Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werkschuh, m.

werkschuh, m.
1)
altes längenmasz der werkleute (vgl. werkelle, -fusz), am verbreitetsten wohl 'beym bauwesen der rheinländische schuh, der gemeiniglich in seine 12 zolle eingetheilt ist' ( v. Eggers kriegslex. [1757] 2, 1338), doch weist schon Kepler darauf hin, dasz 'solche werckschuche gar vngleich vnd vnderschiedlich (sind), wie auch die menschen mit ihren schuchen vnd ellenbogen vngleich auffwachsen' (1616) opera 5, 505 Frisch (weinvisierb.): so aber bei unser statt heüser torn mauren iemant buwen wolt, der soll entweichen siben gewonlicher werckschuͦ d. st. Worms reformation (Straszburg 1513) 23ᵃ; dz ich vonn namhafftigen werckleuten und steinmetzen selbs gehoͤrt, dasz dieser thurm in der hoͤhe 574 werckschuͦch gemessen Seb. Franck chron. zeytbuch (1531) 446ᵇ;
(die schlange) war hundert zweintzig werckschuch lang
(1558) H. Sachs 8, 607 lit. ver.;
eben also theilen sie (die Römer) auch jren fusz oder werckschuch inn 12 vntz oder 16 quer finger Mathesius Sarepta (1571) 174ᵇ; mit zwo grossen glocken ... darunter die eine ... in der runde xxiv werckschuh hette Micraelius Pommerland (1640) 4, 47; wird in die mitten aber ein stecklein, etwan von zwey oder dritthalben werckschuhe hoch in die erden gesteckt Aitinger jagd- u. weidbüchlein (1681) 71; die glieder (der reuter) müssen 12 werck-schuh auseinander seyn reglement vor d. kgl. preusz. cavallerie-regimenter (1748) 1, 12; darüber die offene brücke, dreiszig werkschuhe breit Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 30, 195; ich habe nur ... einige werkschuhe vom alten gemäuer, die noch im baulichsten zustand waren, stehen gelassen (24. 12. 1825) Görres ges. br. (1858) 3, 216; statt der ihm wohlbekannten st. Gilgengasse ... sah er eine prächtige, wohl vierzig werkschuhe breite strasze vor sich G. Flammberg d. goldene becher (1871) 10; s. auch Helfft wb. d. landbauk. (1836) 407; Beil technol. wb. (1853) 655; Mothes baulex. (1881) 3, 343.
2)
vereinzelt gleichbedeutend mit messrute: erhabt er sich ein wenig, so nehmen sie ihren werkschuh oder ihre messruthe in die hand Zimmermann einsamkeit (1784) 3, 502.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 394, Z. 62.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„werkschuh“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werkschuh>.

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