Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

werktäglich, adj.

werktäglich, adj.,
alltäglich; profestus (Dentzler clavis [1716] 349); im gegensatz zu sonn- und feiertäglich (s. auch Fischer schwäb. 6, 1, 715 sowie PBB. 28, 62): meiner veyrtaglich vn̄ werckteglich teglich vn̄ nächtlich wachterin was sie vnuerdrossen (var. in hss. C und O, um 1470) Joh. v. Saaz ackermann 23 Bernt-Burdach; dasselbig euangelion wird auch gepredigt werden in den werckteglichen lection Joh. Bugenhagen Braunschweiger kirchenordn. (1531) P 3; die wercktaͤglichen klaider (alltagskleider), die der eemann seiner eefrawen zugeben schuldig, seind zuͦstunden der frawen aigen M. Pegius de jure et privilegiis dotium (1559) 30ᵇ; hat nun der werktägliche gottesdienst unter uns abgenommen, während er in der katholischen kirche noch überall herrscht? Schleiermacher s. w. (1834) I 12, 596; heute hingegen hab' ich leider in erfahrung gebracht, dasz nicht nur die tuche, sondern auch die seelen gekrumpfen werden und zusammenschnurren müssen, bevor sie zum werktäglichen gebrauch in wind und wetter was nutz sind B. Goltz b. d. kindh. (1847) 405; es ergibt sich demnach für ihn, da so ein paar holzschuhe um 5 bis 6 kreuzer verkauft wird, ein werktäglicher verdienst von 10 bis 12 kreuzer (1856) J. Meszner ausgew. w. 282 P. Meszner; auch im werktäglichen haushalt zeigt sich kein unterschied zwischen reich und arm Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 325; allmählich wuchs auch mein körper in das masz der werktäglichen aufgaben hinein qu. a. d. j. 1926; im hof deutete nichts auf ein künstlerisches unternehmen, alles war durchaus werktäglich H. Carossa d. tag d. arztes (1955) 125. werktäglich (adv.) 'an jedem werktag': danach müssen sich werktäglich sämtliche mitglieder ... zuerst um 9 uhr morgens in der abrechnungsstelle einfinden hdwb. d. staatsw. (³1909) 1, 9; substantiviert: sie sagt das ganz ruhig, als ob es etwas ganz werktägliches wäre Feuchtwanger Simone (1950) 82; vgl. auch die vereinzelt bezeugte ableitung werktäglichkeit, f.: Brentano ges. schr. (1852) 4, 405.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 412, Z. 24.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„werktäglich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werkt%C3%A4glich>.

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