Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werbekniff, m.

-kniff, m.,
gerissenes vorgehen, betrügerische manipulationen der werbeoffiziere beim anwerben von soldaten (zu werben II B 3 b), vgl. auch werberkniff: waren die kassen der kriegsherren leer, wenn es ans soldzahlen gehen sollte, so muszten die generalunternehmer, die obristen, vorschüsse leisten. dafür lieszen sie sich 'konzessionen' verschreiben. besonders während des dreiszigjährigen krieges, in dem Wallenstein als der bedeutendste militärische groszunternehmer auftrat, wurden diese konzessionen vielfach zur ursache schamloser werbekniffe und arger bedrückung des volkes. das 'finanzieren' der landsknechte ... artete im 17. jahrhundert zu einem förmlichen system unrechtmäsziger bereicherung der obersten und hauptleute aus Alten handb. f. heer u. flotte 4 (1912) 693; im bilde: das öffentliche leben bedarf keiner werbkniffe. hier sammelt sich gar bald alles thatlustige, ohne empfindelei, gethue und gezier Jahn merke z. dt. volksthum (1833) 26. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 151, Z. 12.

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Zitationshilfe
„werbkniff“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werbkniff>.

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