Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werbegebiet, n.

-gebiet, n.,
auszerhalb der grenzen eines landes gelegenes gebiet, in dem für das heer dieses landes geworben wird (zu werben II B 3 b): der süden und westen des reichs wurde (unter Friedrich Wilhelm I.) das ergiebigste werbegebiet der preuszischen regimenter Treitschke dt. gesch. 1 (⁶1897) 41; wie die neubildung des (preuszischen) staates einst von dem heere ausgegangen war, so wurde auch jetzt zuerst im heerwesen fühlbar, dasz die neue zeit neue formen forderte. das beste werbegebiet der alten monarchie ging verloren, als das linke Rheinufer an Frankreich kam und bald nachher die neuen mittelstaaten des südwestens sich ihre eigenen kleinen armeen bildeten. daher befahl der könig schon zu beginn seiner regierung eine stärkere aushebung der cantonpflichtigen inländer 'wegen abnahme der reichswerbung' ebda 1, 152; der Augsburger reichstag von 1547 hatte allen reichsgliedern fremde kriegsdienste untersagt. trotz diesem verbot war Deutschland, namentlich im westen, das werbegebiet in Europa geworden. auf dem reichstage zu Speier 1570 legte Maximilian II. ein neues werbegesetz mit wiederholung jenes verbots vor Alten handb. f. heer u. flotte 3 (1911) 99.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 147, Z. 62.

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Zitationshilfe
„werbegebiet“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werbegebiet>.

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