Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gewerkt, participiales adjectiv

gewerkt, participiales adjectiv
zu werken mit der besonderen bedeutung von gewerklich, werkfertig: item mer verprennt ein zimberhütten und ein costlich werchhus und darunder ob 600 guoter, userlesner pritter ... item verprennt und zerhown das costlich zimerholtz, das gewercket was, hür uff zurichten und sust, das 200 guldin wol costet. chronik des gotzhaus St. Gallen s. 76 Hardegger.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1907), Bd. IV,I,III (1911), Sp. 5673, Z. 75.

werken, vb.

werken, vb.,
operari.
formen und verbreitung. an.-isl.-norw.-schwed. verka; afries. *werkia in: unforwerkad; as. *werkōn in: far-, gi-werkon; ahd. werkōn, mhd.-nhd. werken; hingegen gehört mnd.-mndl. werken (wrohte, gewrocht) zu wirken, dazu auch die e-formen des heutigen nd. und md. (s. teil 14, 2, 551 und 553). auch im obd. ist werken (˂ werkōn) weithin unüblich geworden: 'heutzutage fast nur mehr in zusammensetzungen' Schmeller-Fr. bayer. 2, 986; bei Martin-Lienhart elsäss. 2, 852 als 'abgestorben' gekennzeichnet; nur im schwäb. (wę̌[ə]rkə, wę̌ərxə, wę̌rxə Fischer 6, 1, 707) und schweiz. (vgl.wǟrche Seiler Basel 310; wärcha Bühler Davos 1, 201; wērXXə Stickelberger Schaffhausen, in PBB. 14, 453; wǟrΧän Schild Brienz, in PBB. 18, 358) noch im gebrauch.
bildung und anwendung. werken (ahd. werk-ōn) ist ableitung von werk. neben der anwendung als intransitivum steht im dt. wie im nord. der transitive gebrauch. im nhd. (17. jh.) tritt werken gegenüber arbeiten, schaffen und wirken zurück (s. u. 1 a), auf welche stichwörter bereits Kramer t.-ital. (1678) 1230 unter wercken verweist. erst durch schriftsteller wie J. Gotthelf, J. u. W. Grimm, F. L. Jahn (s. u.) wird werken der nhd. hochsprache zurückgewonnen, ohne ein so geläufiger bestandteil wie wirken oder arbeiten zu werden.
1)
arbeiten, tätig sein, handeln.
a)
vom menschlichen tun:
firdrib fon uns in drati allo missodati,
thiz festino uns in muate, theiz uns irge zi guate,
thaz uuir tharana uuerkon mit uuakaren githankon,
ioh uuir thaz io ahton mit luteren gidrahton
Otfrid II 24, 35 Kelle;
ziu neuuerchost du so ouh andere liûte quare non facis quod alii faciunt Notker (s gloss.) 2, 397, 13 Piper; inden sibin tagin hat man vnmvze iegelicher alse der sin gewerb getan ist ... alse wir inden sibin tagin nv werken. also ir schinen wir inder octaua. hin zeivngist altdt. pred. 4, 50 Wackernagel; du solt den virtag nit versmaͤhenn mit werche noch brechen als die kaͤtzer, die an dem sunnentag gerner werchant denn an dem maͤntag St. Georgener prediger 2, 4 Rieder; waͤre daz dehain werchman jemer her kaͤme er waͤre zimberman oder mûrer vnd hie wolti werken er waͤre her besent oder nit (1385) stadtbuch v. Schaffhausen, in Alemannia 5, 24; es sagt sanctus Paulus, wer nit will wercken, der sol auch nit essen Joh. Pauli Keisersbergs narrenschiff (1520) 139ᵇ;
dann sie all drey ir arbeyt pflagen,
ja allesz, das sie z schaffen hetten.
