Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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web, n.

web, n.
gewebe s. webe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1919), Bd. XIII (1922), Sp. 2610, Z. 62.

werb, adv.

werb, adv.,
'mal', später bezeugt als warb (teil 13, 1983ff.; s. auch Braune-Mitzka ahd. gramm. [⁸1955] § 281 anm. 3); ob es dazu als ablautsbildung anzusehen (vgl. ander warbe dt. mystiker 2, 129, 13 Pf. — ander werbe Konrad Fleck Flore 6278 S.) oder aus dem pl. werbe (Heinrich v. d. Türlin crône 24 434 Sch.) erwachsen ist, läszt sich nicht entscheiden. mhd. u. frühnhd. belegt: ander werb ir sehend mich (daz ist in dem daz ich üch mach sehend vnd bekennend dar nach volgend) (hs. 15. jh.) Eckhart in: zs. f. dt. altert. 49, 395; dreywerbalßuil oder dreymalē als viel triplum voc. theut. (Nürnberg 1482) f 2ᵇ; decies czeien werp (15. jh., md.) Diefenbach gloss. 167ᶜ u. ö.; was aber nu fürohin lieber vetter dir zetuͦn syg? dich in witwelichem stande zebelyben, oder dich ander werb zeuermecheln? das waisz ich nit; aber das waisz ich daz bisher vil dins gelychen ... lieber woltent witwer vnd buͦlend in sünden leben, danne den eeren nǎch sich ander werb verhüren (1478) Niclas v. Wyle translationen 126 lit. ver.; den kuͤsset er mehr dann zehen werb hertzog Aymont (1535) B 2ᵃ; wurde er, so viel an jhm gelegen, ohn verzug die sach ander werb angefangen ... haben Xylander Polybius (1574) 121; modern hingegen nur noch mundartlich: anderwerbe zum zweitenmal; diese formel scheint sich ... bis in die mitte des vorigen jahrhunderts erhalten zu haben und ist vielleicht noch jetzt hier und da im gebrauche Vilmar Kurhessen 449. vgl. auch die belege unter anderwerbe teil 1, 314 und dreiwerbe teil 2, 1397.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 138, Z. 15.

werb, m.

werb, m.
(s. auch ¹werbe, f., 5), ae. hweorfa, as. hwervo, ahd. (h)werfo und (h)werbo, mhd. werbe.
1)
'wirbel, strudel im wasser', dass. wie wirbel A 1 a teil 14, 2, 526: carybdis uueruo (9. jh.) ahd. gl. 1, 95, 16 St.-S.; uorago uuerauo (9. jh.), werbo (12. jh.) ebda 1, 541, 52; 526, 3; uortex uueruo (10. jh.) ebda 3, 14, 43; uortex vuerauo (11. jh.) ebda 2, 462, 75; fertur more exestuantis euripi sô ueret si also der uuellônto uuerbo Notker 1, 57, 17 Piper; in dem mer sint zwene werben, der eine heizet Scilla, der ander Caribdis lucidarius 17 Heidlauf; werb oder wiel im wasser vortex voc. theut. (Nürnberg 1482) oo 1ᵃ (ebda auch: werff als im wasser ... opilago nn 8ᵇ); forago werb (15. jh., obd.) Diefenbach nov. gl. 386ᵃ. nhd. noch vereinzelt in flurnamen, s. unter werb, m. 'wirbel ... im wasser' bei Buck obd. flurnamenb. (²1931) 299.
2)
'werb m. wirbel (vgl. unter wirbel C 2 a) ... am türangel, türe, fallgatter' Buck obd. flurnamenb. 299.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 138, Z. 43.

werb, n.

