Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

westerwind, m.

westerwind, m.,
wind aus westen. zur bildung s. wester, adj. 2. mhd. reich bezeugt: chorum uentum westir wint (12. jh., apostelgesch. 27, 12) ahd. gl. 1, 752, 8 St.-S.; fauonius westerwint (12./13. jh.) ebda 3, 113, 14; ebda 405, 24;
der luft schadet hie niemen,   ez sint westerwinde
Kudrun 1139 Martin;
ein wester wint hûb sich vil grôz
von dem daz mer sêre irdôz
Sanct Brandan 825 Schröder;
nun wirt die ander port gestalt
gar senfftiglich und lind
dardurch die westerwind
her weyen süssiglich
Hermann v. Sachsenheim 238 lit. ver. (d. gold. tempel);
dô kam zehand ain westerwind und warff die höwschreckel all in daz mer d. dt. historienbibel 215 Merzdorf. die frühnhd. belege entstammen vorwiegend vokabularien: westerwint affricus (15. jh.) Diefenbach gl. 16ᶜ; fauonius (15. jh., md.) ebda 228ᵃ; sephirus ebda 528ᶜ; zephyrus (15. jh.) ebda 635ᵃ; friso (1486) ders., nov. gl. 182ᵇ. sonst ist das wort schon selten: oster- und westerwind, den man ober und nider nent, wäen dick und oft Turmair s. w. 4, 41 bair. akad.; aber der wynd zephyrus, der wester wynd, hatt der Persie zerprochne schiff vonn dem Athener port hin weg geworffenn Boner Herodot (1535) 131ᵇ; (Varro meint,) der glentz (frühlingsanfang) fahe an, so der westerwind von nidergang der sonnen anfahe zu wähen M. Herr d. feldbau (1551) 13;
ach suden- nord- und westerwind
die halten selten stille
(hs. 16. jh.) Uhland hoch- u. niederdt. volkslieder (1881) 98.
vereinzelt noch in der mundart bewahrt: westerwind Martin-Lienhart Elsasz 2, 837; Fischer schwäb. 6, 729; wȫšterwend Enderlin Kesswil 60 und im vers:
und allen, männern, weib und kind,
die richtung zeigt der westerwind
Liliencron s. w. (1896) 8, 212.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 641, Z. 56.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„westerwind“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/westerwind>.

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