sye spunnen, wepten und auch neten
und werckten all drei unverholen
Wickram w. 7, 162 Bolte;
wie einer werckt, so krigt er lohn Eyering proverb. (1601) 2, 476;
wir werffen ab die sorgenlast
und schlaffen in die wette,
dasz sich
ruhig
unsre glieder
frischen wieder
und verstärken,
welche morgens munter werken
G. Ph. Harsdörffer in: ev. kirchenl. 5, 4 Fischer-Tümpel;
im nhd. wird werken unüblich. bereits Stieler erklärt: werken, gewerket laborare, operari, verbum vetus germ. hodieq(ue) in Belgio et Saxonia usitatissimum. nobis autem in qvibusdam compositis solum remansit Stieler stammb. (1691) 2558. Campe (1811) bucht es dann als eins der 'veralteten wörter, die aber entweder von guten schriftstellern schon wieder erneuert worden sind oder doch die erneuerung zu verdienen scheinen'. danach finden sich wieder literarische belege, nicht nur in archaischer oder landschaftlicher sprache: da werkten sie emsig zu tag und nacht und bauten hütten br. Grimm dt. sagen (1891) 2, 123; diese tanten ... wurden alle noch schlechtere hausmütter als meines vaters frau, obgleich meine groszmutter nicht rühmens genug machen konnte, wie sie dieselben werchen lasse Gotthelf ges. schr. (1855) 1, 4;
dein gsang muesz a knecht sein,
der tag und nacht werkt
Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 1, 169;
wo es was zu werken gab, hiesz es: 'lasz ruhn, bis die Resel kimmt, die tuat's guat schaffen' H. Dalmer d. Wurzer-Toni, in: daheim (15. 2. 1913) 16; der herr (Beethoven) hatte gewerkt, den abend bis tief in die nacht, am credo Th. Mann Faustus (1948) 94; sondern auch sonst in gewähltem stil: freilich bin ich jetzt nur selten schon baumeister, der gleich mit kunstsinn werket, aber stets geschäftiger bauherr (12. 1. 1822) F. L. Jahn br. 251 Meyer;
armut ... allein weckt alle die künste,
denn lehrmeisterin ist sie der arbeit; selber zu schlafen
nicht ja erlauben die bösen dem werkenden manne die sorgen
Rückert nachlasz 113 Rückert;
lausche ich euch, schwalben,
lächle ich meines werkenden tuns
E. Toller d. schwalbenbuch (1924) 46;
dutzende mädchen schichteten in der druckerei die bogen; die setzer, binder, verfrachter, kommissionäre werkten von früh bis nachts St. Zweig welt v. gestern (1947) 369; sowie in der fachsprache des modernen werkunterrichts: so werken wir. einfache werkzeichnungen mit ausführlichen arbeitsanweisungen G. Steger 1 (1958) titel.
b)
vom wirken metaphysischer mächte: et non est secundum opera tua. vnd nâh dinen uuerchen neist iro nehêin. dir gelîcho neuuerchot iro nehêin. dû tâte himel unde erda Notker 2, 356, 8 Piper;
van des heiligen geistes bedauwen
der vor tage van den himel quam
unnd die menscheit an sich nam,
des himels dauwe, den heiligen geist,
zu pingesten danne sin gnade leist,
der in Marien had gewerckt
Johannes Rothe lob d. keuschheit 2005 Neumann;
ich (der tod) hawe sie hin als das hawe
ich fuͤrcht auch niemals drawen.
ich wercke, ich wercke grewlich,
mir ist der riese mit dem zwerge gleich
Schernberg spiel v. fr. Jutten (1480) v. 963 Schröder;
jetz sind gefaͤrliche zeit, dar in der teüfel werckt Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 165 ndr.
c)
von der wirksamkeit sonstiger kräfte, dinge und lebewesen:
waz minne sy oder waz sie ist
oder wie sie zu dem menschen kumt
oder wie sie schadet oder frumt
oder waz sie werket oder wirket,
wie sie sich in vernunft verzirket
und wo von sie erblindet
minneburg 713 Pyritz;
er ist erstanden von den dotten, vnd dorumb werckent die kreffte in im erste dt. bibel 1, 54 lit. ver.; die seidenwürm ... gleich wie man hoͤren kan, wann sie alle mit eynander ... arbeyten, also lassen sie sich auch hoͤren, wann sie auffhoͤren zuwercken M. Sebiz feldbau (1579) 452; diese (die hummeln) seind die aller vnnuͤtzsten vnter den bienen ... sie haben kein angel, woͤllen auch nicht wercken, sondern leben schlechts von der andern arbeit, innsonderheit die wilden Fischart binenkorb (1588) 263ᵇ; dann etwan wercken sie (die bienen) gar weidlich, etwan tragen sie eier herfuͤr H. Frölich offenbarung d. natur (1591) 178; also seind auch ohn alle ruhe die ding in der natur, das ist, sie wercken fuͤr vnd fuͤr Paracelsus opera (1616) 2, 77; das geld werchet am meisten Kirchhofer schweiz. sprüchw. (1824) 246;
ich, ein mensch,
rufe euch auf!
