Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wendrich2, wenderich2, m.

²wend(e)rich, m.,
rotwelsche bezeichnung für 'käse', deren herkunft umstritten ist (s. Günther d. dt. gaunerspr. [1919] 132): wenderich käsz (in einer bekanntmachung des Baseler rates, 15. jh.) Avé-Lallemant gaunerthum (1858) 1, 132; als wendrich in dem verbreiteten, 1528 von Luther herausgegebenen, hochdt. liber vagatorum (ca. 1510, s. Kluge rotwelsch 1 [1901] 55 und Luther 26, 654, 15 W.), wendrick in der nd. fassung (s. Kluge a. a. o. 78);
die da den rantzen voll lechems (brote) getragen,
und auch zum wenderich hettet behagen
Wencel Scherffer ged. (1652) 421;
wennerich (obd.), hahnerich (nd.) käse Christensen alph. verzeichnisz e. anzahl von räubern (1814) bei Kluge rotwelsch 1 (1901) 332; wenerich, wendrich käse Train chochemer loschen (1833) 134; in der form wendrich soldatensprachlich noch von Horn soldatenspr. (1899) 92 und Delcourt expressions d'argot allemand et autrichien (1917) 174 gebucht; als fähnrich bei Bischoff wb. d. geheim- u. berufsspr. 24 verzeichnet, der die annahme hebr.-aram. herkunft ablehnt und dafür die herleitung von ferndrig 'vorjährig, alt' (s. teil 3, 1536) oder die auffassung 'als eine scherzbezeichnung wie feldwebel (bierschaum)' vorschlägt; s. ferner Avé-Lallemant gaunerthum 4 (1862) 539 s. v. fendrich u. Fischer schwäb. 2, 939 s. v. fän(d)rich sowie ebda. 6, 1, 679.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1955), Bd. XIV,I,I (1955), Sp. 1803, Z. 10.

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Zitationshilfe
„wennerich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wennerich>.

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