Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werkeisen, n.

werkeisen, n.
1)
schmiedbares eisen (vgl. schmiedeeisen teil 9, 1060): es soll der stat paumeister geflissen sein, das er aufs minst ein pfunt oder zwai schinn allerlai eisens, von werckeisens, rat, deuchel, grosz und klein, auch stürcz und schlosz plech ... alles zu der stat nottorft pei im ligent hab ..., nachdem man der stat schlosser und schmid alles eisen zu der stat arbeit geben musz darzu Tucher baumeisterb. 97 lit. ver.; wer die schmitt eisen verkauffen darff der dess handwercks ... gerechtigkaith nit hat, der soll ... (nicht unter 1) schilling werkeisens, 1 sch. radeissens unnd 25 pfundt stahl verkauffen qu. a. d. j. 1560 bei Fischer schwäb. 6, 1, 706.
2)
eisernes werkzeug (vgl. werkmesser sowie wirkeisen teil 14, 2, 551), insbesondere eines schmiedes und tischlers: wenn ein pferd verhefftet oder vernagelt worden ist, so lasz den schmidt mit dem werck-eisen zum schaden arbeiten oder sonst wircken, wie sonst, wenn er beschlagen wil Walther pferde- u. viehzucht (1658) 70; werck- ò wirck-eisen (eines schmides) cura-netta, rosola, rosetta, incastro, scobbia da maniscalco Kramer t.-ital. 2 (1702) 1361ᶜ; werkeisen (hufschm.) fr. bute, engl. buttress Beil technol. wb. (1853) 654; an dem morgen klang das werkeisen schärfer als sonst von der (tischler-)werkstatt herüber E. Zahn d. Clari-Marie (1907) 105; oder schuhmachers: werckeisen, zuschneid-messer oder schrot-eisen eines schusters Rädlein dt.-it.-frz. (1711) 1048ᵇ; werkeisen bei den lederarbeitern, so viel als werkmesser Krünitz encycl. 238 (1856) 426. vereinzelt auch gleichbedeutend mit hefteisen (s. teil 4, 2, 768): vnnd fasset das geschirr am boden an sein hefft oder werckeisen Mathesius Sarepta (1571) 195ᵇ (vom glaszmachen); sowie für arbeitsgeräte anderer art: werkeisen ein eisernes, spitzes instrument, um damit werk oder werg in die holzfugen eines schiffes ... oder moos zwischen granit, kalk und basaltblöcke einer mauer fest einzutreiben Hübner zeitungslex. (1824) 4, 916; werkeisen, werkhammer hammer zum zerschlagen des roheisens, zum schmieden des stab- und zaineisens etc. Mothes baulex. 4 (1884) 475ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 352, Z. 52.

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Zitationshilfe
„werkeisen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werkeisen>.

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