreifen. Kant 10, 231 (anthrop. § 50);
und eine gottheit sprach,
wenn ich zu reden wähnte.
Göthe 33, 248 (Prometheus);
wir wähnten lange recht zu leben,
doch fingen wir es thöricht an;
die tage lieszen wir entschweben
und dachten nicht ans end' der bahn!
G. Keller 9, 185.
i)
dagegen ist der acc. c. inf. nach wähnen im deutschen nie recht eingebürgert gewesen, sondern beruht hauptsächlich auf nachbildung lateinischer constructionen. er findet sich zuerst bei Notker: wanda er sînen rât wânda gân fúre gótes rât diû irráfsta er ín. ps. 62, 9 (zusatz). der mhd. dichtersprache fehlt er nicht ganz, gewinnt aber hier keine besondere ausdehnung:
si wânden in tôt wesen.
H. v. d. Türlin krone 20752;
die heiden alt und grîs ...
sprâchen zuo den kristen:
eʒ (ihr) wænet enc hie fristen
enkern got Jesum:
der mac enc dhein frum
mit sîner helf gesîn.
Ottokar österr. reimchr. 52074 Seemüller;
uf sante Stephanes sarc
viel si von geschichte
unde wande gar gerichte
iren man darinne sin.
passional 48, 14 Köpke.
in der frühnhd. übersetzungslitteratur tritt er auf, besonders wenn der inf. mit zu verbunden ist, und dies kommt auch in der späteren dichtung vereinzelt vor: erschrak, wenend den löwen noch alda syn. Steinhöwel Bocc. 56, 21 Drescher; du machest dir die gefölgig und naigig zuͦ dinem willen und gefallen. du wennest die ouch (wyle sy nit ander böser sitten vor underwisen ist) gantz aller diner sitten dir zedienen. N. v. Wyle translat. 136, 30 (nr. 6) Keller;
und wähnst du dich sein einziges zu seyn.
Herder 29, 205 Suphan;
du wähnst so sicher dich und klug zu sein,
so ganz der welt und dir genug zu sein?
Platen 75 (ghas. 50).
6)
wähnen bedeutet aber nicht nur 'falsch annehmen', sondern auch 'in einem zustand sich befinden, in dem man eines richtigen urteils überhaupt nicht fähig ist', z. b. in leidenschaften, traum, wahnsinn (vgl. wahn II, 7 als 'einbildung, bethörung, berückung'). diese bedeutung macht sich oft nebenher geltend, wo wähnen zunächst 'falsch annehmen' ist, vgl. oben die stellen aus kab. u. liebe und Kant, ferner: kumpt die suht von kelt und von dürr, so trawrent sy allwegen und wenent und furchten, daʒ sy nit furchten soltent und pergent sich in die venster und wenent daʒ sy got sein und man yn daʒ himelrich genomen hab. Schmeller² 2, 919 aus einer hs.; wenn anders die verblendung eines kranken, der in der hitze seines fiebers gesund zu seyn wähnt, diesen nahmen (ruhe) verdienen kann. Wieland 1, 310 (Agathon 6, 4); du wähnst, welcher mensch du seyn würdest, wenn die generalstaaten dich bezahlten. seliges geschöpf! das den mangel seiner glückseligkeit einer irdischen hindernisz zuschreiben kann. Göthe 16, 138 (Werther);
Laura, über diese welt zu flüchten
wähn' ich, mich im himmelmaienglanz zu lichten,
wenn dein blick in meine blicke flimmt;
ätherlüfte träum' ich einzusaugen,
wenn mein bild in deiner sanften augen
himmelblauem spiegel schwimmt.
Schiller 1, 223 (entzückung an Laura).
dies wähnen kommt auch in absolutem gebrauch vor. im älteren nhd. zeigt er sich, was in gewissem sinn hierher gehört, bei wähnen 'nach seiner einbildung urtheilen' (vgl. oben sp. 654 die stelle aus Reinmar): wer wol wänet, dem ist wol. Franck sprichw. 2, 143ᵃ (s. die stelle unter wahn II, 7, a);
gar mancher mensch sich thörlich sent,
aim yeden gät es wi er wendt.
