Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werksilber, n.

werksilber, n.
1)
'silber, wie es der goldschmid verarbeitet' (Fischer schwäb. 6, 1, 713), argentum factum (Frisius dict. [1556] 117ᵃ): item sal furtme keyn meyster ... sin wercksilber, damyt er arbeyten und wircken will, nyt krencker schicken dann eyner gebrantten marck silbers eyn halp loyt (1465) Frankfurter zunfturk. 1, 1, 233 Schmidt; wie die goldschmide jrem wercksilber vnd die muͤntzer der muͤntze jre zusetze ... zusetzen Mathesius Sarepta (1571) 55ᵇ; achtloͤthig silber, dasz es in strich ist, wie zwoͤlffloͤthig. nimm drey theil eisen, sechsthalben theil spieszglasz und drey theile kupfer, lasz es mit einander zu einem koͤnige flieszen, setz ihn halb so viel fein silber zu, treibe es so lange ab, bisz der halbe theil des reguli davon kommt, so hastu ein schoͤn werck-silber H. v. Fleming teutscher soldat (1726) 362; unser münz- und werksilber enthält in der mark 12 bis 13 loth silber, was in den münzstätten durch legirung von bergfeinem silber mit kupfer in dem bestimmten verhältnisse dargestellt wird Liebig chem. br. (1844) 109; werksilber frz. argent d'orfèvrerie, engl. jeweler's silver Beil technol. wb. (1853) 655. zuweilen ausdrücklich von feinsilber (reinem silber) unterschieden: desgleichen (sollen die goldschmiede arbeiten) das fein silber zu sechzehen lothen und werksilber zu vierzehen lothen bei peen des feuers (1550) kurmärk. ständeakten ... Joachims II. 1, 834 Friedensburg; ob es gleich wercksilber vnnd nit fein wer, so jrrt es doch nichts L. Ercker beschreib. (1580) 76ᵇ.
2)
'das im werkblei enthaltene silber' (Bucher kunstgewerbe [1884] 438ᵇ): offt schepfft man mit eysernen kellen die bley ausz darinn das silber ist vnd geusst es inn eyserne pfenlein, solche scheiben ... heisset man huͤttenwerck oder wercksilber Mathesius Sarepta (1562) 212ᵇ; s. auch Krünitz encycl. 238 (1856) 427.
3)
'werksilber, bruchsilber nennen die probirer und goldschmide dasjenige silber, so von altem silbergeschirr zusammengeschmolzen und ihnen davon eine probe zu machen, gereicht wird' Jacobsson technol. wb. (1781) 4, 638.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 395, Z. 66.

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Zitationshilfe
„werksilber“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werksilber>.

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