...
euch pferde, sonnenlos werkend in verpesteten schächten
E. Toller d. schwalbenbuch (1924) 32
2)
mit ergänzungsbestimmungen verschiedener art.
a)
präpositionalen.
α)
mit etwas werken:
nu horet, dat iw gud ghesche
desser instrumente dre
bruket mennich ammetman
de dar mede werken kan
meister Stephan schachbuch 94 gel. estn. ges.;
du magst yetz nit me wercken mit den henden Joh. Pauli Keisersbergs narrenschiff (1520) 164ᵃ; ... dasz einer mit einem gebrochenē arm noch etwas schaffen vnd wercken koͤnne Würtz wundartzney (1624) 415;
wie die hand
mit zang und hammer mühsam werken musz
G. Hauptmann ges. w. 4 (1906) 161 (versunkene glocke 4);
der Friedl werkte mit beil und säge wie ein richtiger holzknecht Rosegger försterbuben (1907) 136.
β)
am herde, im garten, auf dem felde (u. dgl.) oder an etwas werken: die werchotend, es wär im graben, am murwerch oder in wingarten Richental Constanzer concil 86 lit. ver.; einer tochter, die vff dem feld wercket Keisersberg brösamlin (1517) 2, 68; alsbald er seine acker geseyt, muͤszt er in den reben anfahen zuͦ wercken Wickram w. 3, 6 Bolte; es muszten auch die zimmerleut stetigs an den sturmrüstungen wercken Schlusser beschr. d. protestierenden kriegs (1573) 47;
mit frewden will ich wercken
an gottes baw vnd werck
J. V. Andreä in: ev. kirchenl. 3, 251 Fischer-Tümpel;
leibhaftige menschen, ob von bäurischem geschlechte;
die einen werkten hinterm pflug
Spitteler olymp. frühl. (1911) 2, 215;
jeder bauer werkte mit seiner sippe und seinem gesinde auf seinem erdreich und hof ganz einsam K. F. Leppa herzenssachen (1928) 7; wie Peter so am herde werkt daheim (4. 5. 1933) 13ᵃ. von den bienen auch an den waben werken: inn grosen ... regenszeiten ... soltu die binstoͤcke mit honig ... versehen, biss das sie widerum̄ selbs koͤnnen ... an den waben ... wercken M. Sebiz feldbau (1579) 302.
γ)
um (auf, ohne) sold, lohn werken:
si muͤsten werchen ane lon
Ramassen und Phyton,
zwͦ stete groz, da pharao
bi den ziten wolte do
sine besten houbit veste han
und sine riterschaft da lan
Rudolf v. Ems weltchron. 8464 Ehrismann;
er solt zü den richen gon
und die armen umb ir nottürft werken lon
Christus u. d. minnende seele 298 Banz (v. 788);
der ist eyn narr vnd grosser dor,
wer eym werckman den lon gibt vor;
der macht nit werschafft vff dem merckt,
wer nit vff kunfftig blonung werckt
Seb. Brant narrenschiff 113 Zarncke;
sie (die werkleute) werckten do umb iren solt,
das was eyn anzal rotes goldt
Wickram w. 8, 97 Bolte.