werb, n.,
vgl.gewerb(e) teil 4, 1, 3, 5478.
1)
'botschaft, auftrag, anliegen, geschäft' (vgl. gewerbe I 3 b δ bzw. unter II 2 a α 3)) und 4)) sowie III 1 a; ferner warf, n., teil 13, 2013f.). nach vereinzeltem auftreten im mhd. (werbe, s. u. Heinrich v. Neustadt u. vgl. dazu Lexer 3, 768) besonders in md. und nordostdt. quellen des 15.—17. jhs., offenbar in zusammenhang mit mnd. werf (neben gewerf Schiller-Lübben 5, 691 u. 2, 104, wobei mit präfixabfall zu rechnen ist, s. unter gewerb sp. 5488 [I 4 d] und bei Behaghel gesch. d. dt. spr. [⁵1928] 347 [§ 314]; doch bucht Diefenbach auch obd. werbe negocium [1433] gloss. 378ᵃ neben nd. und md. werf negocium [15. jh.] ebda und nov. gl. 262ᵇ):
(sie) fragte sie der mere
waz ir werbe were
da sprach die wisheit zu hant
'ich bin von erden her gesant
...
daz ich got du bekant
daz ...'
Heinrich v. Neustadt gottes zukunft 1068 Singer;
vortmer zo sal keines mannes knecht gan uf den hof her habe denne werb czu sime herren (1400, Braunsberg) mon. hist. warm. 5, 322; daz werp wir am nechsten an euch brachten, das uns die unsern befohlen hatten (um 1475) denkwürd. d. Hallischen rathsmeisters Spittendorff 287 Opel; hertzog Bugslaff ... reit auch offt zu dem bapst ... und beredete seine sachen mit ime ... demnach, als hertzogk Bugslaff also sein werb zu Rhom ausgerichtet, nham er seinen abscheid vom bapst Kantzow chron. v. Pommern (letzte bearb.) 360 Gaebel;
in dem garten mich recreirt
mit dem cantzler doctor Waldtkirch:
der het keiserlich werb an mich
Waldis Esopus 2, 50 Kurz;
etliche werbe vnd sachen, die wir ... vorbrachten Schütz hist. rer. pruss. (1592) buch 4, Dd 2ᵇ;
magd, geh du hin zu dem geselln,
du must mir das werb recht bestellen
Rollenhagen amantes amentes (1609) C 4ᵇ;
Maria zu dem engel sprach,
ich thu dein werb verstehen,
doch weiss ich nicht, wie diese sach
an mir soll voll ergehen,
dieweil ich als ein zuͤchtigs reiss
bissher von keinem manne weiss,
ob ich zwar bin verlobet
B. Ringwaldt evangelia (1646) M 7ᵇ;
noch in moderner nd. ma.: 'k heff noch'n werf in d'stadt ich habe noch ein geschäft in der stadt Danneil plattdt. 246. hierzu in jem. werb; im werbe 'in jem. auftrag', 'im auftrag': item 1⁄2 schog gr. (3 fird.) eyme loufer, der zu her Tomken in des homeisters werp lyf ken Crokow Marienburger tresslerb. (1399—1409) 368 Joachim; item 7 gr. der schriber zu Gota, was ym werbe desz gotiszhusz kegen dem schesser; item 2 sch. 49 gr. 2 D 1 obl. habe ich vorczert 8 nacht zcu Herszfelde, molhuszin yn werbe des gotiszhusz vnd auch yn mynen sachen (1479) probsteirechng. d. jungfr.-klosters i. Arnstadt. redensartlich (sich) ein werb machen 'etw. zum vorwand nehmen, um sich eingang, gehör zu verschaffen': so nam er unnd zoch seinen lechertenn manntel an unnd viel mal gienng unnd stunndt vor seim homeister, und machte ein werb mit im zu reden S. Grunau preusz. chron. 2, 323 Perlbach; so noch in moderner ma.: sick'n werf maok'n Danneil plattdt. 246; warf (maͦke) Fischer Samland 52 (vgl. auch e bewèrb mache; wèrbchen mache Hertel thür. 257; e bewerbchen m. Müller-Fraureuth obersächs. 1, 94).
2)
vereinzelt im sinne von 'betätigung' (vgl. gewerbe II 2 a als bezeichnung einer vorübergehenden tätigkeit): nach verbrachtem werb seiner lieb vnd begird hat er sy freündtlich bey der hand genummen Schaidenreisser Odyssea (1537) 47ᵇ; vielleicht hier anzuschlieszen als gen. plur. mit der bedeutung 'werke, taten':
der edler Wietersheim vom himmel selbst erkohren
der welt bedient zu sein, ist trefflich wol gebohren
sehr wol erzogen und hat der gestalt gelebt,
dasz seiner werbe ruhm ohn ende bei uns schwebt
Rist Parnasz (1652) 172.
3)
'gelenk, wirbelknochen'; dass. wie gewerbe II 1 a und wirbel C 3 teil 14, 2, 535: coxa diech, schlosz, werb, gleich voc. predicantium (1486) G 1ᵃ. hierher wohl auch, obgleich von Fischer schwäb. 6, 1, 686 als fem. werbe angesetzt: ischia ... ist ein langwiriger schmertz, fuͤrnemlich in den werben der huffe Wirsung arzneib. (1584) 573ᵇ; wo die knochen der bein ausz jren rechten werben kommen ebda 579ᵃ. noch in moderner ma.: werf n. ... gelenk ... des menschlichen körpers Woeste-N. westfäl. 321ᵃ. vgl. auch werbbein, n.: vestibula (d. h. vertibula) vuerfbein eo quod inflexione membrorum vertuntur Diefenbach nov. gl. 379ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 138, Z. 61.

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Zitationshilfe
„werb“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werb>.

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