werf werft m.
Fundstelle: Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 306, Z. 27
'hacken- oder sensenstiel' (Unger-Khull steir. 630ᵇ): zu diesem ende musz die sense an einem längeren stiele, dem sensen-schafte oder sensenwerfte, mit der entsprechenden neigung befestiget werden, ... in welcher der mäher die sense am werfte mit beiden armen in ausgeholten bogen vor sich herführet, ... das hintere dem werfte zugekehrte ende der sense ist die breiteste stelle derselben Prechtl technol. encykl. (1830) 15, 1; vgl.warfe teil 13, 2015.
werft m. (daneben nf.)
Fundstelle: Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 308, Z. 60
stamen. an. varp, as. warp, ae. wearp, mndl. werp, warp, mnd. warp, engl. warp, schwed. varp, norweg. varp, ahd./mhd. warf, zu werfen, germ. *werpan 'drehen, biegen, schleudern, winden' gehörig, mit der grundbedeutung 'wurf'. die heute übliche form mit dentalzusatz (s. V. Moser frühnhd. gramm. 1, 3 [1951] 64) hat schon Luther 3. Mos. 13, 48 verwendet; wohl zuerst taucht sie in einer md. quelle von 1346 (in: Germania 28, 410) auf, darauf in einem obd. alphabet. wb. von 1421 (Diefenbach nov. gl. 234ᵃ s. v. licium) und wird dann fast ausnahmslos in die späteren wörterbücher so aufgenommen.wie bei ¹werft begegnet zunächst unsicherheit im gebrauch des genus, doch hat sich hier das m. durchgesetzt (ahd./mhd. n.), daneben die werfte und das werft. — der wurzelvokal a herrscht im ahd. und mhd. vor, doch treten daneben auch formen mit e auf, urk. v. 1355 (bei Lexer 3, 777), die sich seit Luther durchgesetzt zu haben scheinen.das wort ist über das gesamte deutsche mundartengebiet verbreitet (nicht gebucht bei Martin-Lienhart elsäss., s. Henry dialecte alaman de Colmar 238 u. 242, dafür zettel) und auch in den fachwörterbüchern reichlich verzeichnet. unter warf, n. (teil 13, 2014) wird die bedeutung vom werfen des weberschiffchens hergeleitet, doch haben neuere untersuchungen ergeben, dasz man vom senkrechten gewichts- und nicht vom trittwebstuhl auszugehen hat. germ. *werpan bedeutete 'drehen, biegen, mit drehend geschwungenem arm schleudern, winden', speziell das führen des scherfadens mit schwingender, hin und her biegender bewegung von hand und arm von der anfangsborte um die pflöcke des kettenscherbockes und zurück; das ergebnis dieser tätigkeit ist der aufzug, die kette, die grundlage eines gewebes, werft, s. H.-Fr. Rosenfeld in: forsch. u. fortschr. 28 (1954) 12 ff. das wort wird durch kette bzw. aufzug in neuerer zeit verdrängt. s. a. warf, n. (teil 13, 2014; dort auch frühe belege) und warp 1 (teil 13, 2109). — werft wird zunächst in ausdrücklichem gegensatz zu eintracht (eintrag) gebraucht: das kleid aber, oder werfft, oder eintracht, oder allerley fellwerg das gewasschen ist ... soll man zum andern mal wasschen (staminis atque subteminis) 3. Mos. 13, 58; die kleider, woͤllen oder leinen, fell, werft und eintracht Dannhawer catech. (1657) 9, 259; das scheckichte webewerck der Griechen, da die werffte weisz, der eintrag gruͤn oder roth ist Lohenstein Arminius (1689) 2, 188; wann ein meister eyne werffte breit gnug scheret Knauth altzellische chron. 8 (1721/22) 363; das ganze (wird) in gestalt eines groszen knäuels aufgewunden, welcher die werfte genannt wird Göthe I 25, 1, 119 W.; so hab ich de werfte kriegt — a so hab ich se uufgebäumt Gerh. Hauptmann weber (1892) 10. im sprichwort: n lange werfte braucht schusz Rother schl. sprichw. 86. mundartlich für eine stoffart aus leinenem aufzug und wollenem einschlag: warp Danneil altmärk. ma. 243, Teuchert neumärk. wortsch. 248.
werft f. (daneben auch noch m. und n.)