δ)
mit jem. werken oder zu werken haben:
und sich kein pfaff darff lassen mercken,
das er mit huren hab zu wercken
Pasquillus ein gesprech von etlichen desz bapsti mammalucken (1570) C 3ᵃ;
Lellio vnd Sexto auff der andern seyten mit einander werckten (im kampf) buch d. liebe (1587) 121ᵇ.
b)
dativischen; jem. werken 'für jem. arbeiten':
und wer den esel vuorte hein,
des tages sölt er im spîse geben,
...
der man gedâcht: 'er ist nicht dîn;
dîn bruoder spîst in morne wol,
dem er ouch morne werken sol'
Ulrich Boner edelstein 89, 22 Pfeiffer;
darumb daz die tuͦchman oder schnider, kürsner, schuͦchmacher und ander ir arbaiter zuͦ den tagen, so sy inen werchotten, davon gespist wurdint Oheim chron. v. Reichenau 41 lit. ver.; der hat uns die schyssenden helgen ufgericht, dasz sy sich vor der welt verkoufend, sam sy gott schon bezalt habind, und werchind uns ietz um lon Zwingli dt. schr. 1, 322 Sch.
c)
akkusativischen; etwas werken, wobei zuweilen ein dativ oder eine präpositionale bestimmung hinzutritt.
α)
'ins werk setzen, tun, verrichten': laborent quod necessarium fuerit uuerchoen daz duruft ist kl. ahd. sprachdenkm. 254, 9 Steinmeyer (Ben.-regel 48); operentur quod eis iniungitur uuerchoen daz im ist anakimachot ebda 255, 20;
vil ich noch rede von im habe
von maniger werke, tugende tât,
die er uf von kinde gewerket hât,
die wil ich hie lâzen nu,
dâ gehôrt ein ander mûze zû
d. kreuzfahrt d. landgrafen Ludwigs d. fr. v. Thüringen 5514 Naumann;
fach ich mit im reden an,
so laszt er all syn arbeit stan;
redt ich mit im dry gantzen stundt,
nit einen streich er wercken kundt
Murner narrenbeschwör. 201 ndr.;
also sprach Jordanus, wann du ein weil gelisest, so solt du denn ein weil betten vnd darnach ein weil ettwas wercken Keisersberg brösamlin (1517) 67ᵃ;
mit den henden was redlichs werck,
daruon du erhaltest das leben,
dem duͤrfftigen auch habst zu geben
Eyering proverb. (1601) 1, 103.
vereinzelt auch jemandem oder an jemandem etwas werken: der dir etwas wercke. zuͦhant gib im seinen lone erste dt. bibel 7, 12 lit. ver.; eyn guͦt wercke hat sy gewerckt an mir ebda 1, 176.
β)
'bewirken, schaffen, errichten, herstellen': edificat uuerchot (8. jh.) ahd. gl. 1, 42, 35 St.-S.;
gesidele hiez er werken, sô wir hœren sagen.
des muose man von dem wilden walde dar tragen
Kudrun 38, 1 Symons;
ich het wol darfft der alchamei,
daz ich het aus kupfer und plei
golt und silber gewerket
und daz metal gesterket
(1462) Michael Beheim buch v. d. Wienern 2, 29 Karajan;
schick darauff desselben, so ich gewerckt, abschrifft G. Ortolff päpstl. bull (1509) A 2ᵇ; aber es soll mir niemās den rychē tempel in Iudea, tisch, amplen, rouchfasz ..., so do vsz gold subtyl gewaͤrkt waren, für werffen Gengenbach 179 Goedeke; auch im sinne von 'flechten, weben' (s. Fischer schwäb. 6, 1, 707):
was man wúrken solte
und werkes haben wolte
von golde und och von siden:
beraiten und beschniden,
werken, weben, spinnen
schweizer Wernher Marienleben 785 Päpke;
und muͤssen von den seidenwuͤrmern ... die seiden einsamlen, solche zubereiten, spinnen und davon so viel stukke waͤrken, als ihnen jaͤhrlich angekleidet wird Chr. Arnold offen thür (1663) 5. im neueren dt. begegnet werken nur vereinzelt (vgl. 1 a): wo man ... in sinnlosem baukram ein Versailles zu werken suchte F. L. Jahn w. 1, 518 Euler;
ein zuruf. arglos nahte, ahnungslos der kniffe,
Asklep. und Pallas erst verpfuscht ihm die begriffe.
mit 'dennoch, 'trotzdem', 'nichtsdeszweniger' und 'zwar'
rührt ihre redekochkunst ihm den hirnbrei gar,
und ihrer hände hitzig gaukelspiel verstärkte
das hafermus, das ihre fleiszige zunge werkte
Spitteler olymp. frühl. (1911) 2, 107.
