Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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wergen, adj.

wergen, adj.,
ableitung von werg 'stuppa' (s. auch wirken, adj., teil 14, 2, 551 und wergig), 'stuppeus', 'aus werg (1) hergestellt'; Adelung wb. 4 (1801) 1502 'würde ... das vollständige werrich allemahl vorziehen, wenn nicht das adjectivum werken, von werrich, schon allgemein wäre, wofür sich werrichen oder werchen schwerlich werden einführen lassen': stupeum colobium werkenrokelin (13. jh.) ahd. gl. 3, 174, 6 St.-S.; stuppeus wercken, werken (15. jh., md.) Diefenbach gl. 558ᵃ; Posthumius soll ein heiliger seiler gewest seyn, dieser aber hat werckene strick nicht fuͤr hanffene verkaufft Abraham a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 505; wercken hemd etc. camiscia etc. di ... telaccia di stoppa Kramer t.-ital. 2 (1702) 1326ᶜ; werckene bett-tuͤcher, werckene schuͤrtze lenzuoli di tela di stoppa, grembiale etc. grosso di stoppa, ebda; die fäden ... von dem wergenen stricke, womit ich umgürtet bin, sind nicht haltbar genug Chr. v. Schmid ges. schr. (1856) 4, 71; in moderner mundart: wergen aus werg gewoben Follmann lothr. 544; werken aus gesponnenem werg gewebt Spiess Henneberg 281; wärkena hemmer hemden von werg Sartorius Würzburg 132; viarkən aus werg Krausz wb. d. nordsiebenb. handwerksspr. 1062; der abfall vom hecheln hiesz das werg (werk); dieses wie auch die zulle wurde gekratzelt ... aus diesem gröberen garne wurde die wirkene leinwand (werknə laẹmt) gemacht; die feine leinwand hiesz im gegensatz dazu flächsene (fleksnə laẹmt). häufig wurde der leib eines hemdes aus werkener, die ärmel aber aus flächsener leinwand hergestellt; denn mit schön weiszen, feinen hemdsärmeln machte man staat, wenn man am sonntag nachmittag hemdsärmelig ging Rother in: mitt. d. schl. gesellsch. f. volkskde. 19 (1917) 256; eine groszmagd beim bauer erhielt (um 1850 im kreis Frankenstein in Schlesien) jährlich 6 reichstaler, 15 ellen wirkene (werknə 'grobe'), 15 ellen flächsene (flecksnə 'feinere') leinwand, 6 kloben flachs usw. ebda 253. zuweilen auch substantiviert: werckenes (etwas) etwas so von werck, werrig oder warck gemacht ist; what is made of hards of flax or hemp Ludwig t.-engl. (1716) 2453; sowie in der komposition wergengarn: stupea fila werckingarn Orsäus nomencl. meth. (1623) 254; an diesen segel-tuͤchern wird das flaͤchsene garn zum auffzug oder scheerung genommen, und das heeden oder wercken-garn zum einschlag Marperger hanff u. flachs (1710) 50; tau-, wercken-, segel-garn rope yarn Ludwig t.-engl. (1716) 2453; und wergentuch: so jemandt anfecht zuzweiflen, ob er muͤge leinen tuͤcher, hende [!], wischtuͤchlein und tischtuͤcher brauchen oder nicht: der wirdt darnach auch vom hanff nit on zweifel sein, ja er wird zuletzt auch zweifeln ob er auch grob werckentuch brauchen möge J. Calvin institutio christianae religionis (1572) 534; wercken tuch tela di stoppa Kramer t.-ital. 2 (1702) 1326ᶜ; mundartlich: wergen duch grobe leinwand, sacktuch Follmann lothr. 544; we̜rəkə dòx tuch aus werg Münch ripuar.-fränk. 121; wièreken-doch die hanfleinwand, la toile de chanvre Gangler luxemburg. 482; werken-tuch grobes tuch, sackleinwand Spiess Henneberg 281. dagegen: werches garn Bruns volkswörter d. prov. Sachsen ²74.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 322, Z. 67.

wergen, vb.

wergen, vb.,
im schwäb. 'den flachs (werg 2) schwingen', s. Fischer 6, 1, 702.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 323, Z. 52.

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Zitationshilfe
„wergen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wergen>.

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