Fundstelle: Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 306, Z. 36
wohl zu werben 'sich drehen' (s. dort) gehörig; im dt. findet sich zunächst mnd. werf, warf 'kreis, im kreise sitzende (gerichts-)versammlung', 'aufgeworfener erdwall zum schutz gegen überschwemmungen, ein durch bollwerk oder mauer geschütztes ufer' (vgl.warf teil 13, 2012), entsprechend im mhd. und frühnhd. werbe (s. ¹werbe 1 und 2) 'kreis, versammlung, kirchliche gemeinschaft; damm, böschung, dammstrasze', warb (teil 13, 1985) 'gerichts-, kampfplatz' und im älteren nhd. werf(t) 'deich, damm, erhöhtes ufer, schutzwall gegen hochwasser' (s. u. 1). in der bedeutung schiffszimmerplatz, erhöhte stelle am ufer, wo schiffe gebaut und repariert werden, ist werft allgemein üblich geworden (s. u. 2); diese dringt wohl schon im 17. jh. aus dem ndl. ins nd. ein, s. Kluge seemannsspr. 831. von da aus gelangte das wort in seiner nd. sprachform (f für hd. b) ins hd. sowie ins schwed. (varv Hellquist ³1319). auch dän. værft geht auf das dt. zurück, während engl. wharf direkt auf das ndl. weist. von den ursprünglich nebeneinanderstehenden ablautformen (mnd./mndl. warf-werf) hat sich die bildung mit e bis in die mundarten weitgehend durchgesetzt. das t-suffix bei werft findet sich vereinzelt schon im mndl., s. Verwijs-Verdam 9, 2241, doch erscheint das entlehnte wort zunächst ohne t im dt.; der t-antritt wohl rein lautlich wie in hüfte, saft. von einflusz dürfte auch ²werft gewesen sein, das schon früher mit t belegt ist. im mndl./mnd. schwankt das genus bei werft zwischen m. und n. (seltener f.); von den dt. lexikographen haben sich Stieler (1691), Kramer (1702) und Schwan (1783) für das maskulinum, Ludwig (1716), Popowitsch (1780), Adelung (1786), Campe (neben m.; 1811) und Weigand (preusz. nur werft[e], f.; ⁵1910) für das neutrum entschieden. das femininum ist erst im 20. jh. weitgehend durchgedrungen, noch bei Paul heiszt es: m. oder n. auch werfte, f., dt. wb. ³643ᵇ. O. Heinertz (in: studier i modern spraͦkvetenskap 16 [1946] 57 ff.) erklärt werft als eine ins femininum des singulars umgedeutete pluralform und führt daher den stammvokal e auf diese analog zu den umgelauteten femininabstrakta auf *-ti gebildete form zurück. die pluralformen schwanken zwischen starker und schwacher flexion, doch überwiegt im 19. jh. bereits die endung -en: werfte Forster (s. u.), Bucher bilder a. d. fremde (1862) 1, 241, Steub (s. u.); werften (1821) Kotzebue bei Kluge seemannsspr. 831, Mommsen (s. u.) und Ranke s. w. (1867) 15, 206. mundartlich ist werft nur in nd. wörterbüchern verzeichnet, meist als m. oder n., lediglich bei Möller Sylt 298ᵃ, Siebs Helgoland 302ᵃ und Mensing schlesw.-holst. 5, 527 als f.
1)
erhöhtes ufer, schutzwall gegen hochwasser, deich, damm, kai, m., n.; werf acta, œgialus, crepido litoris, ripa, moles, agger Kilian (1605) 665ᵃ; werff (das) die kaay, a kay, wharf, nook, creek or crook Ludwig (1716) 2456; werf, m., lande, kaay, kaaydyk, werf Kramer-Moerbeek (1768) 415ᵇ; warff op of langhs en water v. d. Schueren teuthonista 305ᵇ. in der literatur zwischen dem 16. und 18. jh. belegt: muͤssen derhalben die schiffleut ... jhre weine auffs werff auszladen G. Braun contrafactur (1581) 3, 28; der cranen, zollhausz, schiffport ... findt man alhie an dem werff so lange es die Mosel gehet M. Quad teutscher nation herligkeit (1609) 225; mit t-suffix: als er (Cook) ausgestiegen war, blieb dieses boot noch etwas an dem werfte liegen Lichtenberg verm. schr. 4 (1844) 154; s. a. unter ¹werbe 1; mundartlich noch verzeichnet im brem.-nieders. wb. 5, 194, bei Kehrein Nassau 1, 438, Wegeler Koblenz 94, Martin-Lienhart elsäss. (als werb, warb, pl. warwə, wærwə, f.) 2, 846ᵇ.