γ)
'bearbeiten, formen, prägen' u. dgl.: lâz dich got werken Hermann v. Fritzlar in: dt. mystiker 1, 225 Pfeiffer; gott ... satzt jn in den lustbarlichen garten paradis, den er pflanzet hat, dasz er den inhielte und jn werchete Zwingli dt. schr. 1, 182 Sch.; das dieselben march silbers, so man die zu diser muͤntz wercken und ze pfenningen ussbereiten soll (vor 1572) Tschudi chron. Helvet. (1734) 2, 158; auch schanckt er ... jedem botten besonder 20 marck gewerckets silbergeschirr Stumpf Schweizer chron. (1606) 739ᵇ;
man jagt aus dem gestroͤh das angeneme koren,
darinn es war geboren.
bevor es aber uns den hungersnoͤhten steurt,
wird es gemalt, zerstaubt, gewerket und gesäurt?
Harsdörffer gesprächsp. 7 (1647) 130;
vereinzelt auch im neueren dt.: durch die schichtung der hochschüler hat der streitschriftler den nötigen baustoff bekommen, um seine storgerbühne zur ahnenprobe der weiber zu werken F. L. Jahn w. 2, 824 Euler.
d)
vereinzelt begegnet die wendung sich zu todt wercken immori laboribus Dentzler clavis (1713) 349ᵃ.
3)
substantiviert.
a)
der infinitiv: nu hilt er geistlich lebn gar volleclichen mit werkene, mit vastene vnd mit allen guten dingen der veter buoch 62, 5 Palm; also verstond in andren dingen die mittel sind, wie fleisch essen, als wercken am fyrtag ... vnd der glichen Zwingli v. freiheit d. spisen 34 ndr.;
des werckens hab ich nit gewont,
mein laͤbtag mich daruor geschont.
sol ich dann inn mein alten tagen
erst stein, erd, holz vnd pflaster tragen
H. R. Manuel weinsp. v. 411 ndr.;
wir muͤssen in dieser welt, in diesem muͤhseligen jammerthal mit werben und werken umgehen, wir sollen nicht in loͤcher, klausen und winkel kriechen Jac. Böhme s. w. 4, 193 Schiebler;
der gelehrten wandel ist sehr ehrlich,
jedoch im wercken spaͤrlich
Lehman floril. polit. (1662) 1, 324;
so wieder gelegentlich im neueren dt. (vgl. 1 a): schwabader und werkader. benennungen der arterien in einem ... vocabular ... 1440. scheinen das pulsiren der schlagadern, welches als schwappen und werken genommen wurde, ausdrücken zu sollen Hyrtl anatomie (1884) 141; die Urschel bekam fersenweh und schwindel vor lauter hin- und herrennen und werken im haus Handel-Mazzetti Jesse u. Maria (1911) 1, 377; ein uralt werken ist das kornbauen K. F. Leppa herzenssachen (1923) 20; um die (guten handwerker) herauszufinden, musz man aber den sechsten sinn für das handwerken haben — ganz gleich, um was für ein werken es sich handelt Kluge Christoph Mahr (1934) 160; werken an der volksschule H. Rothweiler (Bühl-Baden 1956) titel.
b)
das participium präsentis: wir Rathenower ... hoffen aber auch, dasz nun bald neues arbeitsleben in die anderen verwaisten fabriksäle ringsum einzieht und dasz dann die werkenden nach getaner pflicht den weg in unser gotteshaus finden daheim (30. 3. 1933) 15ᵇ; (in der staufischen zeit) ist die gleich schicht der mit der hand werkenden da wie vorher; aber es entsteht ihr ein vorbild für menschliche haltung (im ritter) W. Pinder d. kunst d. dt. kaiserzeit (1935) 1, 181.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 359, Z. 1.

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„werken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werken>.

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