J. v. Schwartzenberg bl. 151, 1.
seit dem 18. jahrh. im gesteigerten sinn 'im wahn sein': ich träume nicht, ich wähne nicht. nahe am grabe wird mir es heller. Göthe 16, 181 (Werther). auch ohne die nebenbedeutung des irrigen und verkehrten, 'sich in kühnen plänen wiegen, schwärmen':
Prometheus. nicht einen fusztritt
für den obersten der götter mehr!
Minerva. so wähnt die macht.
Prometheus. ich wähne, göttin, auch
und bin auch mächtig.
Göthe 33, 248 (Prometheus);
höre die musik entzückter seelen,
kenne deines busens götterdrang.
auf zu ihnen! liebe hoffe wähne!
alles andre flieht wie dünner schaum.
Arndt ged. (1860) 127.
7)
der inf. wähnen wird seit der mhd. zeit auch substantiviert gebraucht: opinio, wenen Diefenbach gl. 397ᶜ.
a)
als 'vermutung, unsichere meinung'. das wähnen im gegensatz zum wissen:
ich weiʒ ein teil des hie geschiht,
waʒ dort geschiht, des weiʒ ich niht:
wie eʒ dort geschaffen sî,
dâ ist mir alleʒ wænen bî.
Freidank 18, 17;
ob si got iht seiten danc ...?
jâ sî sicherlîchen, jâ.
daʒ wil mîn wænen wiʒʒen.
Reinfrit v. Braunschweig 16307;
ihr (der seele) dünkt, im engen wiederholten gleise,
ihr thun vergeblich, und ihr wiszen wähnen.
A. W. v. Schlegel 1, 361;
denn etwas giebt's, das über alles wähnen
und wissen hoch erhaben — das gefühl
ist es der seelengüte andrer.
H. v. Kleist 1, 80 (fam. Schroff. 3, 1);
Mertin. denke der mutter, der schläferin.
war sie dein?
satan. du bist mein.
Merlin. ich bin deiner und ihrer.
deiner im wissen, vielleicht im wähnen.
ihrer im gebet, in demut und thränen!
Immermann 1, 2, 85 Koch (Merlin).
auch sonst kann das moment der unsicherheit zur geltung kommen:
ob si under wegen under in
iender ze fröuden kæmen,
ruow' in den bluomen næmen,
daʒ wil ich âne wænen lân:
ich sol wænen unde wân
mînenthalben legen nider.
G. v. Straszburg Tristan 13439;
süszen trug und holdes wähnen,
das für mehr als wahrheit gilt,
und ein immer wachsend neues sehnen,
das die seele hebt und füllt.
Herder 29, 179 Suphan;
nicht blosz mit dem subjectiven fühlen, meinen und wähnen gefaszt, sondern wirklich. Immermann Münchh.² 3, 171. doch kann es auch zurücktreten, so dasz die bedeutung die von 'meinen' schlechtweg ist:
kommen und scheiden,
suchen und meiden,
fürchten und sehnen,
zweifeln und wähnen ...
wechseln auf erden, wie dämmrung und nacht.
Matthisson ged. 45.
wähnen kommt auch in dem sinne von speculieren, betrachtungen anstellen über religiöse oder metaphysische dinge vor (s. oben 3, c, β): unsere kirche wird allmälig aber sicher in jener reinigung von der willkür menschlichen wähnens und streitens ... fortschreiten. G. Keller nachgel. schr. 237. über etwas:
doch so viel tröstender
war mir die lehre, dasz ergebenheit
in gott von unserm wähnen über gott
so ganz und gar nicht abhängt.