2)
ursprünglich erhöhte stelle, aufgeworfener hügel am wasser, wo schiffe gebaut und repariert werden; schiffsbauplatz. in dieser bedeutung heute über das nd. sprachgebiet hinaus allgemein verbreitet, auch in der komposition schiffswerft, f. (s. d. u. vgl. sceepwerff nauale Junius [1567] 422ᵃ). das simplex wird zufrühst von Schottel gebucht: werf schifstelle, helling, navale, ubi naves œdificantur aut reparantur, haubtspr. (1663) 1443. die fachwörterbücher verzeichnen werf, werft reichlich seit Fäsch kriegslex. (1735) 999ᵇ und allg. haushalt-lex. (1749) 3, 718. literaturbelege seit dem 18. jh.: sollen sie zu Edam erst einen werf schiffe zu bauen verfertigen (1720) recueil v. allerh. collectaneis 22, 51 bei Kluge seemannsspr. 831; die fragen über ... die werfte für kriegsschiffe J. G. Forster s. schr. (1843) 5, 369; bassin, wo die schiffe ausgebessert und neue vom werft hineingelassen werden ebda 3, 253 u. ö.; bey dem werft stiegen wir aus. indem wir uns dem neu erbauten schiffe näherten Thümmel reise (1791) 7, 107; wie ... ihre zimmerleute ... kein linienschiff auch nur auf der werfte anzulegen geschick haben würden Niebuhr röm. gesch. (1811) 3, 675;
zu Saardam, auf des reichen Hollands werft,
...
den schiffbau lernend
Brentano ges. schr. (1852) 7, 477;
Perseus, dem der vertrag mit Rom kriegsschiffe zu bauen verboten hatte, richtete erst jetzt in Thessalonike werften ein Mommsen röm. gesch. 1 (1856) 741; sie (die Holländer) hämmerten und klopften auf ihren werften tag und nacht (1865) W. Raabe s. w. I 6, 304 Klemm; hier sind ansehnliche werfte und liegt ein dutzend groszer, aber kunstloser schiffe halbfertig am ufer Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 30; als antwort ... bombardierte eines unserer flugzeuggeschwader gestern früh die werft Belgrads (30. 6. 1915) kr. depeschen; auch arsenal für schiffsausrüstung: diese werft ist nichts anders als das see-magazin der compagnie, wo alles, was zum schiff armement gehöret, praepariret und aufgehoben wird Barchewitz ostind. reisebeschr. 568 bei Kluge seemannsspr. 831 (dort auch weitere belege);
auf, auf! reiszt aus dem werfte meine flotten!
(ursprüngliche fassung: zeughaus)
Schiller 6, 414 G.;
zur inspektion der schiffsartillerie ... gehören ... die oberfeuerwerker der ... werften Alten hdb. f. heer u. flotte (1909) 3, 110. auch übertragen auf anlagen, wo flugzeugeursprünglich luftschiffegebaut oder überholt werden: eine grosze anzahl von flugplätzen wurde erneut angegriffen und dabei ... werften zerstört okwber. v. 12. 5. 1940; aber Rodenbeck wollte erst noch in der werft zusehen ... die halle war schon in bewegung, und es hiesz, man werde die nacht über an seiner maschine bleiben Gaiser jagd (1957) 103.
