Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

warp, werp, n., f., m.

warp, werp, n. f. m.
in verschiedenem sinn gebrauchtes niederdeutsches wort, mit der grundbedeutung 'wurf', mnd. warp (vgl. anord. varp 'wurf mit dem zugnetz' Fritzner 3, 875).
1)
der aufzug, die kette eines gewebes, mnd. warp, s. oben warf, n. in dieser bedeutung noch jetzt westfäl. warpe f. neben werft, n. Woeste 316, auch lux. warp f. wb. d. luxemb. mda. 476ᵃ neben werp f. 485ᵃ. zuweilen in quellen in hd. sprache: dij laken, dij man tzeichen sal, dij sullen wegen eynundtzwenczig phund ... und daʒ warp sal sin eynfar urkundenbuch der stadt Magdeburg 2, 63 (1415) Hertel; dasz man einem (wülner-) knecht ... soll geben ... vor 1 stück warp zu spinnen 5 [[undefined:curundefined3sch]], vor 1 wechte wevel zu spinnen 15 [[undefined:curundefined3sch]] Krumbholtz die gewerbe der stadt Münster 478 (nach 1569). vgl. auch wärpfen.
2)
ein gewebe mit leinenem aufzug und wollenem einschlag, so in der Neumark (warp, m.) zeitschr. f. d. mda. 1910, 37 und Altmark Danneil 243, auch in andern nd. gegenden: da vernimmt man haarscharfe berechnung, ob warp oder rother flanell sich für die weiber billiger mache F. W. Ziegler landwehrmann Kulle (1861) 7; der oft sichtbare unterrock (der frauen auf Mönchsgut) ist von schwarzem warb mit drei finger breiter dunkelblauer kante, der oberrock von schwarzem hausset Kretschmer deutsche volkstrachten, erklärung zu tafel 8.
3)
tau, an dem zum bugsiren (verholen) des schiffes der warpanker ausgeworfen wird, als warp oder werp, n. bei Dabovich naut.-techn. wb. 1, 1168ᵇ. v. Hoyer u. Kreuter techn. wb.⁵ 1, 832. aus dem nd. auch engl. warp, schwed. dän. varp. nach Falk-Torp 2, 428 wäre dies warp aus warptrosse verkürzt. die von Breusing nd. jahrb. 5, 18. Gödel 505 versuchte ableitung von werben 'sich wenden, drehen' (weil das tau eingewunden wird) ist nicht zulässig.
4)
dasselbe wie barre, wrange, der heckbalken im schiff, als warp, f. bei Mothes baulex. 1, 269ᵃ.
5)
der warpanker, als warp, m. bei Hoyer u. Kreuter 1, 832, als n. bei Stenzel seemänn. wb. 457ᵃ. — dazu: warpanker, m. anker, der zum bugsiren des schiffes an einer in der zielrichtung liegenden andern stelle fallen gelassen wird, worauf durch einwinden des taus das schiff in bewegung gesetzt wird Röding 6, 873 (werpanker), auch allgemein 'kleinerer anker' ( v. Alten handb. f. heer u. flotte 1, 369. Siebs Helgoland 301). in hd. form als wurfanker (Röding 6, 935. Bobrik 14ᵇ. Dabovich naut.-techn. wb. 1, 32ᵇ) oder werfanker: dieselbe nacht war Jan Martss gar auff dem grundt gewest, und musten sie ihr schiff mit einem werffancker wider abwinden Hulsius 2. schiffahrt (1615) 105; warffen sie das werffancker hinden ausz, und zogen es vom grundte 106. ten Doornkaat Koolman 3, 518. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1915), Bd. XIII (1922), Sp. 2109, Z. 1.

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Zitationshilfe
„werp“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/werp>.

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