Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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werft3, werfte, werfel, m., f.

³werft, werfte; werfel, m., f.,
als bezeichnung für die salweide (salix caprea L.), auch für einige andere weidearten (s. acuminata L. Holl pflanzenn. [1833] 406; s. cinerea L. Pritzel-Jessen pflanzen 355) seit dem anfang des 18. jhs. bezeugt, mundartlich auf das ostnd. beschränkt Frischbier pr. 2, 464, Danneil altmärk.-plattdt. 246. es handelt sich bei dem wort anscheinend um eine entlehnung aus dem slawischen (aruss. vьrba, russ. верба, sorb. wjerba 'weide, salix') zur idg. wurzel *uer-bh-, wobei jedoch der lautliche übergang im einzelnen noch ungeklärt ist. werft ist von den wörterbüchern des 18. jhs. gemeinhin gebucht und auch in der fachliteratur mehrfach belegt: Zincke allg. öcon. lex. (1744) 3185; allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 648; 3, 718; Noel Chomel, öcon. lex. (1750) 8, 2324; Grassmann pflanzenn. 204; Schkuhr botan. hdb. 3, 451. frühe literaturbelege seit dem anfang des 18. jhs.: dieselbe (bügel) werden aus werfften oder hasel-stoͤcken ... gerissen J. Gruwel brandenburg. bewährte bienen-kunst (1719) 81; die werfften ist auch eine art der weyden H. v. Fleming teutscher jäger (1719) 43; dieser frembde vogel (phasian) ... musz sich bey grosser kälte meist in dickem röhrigt, werfft und altem grasz behelffen a. a. o. 360; die erstere (abteilung) werfte, werftweiden ... unterscheidet (sich dadurch), dass sie vor dem ausbruch des laubes blühet allg. dt. bibl. (1765) 114, 255; später häufig bei Fontane: ein tieferes wasser ..., das an seinem uferrande von werft und weiden überwachsen war ges. w. (1905) I 4, 203. vgl. auch werftkäfer 1 und werftmotte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 309, Z. 41.

werfel1, m.

¹werfel, m.,
formvariante von wirbel (s. teil 14, 2, 526): nachdem die menschlich schwachait mag von der dicken wolcken wegen der flaischlichen begirlickaiten und des tieffen werfels der laster die verborgen maiestat gottes nit erkennen, ... demnach wil ich den anfang des grunds meiner bewegungen setzen auff die offenbaren zaichen des himels J. Grünbeck veränderung d. stände d. Christenheit (1522) A 4ᵇ; daselbst ist grosse ungestuemkait des mörs und das mör hat daselbst seinen schwalwirbel und umblaufen; sölicher werfel und ungestuemkait hat gewert, was die scheff faren haben mugen, ainen tag und ain nacht Weisz-kunig 23 Schultz; werfel (der) wirbel, wasserschwall Loritza id. Viennense (1847) 142.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 276, Z. 16.

werfel2, m.

²werfel, m.,
'ein ding, womit man etwas wirft. so wird im österreichischen die kurbel, z. b. an einem schleifsteine, woran man den stein gleichsam um seine achse wirft oder schwingt, der werfel genannt' (Campe 5 [1811] 683), auch 'die achse an einem rade (Oesterreich)' (Klein provinzialwb. [1792] 2, 231): wann die stund (in der uhr) ausgeloffen, wird das gantze werck gleichsam losz, kommen alle klein und groͤsse raͤder, werffel, federn ... in lauff Abraham a s. Clara etwas f. alle (1699) 2, 673; werfel syn. mit 'krummzapfen' Scheuchenstuel berg- u. hüttenspr. 262; Jonas drehte rastlos den werfel Watzlik Böhmen (1917) 101; s. auch unter warfel, wärfel teil 13, 2015 f. und vgl. steir. werfelbohrer 'bohrer, der mit einer kurbel zum drehen, ähnlich dem drillbohrer, versehen ist' sowie werfelkübel (werfenkübel) 'rührkübel zum buttern' Unger-Khull 630ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 276, Z. 29.

werfel3, m.

³werfel, m.,
'einschlag' (Jacobsson technol. wb. [1781] 8, 190): einschlag, eintrag, waͤbel, werfel ... derjenige faden, der in gemeinschaft mit dem aufzuge oder der kette, die ausgespannt ist, ein gewebe hervorbringt Jacobsson technol. wb. (1781) 1, 545. s. ²werft.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 276, Z. 45.

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Zitationshilfe
„werfel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werfel>.

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