3)
warft, werft, warf (s. auch d.), m. u. f., erhöhte hausstätte an der Nordseeküste, in der marsch und auf den halligen, der platz, auf dem die gebäude zur sicherung gegen überschwemmungen stehen. nur für das nd. reich bezeugt sowie im fries. und ndl.grumulus werf oder hofstede Diefenbach gl. 270ᵇ aus einem nrh. gloss. d. 15. jhs.; weiterhin belegt nur bei Kilian (1605) 665ᵃ, (1690) Frisch t.-l. (1741) 2, 441ᶜ, Adelung 5 (1786) 181, Campe 5 (1811) 683ᵃ. fachwörterbücher führen das wort seit Jacobsson technol. wb. 4 (1784) 636 an; von nd. mundartwörterbüchern ist es reichlich gebucht, so als warf von Böning Oldenburg, Krüger Emden, im brem.-nieders. wb., bei Doornkaat Koolman ostfries., Stürenburg ostfries., als werf(t) von Schmidt-Petersen nordfries., Jensen nordfries., Möller Sylt, Mungart Sylt, Schütze holstein. (daneben warf), Mensing schlesw.-holst. (daneben warf). früh literarisch bezeugt: sue och nies enen werf ... wel maken, dhen scal he van stene maken, wot he oc uppe den stenennen werf setten edder buwen wel ... (1303) statua Bremensia 31 bei Schiller-Lübben 5, 690; dat hus myt tobehoringe des werues Old. urk. v. 1447 bei Schiller-Lübben 5, 691; nun hatten sich aber die Dietmarsen ... auff einem plane bei zweien mit wasser und mosz umbgebenen heusern, auff jhre sprach ein werffe genant, ... bevestigt und vergraben Adam Henricpetri general historica (Basel 1577) 346; jhre haͤuser setzen sie auff werffen (von erde zusammen geworffenen huͤgelen) C. Danckwerth Schleswich u. Holstein (1652) 91ᵇ; so ging der fröhliche zug fort über die werfte (pl.?) — durch die vorstädte bis nach der Haga-vorstadt E. T. A. Hoffmann s. w. 6, 169 Gr.; häufig bei Storm: bei der ersten mole auf dem deich, oder vielmehr auf einer daran aufgeworfenen werft, hat der bademeister Brohn sich ein allerliebstes heimwesen aufgebaut (11. 9. 1860) br. a. s. frau (1915) 97; das haus war auf einer mäszig hohen werfte nach der weise des landes gebaut ders., s. w. (1898) 1, 58;
ich bin verbannt
auf eine kleine, deichumrahmte insel
...
hör, wie der sturm die alte werft umbraust
Liliencron s. w. (1896) 7, 113.
4)
an 3 lehnt sich werft als bezeichnung für die von palisaden oder schutzwällen umgebenen wohnstätten der eingeborenen in Südwestafrikandl.): Weigand dt. wb. (⁵1910) 2, 1246; Meyers konv.-lex. 20 (1908) 536ᵇ; drauszen im gelände lag die werft der neger Chr. Holstein Südwest (1937) 44.
werft m. (daneben nf.)
Fundstelle: Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 308, Z. 60
stamen. an. varp, as. warp, ae. wearp, mndl. werp, warp, mnd. warp, engl. warp, schwed. varp, norweg. varp, ahd./mhd. warf, zu werfen, germ. *werpan 'drehen, biegen, schleudern, winden' gehörig, mit der grundbedeutung 'wurf'. die heute übliche form mit dentalzusatz (s. V. Moser frühnhd. gramm. 1, 3 [1951] 64) hat schon Luther 3. Mos. 13, 48 verwendet; wohl zuerst taucht sie in einer md. quelle von 1346 (in: Germania 28, 410) auf, darauf in einem obd. alphabet. wb. von 1421 (Diefenbach nov. gl. 234ᵃ s. v. licium) und wird dann fast ausnahmslos in die späteren wörterbücher so aufgenommen.wie bei ¹werft begegnet zunächst unsicherheit im gebrauch des genus, doch hat sich hier das m. durchgesetzt (ahd./mhd. n.), daneben die werfte und das werft. — der wurzelvokal a herrscht im ahd. und mhd. vor, doch treten daneben auch formen mit e auf, urk. v. 1355 (bei Lexer 3, 777), die sich seit Luther durchgesetzt zu haben scheinen.das wort ist über das gesamte deutsche mundartengebiet verbreitet (nicht gebucht bei Martin-Lienhart elsäss., s. Henry dialecte alaman de Colmar 238 u. 242, dafür zettel) und auch in den fachwörterbüchern