Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werkleute

werkleute,
plur., wie handwerksleute (s. teil 4, 2, 428 sowie unter werkmann), operarii (Melber voc. [1482] S 3ᵃ): vffen den monticulum uuorchta er (David beim tempelbau) ter quinque gradus. triu stunt umbe unde umbe undirtâne daz diê uuerchliûte unde alle liûte clementer ûf unde nidergân mahtin Notker 2, 544 Piper; daz daz himilrih kelih si demo hûsherro. der des morgenis fruo in sinan uuinkarten samenoti dei uuerhliuti ebda 3, 405;
... zehin tusint man
die sih des hoͮwins namen an
...
ubir die werchlúte er nam
einin werchmeister hiez Yram
(um 1250) Rudolf v. Ems weltchronik 32557 Ehrismann;
item han wir gesast vnd geboden eynen gemeynen loyn allen zymmerluden, deckeren ind steynmetzen, die vur sich selber werkelude sint (1416) urk. u. akten z. gesch. d. st. Koblenz 230, 33 Bär; vnd behalten das flaisch den arbaitern vnd wercklüten zuͦ spyse (um 1470) Niclas v. Wyle translationen 270 lit. ver.; hieher gehört auch der gehorsam des gesinds, der werckleut und taglöner gegen yhren herrn (1525) Luther 16, 506 W.;
also die werkleut ohn verdriessen
sich keine arbeyt tauren liessen
Spreng Ilias (1610) 12ᵃ;
(der) schichtmeister ... soll ... die ... werck-leute zu ... fleiss anermahnen Schönberg berginform. (1693) 1, 4; im neueren dt. gegenüber sinnverwandten wörtern wie arbeiter zurücktretend und nur noch gelegentlich anzutreffen (zum mundartlichen gebrauch vgl. Tobler Appenzell 446, Fischer schwäb. 6, 1, 709 sowie Schmidt-Petersen nordfries. 162): zumal wenn dieselben unter die haͤnde bloszer werkleute und empirischer handarbeiter gerathen neuer büchersaal (1745) 5, 418; das hölzerne gerüste (der errichteten zwingburg) steht noch, an dem die werkleute auf- und absteigen (vorschläge für die dekoration des W. Tell, an Iffland) (5. 12. 1803) Schiller br. 7, 100 Jonas; wenn die werkleute ... ihr frühstück verzehrten, ... da sass der Geigerlex ... unter den ruhenden B. Auerbach schr. (1892) 13, 213; im besonderen rechnet man die zeichnungen dazu (zu den werkzeichnungen), die von den werkleuten auf dem bauplatze gebraucht werden Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 883; die werkleute (beim Speyerer erneuerungsbau) kamen nicht nur aus Deutschland W. Pinder d. kunst d. dt. kaiserzeit (1935) 1, 142. dasz werkleute überwiegend für bauhandwerker gebraucht wird, bestätigen einige lexikographen: die werkleute die arbeitsleute, besonders die zu einem baue nothwendigen handwerker, arbeitsleute Adelung 4 (1801) 1504; werkleute nennt man im allgemeinen die bei bauten beschäftigten handwerksleute Helfft wb. d. landbauk. (1836) 407. als bildliche anwendungen finden sich: denn mit dem weisen regieret er (gott), und mit dem albernen bauet er: sie sind allzumal seine werkleute zu seiner wunderthat Jac. Böhme s. w. 4, 256 Schiebler; sollen die ehrlichen Deutschen die werck-leute deiner meichel-moͤrderischen verraͤtherey seyn? Lohenstein Arminius (1689) 2, 1007; seit ich nämlich die phantasie und ihr angewöhntes gestaltungsvermögen nicht mehr am tage beschäftigte, regten sich ihre werkleute während des schlafes mit selbständigem gebaren und schufen mit anscheinender vernunft und folgerichtigkeit ein traumgetümmel in den glühendsten farben und buntesten formen G. Keller ges. w. (1889) 3, 102.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 379, Z. 10.

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Zitationshilfe
„werkleute“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werkleute>.

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