Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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westerreich, n.

westerreich, n.,
s. Westrich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 641, Z. 15.

westrich, n., (jung auch m.)

westrich, n. (jung auch m.),
heute landschaft in der Rheinpfalz um Zweibrücken, früher ein gröszeres gebiet umfassend. das zugrunde liegende appellativum occidens westerriche (12. jh., Heinrici summar.) ahd. gl. 3, 204, 16 St.-S.; (12. jh.; Herrad) ebda 406, 4, ein kompositum aus wester adj. (s. d. unter 2) und ahd., mhd. rîche, wird in der bedeutung 'gegen westen gelegener landstrich' seit dem 13. jh. von den östlichen nachbarn auf ein zwischen Kurpfalz, Kurtrier, dem herzogtum Lothringen und dem Elsasz liegendes und besonders stark in kleine territorien zersplittertes gebiet als zusammenfassende bezeichnung angewandt und entwickelt sich damit zum eigennamen. vgl. E. Christmann das Westrich in: Pfälzer heimat 5 (1954) 2, 43—47 (s. dort die erörterung der formfragen). zu den belegen, die C. Pöhlmann d. älteste geschichte d. Bliesgaus 1 (1925) 152 ff. für die zeit vom ende des 13. jhs. bis zur mitte des 16. jhs. zusammengetragen hat, sind hinzuzufügen:
swaz ir (der fürsten) hat Hollant, Brabant, Vlandern vnde Krein,
Wettelant, Westerrich, der Karste unde Lorrein,
Vrîol, Stire, Kernd und Österriche
minnesinger 2, 383ᵃ v. d. Hagen;
item was vischer alhar in die stat koment, es si usser Westerich oder anderswo har, ... do söllent die ... solich vische verzollen (15. jh.; Straszburg) K. Th. Eheberg verfassungs-, verwaltungs- u. wirtschaftsgesch. d. stadt Straszburg 1 (1899) 416;
so kom uns einer (ein ritter) ausz Dürgen,
so hab wir einen ausz Sibenpürgen,
so hab wir einen von Westerreich,
so hab wir einen von Merkendeich
fastnachtssp. 360 lit. ver.;
also in Westreich und im Niederlande, da ist das erdreich wässerig Luther tischreden 3, 45 W.; und ward angeschlagen, das die herren zu Bitsch zusamen kommen und nachgehends durchs Westerreich, Brabant und Flandern iren weg ins Artois nemmen welten Zimmer. chronik² 4, 269 Barack; Westerreich Steinbach dt. wb. (1734) 2, 245; Westrich ebda 985; s. auch Martin-Lienhart elsäss. 2, 226; Schmeller-Fr. bair. 2, 1043; Fischer schwäb. 6, 3408; schweizer. id. 6, 160. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 651, Z. 8.

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Zitationshilfe
„westerreich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/westerreich>.

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