Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werfer, m.

werfer, m.
1)
iacularius, iaculator (Diefenbach gloss. 282ᶜ):
und hiez die gotes reinen
an deme kruze steinen.
diz geschach. man warf an sie.
...
si (die steine) sprungen wider hin gemein
an ir werfere
und trafen sie mit swere
also, daz in geschach da we
(ende 13. jh.) passional 502, 21 Köpke;
so wierts uss dem gemaͤchklich mit der werfschuffel witter geworffen; mit der mǎsz ist gefallen die sprúwer oder helben, die lichter sind, naͤcher, die bon, die ferer geworffen wiertt, kumpt rain da hin do sy der werffer hin wierfft H. Österreicher Columella 1, 87 lit. ver.; weil ... der steyn in die hoͤhe geworffen, auff des werffers kopff am ersten fellt schöne weise klugreden (1548) 169ᵇ; die staͤrke der liebe ist gleich einem schleuderstein, der seine bewegung von des werffers hand hat Harsdörffer gesprächsp. 7 (1647) 423; jede (partei) stellt ... ein paar ihrer besten werfer Vieth leibesüb. (1793) 1, 304; eine ... gewohnheit ist die, dasz es (männchen des gartenlaubvogels), wenn man ... mit einem steine nach ihm wirft und es nicht trifft ..., noch stärker singt, gleichsam wie wenn es ... den ... werfer verhöhnen wollte Naumann vögel (1822) 2, 2, 547; von jeder seite waren neun werfer (der kugeln) aufgestellt; auch der obmann und die kretler waren gewählt ... die bei streitfällen über einen zweifelhaften wurf mit einander zu verhandeln hatten Storm s. w. 7, 282 Köster; zuweilen mit genitivischer bezeichnung des objekts:
unter Pyraichmes kamen Paionen, werfer des schnurpfeils
Bürger s. w. 205ᵃ Bohtz;
mit ihnen verschwinden die werfer der geschosse (hand granaten) in den nach rückwärts führenden gräben Liller kr. ztg., auslese (1916) 4, 62.
2)
bezeichnung eines wurfgeräts: dar inn (in den schiffen) alsz man sagt, 7 heuptbosszen, zwene werffer oder boler, etliche slanngen, fast hacken bossenn vnd sust allerhande sin solle (1475) urk. u. acten betr. d. belagerung d. st. Neusz 103 Wülcker; im neueren dt. als kurzform von granat- oder minen-werfer gebraucht: ausharren am minenwerfer, wenn die volltreffer der feindlichen langrohre zerkrachen und einen werfer nach dem andern erledigen qu. a. d. j. 1929; tag und nacht tragen hierzu (zur vorbereitung des angriffs) reservekompanien material, zerlegte werfer und munition durch die engen verbindungsgräben nach vorne qu. a. d. j. 1937.
3)
tiername: werfer heiszt ein groszer schweiszhund, der das verfolgte angeschoszene wild anpackt und niederzieht Weber ökon. lex. 1 (1838) 649; auch für eine taubenart: ich vertrieb mir die zeit mit meinen tauben. weiszkopf-mütterchen und braunscheck-väterchen waren davon die besten werfer in ganz Hasenpot Bienemann altlivl. erinn. (1911) 16; weitere belege bei Sanders wb. 2, 2 (1865) 1290 s. v. haustaube.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 303, Z. 49.

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Zitationshilfe
„werfer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werfer>.

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