Lessing 2, 262 (Nathan d. weise 3, 1);
so wenig hängt die moralität der menschen von ihrem wähnen über dinge ab, die jenseits ihrer erfahrung und erkenntnis liegen! G. Forster ausgew. kl. schr. 4, 86, 29 neudr. wähnen bezieht sich dann auch auf das denken an dinge, die in zukunft eintreten können, so dasz sich das wort der ursprünglichen bedeutung von 'erwartung, hoffnung' wieder nähert. so seit Göthe in dichterischer sprache:
wie sich im sinnen, wünschen. wähnen, wollen
mein treues herz zu dir hinüber wendet:
so stand ich einst vor dir, dich anzuschauen
und sagte nichts.
Göthe 2, 11 (sonette);
welch ein wünschen, welch ein wähnen
hebt die seele trunken auf;
in die wolken trägt das sehnen,
in die himmel mich hinauf.
Rückert ges. ged. 3, 37 (1837);
mein hoffen und mein wähnen,
soll neu in ihren (der lieder) tönen
vor mir vorübergehn.
3, 44;
hingeschwunden ist mein wähnen,
ohne thränen, ohne sehnen
welk' ich meinem grabe zu.
Chamisso ged.⁸ 29,
zwei friedlose gesellen, schlafen
jene in ewigen frieden entrückt;
aber die wut und das wähnen und wagen
hält noch die duldenden lüfte erfüllt,
G. Keller 10, 135.
in diesem sinne eitles, leeres wähnen:
o sag' mir, ahndung, bist du wahr?
bist du ein eitles wähnen?
A. W. v. Schlegel 1, 17;
er wird sein hart geschick nicht überdauern,
und hofft er dies, es ist ein eitles wähnen.
Lenau ged. 1, 82 (1857);
ein seltsam unverstandnes sehnen
beklemmt die arme wunde brust.
es ist gewisz nur leeres wähnen;
wir bleiben, was wir sein gemuszt.
Immermann 12, 45 Hempel.
b)
seltener ist das wähnen als 'falsche annahme':
einem edlern wild,
als dein wähnen meint,
gilt ihre jägers-list.
R. Wagner 7, 48 (Tristan u. Isolde).
in dem wähnen sein wie im wahn sein: Mobigus und Mobiga, der und die brandgöttin: diese waren in dem wehnen, wann sie gütig sein wollten, so könnten sie verschaffen, dasz die bäume durch mehlthau nit schadhafft würden. allg. weisheit lustg. 9. daraus entwickelt sich dann wähnen als 'einbildung, trügerische vorstellung, phantasie' u. dgl.:
das (gestirn) blinket in der fluten widerscheine
wie nasz vor wehmuth; sie ergreift ein wähnen,
als ob die welt aus tausend augen weine.
A. W. v. Schlegel 1, 116;
wie konnt'st, mein ander ich, du von mir scheiden? ...
nach dir sich drängen, streben alle triebe,
dein liebes wort, ich hör' es noch im wähnen,
aus aller jugend die erinn'rung erbend.
F. v. Schlegel² 10, 34;
ein jüngling wandelt durch die waldesgrüne,
einsam, verlassen, seufzend und in thränen ...
er spricht mit vögeln, mit der luft im wähnen.
Tieck ged. (1834) 2, 12;
was wir im innern hegen,
ist süszes träumen und ein kindisch wähnen.
Brentano 2, 327;
ja, ich seh' dich grüszend wallen
durch die fernen lichtgefilde,
und mein wähnen und mein träumen
wird mir zum lebendgen bilde.
W. Hertz ges. dicht. 25.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1905), Bd. XIII (1922), Sp. 650, Z. 28.

wennen, vb.

wennen, vb.,
vereinzelt bezeugte ableitung von ¹wenn (vgl. ver-wenn-en teil 12, 1, 2216 sowie engl. to if NED. 5, 29): 'wenn es dich einschneit'! 'da heiszt es: vogel frisz oder stirb! mit dem „wennen“ ist mir nicht geholfen' Ad. Pichler Tiroler gesch. (⁵1901) 1, 229.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 71, Z. 19.

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Zitationshilfe
„wennen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wennen>.

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