Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werkbrett, n.

werkbrett, n.,
'bey verschiedenen handwerkern, ein bret, auf welchem sie zuschneiden oder andere arbeiten verrichten' (Adelung wb. 4 [1801] 1504): item es sollen die vorgemelten zwen meystere zum allermynsten inn iglichem moende eyns alle meystere des gultsmytwergs zu huse ersuchen und yen ir obgeordeten silber, das sie uff iren werckbreden oder inn ihren silberbussen ungeverlichen finden, myt eynem stich oder suhst im fuer versuchen (1402) Frankfurter zunfturkunden 1, 234 B. Schmidt; inen ward auch von den gesellen zuͦgelassen, alle arbeit, so uff dem werckbret lag, nach irem willen zuͦ besichtigen (1556) Wickram w. 2, 242 Bolte; quem sutores dicunt einen werg-meister, alicubi brett-meister, der am werck-bret stehe und zurichte A. Beier v. meisters söhnen (1695) 60; ich war dazu (zum arbeiten) sofort erbötig, und wurde mir meine stelle am werkbrette eingerichtet Klöden jugenderinn. (1911) 189; (Rolf:) was war sie eigentlich in der fabrik? (Hedwig:) poliererin — für die blanken silbersachen. es soll eine anstrengende arbeit sein; — den ganzen tag in der schlechten heissen luft und die brust in das werkbrett gepresst Hirschfeld mütter (1896) 14; sie sah sich nur in unserer stube um, der alle behaglichkeit fehlte, seit sie zugleich (sattler-) werkstatt geworden war ... die meisten bilder waren durch werkbretter von der wand vertrieben worden Stehr drei nächte (1928) 217. als fachsprachliche definitionen finden sich: werkbrett (korbmacher) ein 4 fusz langes und 3 fusz breites brett, worauf derselbe seine körbe zum theil flicht Jacobsson technol. wb. (1781) 4, 637; werkbrett (riemer, sattler) ein lindenbrett, sehr glatt und eben, worauf diese professionisten ihre arbeit von leder mit dem werkmesser zuschneiden ebda 4, 638; werkbrett, n., z. zuschneiden, fr. écofrai, engl. cutting-board, work-board Beil technol. wb. (1853) 654; s. ferner Mensing schlesw.-holst. 5, 528 und Fischer schwäb. 6, 2, 3405; die von Schmeller (bayer. wb. 2, 986) angeführte mhd. bildung ist ohne zusammenhang mit der im neueren dt. üblichen zusammensetzung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 350, Z. 51.

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Zitationshilfe
„werkbrett“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werkbrett>.

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