reichlich verzeichnet. unter warf, n. (teil 13, 2014) wird die bedeutung vom werfen des weberschiffchens hergeleitet, doch haben neuere untersuchungen ergeben, dasz man vom senkrechten gewichts- und nicht vom trittwebstuhl auszugehen hat. germ. *werpan bedeutete 'drehen, biegen, mit drehend geschwungenem arm schleudern, winden', speziell das führen des scherfadens mit schwingender, hin und her biegender bewegung von hand und arm von der anfangsborte um die pflöcke des kettenscherbockes und zurück; das ergebnis dieser tätigkeit ist der aufzug, die kette, die grundlage eines gewebes, werft, s. H.-Fr. Rosenfeld in: forsch. u. fortschr. 28 (1954) 12 ff. das wort wird durch kette bzw. aufzug in neuerer zeit verdrängt. s. a. warf, n. (teil 13, 2014; dort auch frühe belege) und warp 1 (teil 13, 2109). — werft wird zunächst in ausdrücklichem gegensatz zu eintracht (eintrag) gebraucht: das kleid aber, oder werfft, oder eintracht, oder allerley fellwerg das gewasschen ist ... soll man zum andern mal wasschen (staminis atque subteminis) 3. Mos. 13, 58; die kleider, woͤllen oder leinen, fell, werft und eintracht Dannhawer catech. (1657) 9, 259; das scheckichte webewerck der Griechen, da die werffte weisz, der eintrag gruͤn oder roth ist Lohenstein Arminius (1689) 2, 188; wann ein meister eyne werffte breit gnug scheret Knauth altzellische chron. 8 (1721/22) 363; das ganze (wird) in gestalt eines groszen knäuels aufgewunden, welcher die werfte genannt wird Göthe I 25, 1, 119 W.; so hab ich de werfte kriegt — a so hab ich se uufgebäumt Gerh. Hauptmann weber (1892) 10. im sprichwort: n lange werfte braucht schusz Rother schl. sprichw. 86. mundartlich für eine stoffart aus leinenem aufzug und wollenem einschlag: warp Danneil altmärk. ma. 243, Teuchert neumärk. wortsch. 248.
werft m., f.
Fundstelle: Lfg. 2 (1958), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 309, Z. 41
als bezeichnung für die salweide (salix caprea L.), auch für einige andere weidearten (s. acuminata L. Holl pflanzenn. [1833] 406; s. cinerea L. Pritzel-Jessen pflanzen 355) seit dem anfang des 18. jhs. bezeugt, mundartlich auf das ostnd. beschränkt Frischbier pr. 2, 464, Danneil altmärk.-plattdt. 246. es handelt sich bei dem wort anscheinend um eine entlehnung aus dem slawischen (aruss. vьrba, russ. верба, sorb. wjerba 'weide, salix') zur idg. wurzel *uer-bh-, wobei jedoch der lautliche übergang im einzelnen noch ungeklärt ist. werft ist von den wörterbüchern des 18. jhs. gemeinhin gebucht und auch in der fachliteratur mehrfach belegt: Zincke allg. öcon. lex. (1744) 3185; allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 648; 3, 718; Noel Chomel, öcon. lex. (1750) 8, 2324; Grassmann pflanzenn. 204; Schkuhr botan. hdb. 3, 451. frühe literaturbelege seit dem anfang des 18. jhs.: dieselbe (bügel) werden aus werfften oder hasel-stoͤcken ... gerissen J. Gruwel brandenburg. bewährte bienen-kunst (1719) 81; die werfften ist auch eine art der weyden H. v. Fleming teutscher jäger (1719) 43; dieser frembde vogel (phasian) ... musz sich bey grosser kälte meist in dickem röhrigt, werfft und altem grasz behelffen a. a. o. 360; die erstere (abteilung) werfte, werftweiden ... unterscheidet (sich dadurch), dass sie vor dem ausbruch des laubes blühet allg. dt. bibl. (1765) 114, 255; später häufig bei Fontane: ein tieferes wasser ..., das an seinem uferrande von werft und weiden überwachsen war ges. w. (1905) I 4, 203. vgl. auch werftkäfer 1 und werftmotte.
Zitationshilfe
„werft“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werft>, abgerufen am 21.08.2019.

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