Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

westsüd, westsüden, m.

westsüd(en), m.
(im sinne von 2 auch n.), als bezeichnung der 12-teiligen windrose die himmelsrichtung 30° vom westpunkte nach süden. das zu westnord(en) gesagte gilt sinngemäsz.
1)
als windbezeichnung. ahd. (meist formal abweichend) richtig für lat. africus: westsundroni Einhard in: monum. Germ. hist., script. 2 (1829) 459; westersunderwint ahd. gl. 3, 113, 48 St.-S.; westsundroniwint (12. jh.) ebda 204, 63; uvestansundan (11. jh.) ebda 608, 10; uuestsudan (12. jh.) ebda 608, 30. frühnhd. belege: gegen dem wind westsud (sept. 1522) Luther apostelgesch. 27, 12 (dafür i. d. dezemberbibel sudwest); zephirus ... hat zur rechten aphricum westsud S. Franck weltbuch (1534) 3ᵃ; subuesperus, argestes westsuden M. Ruland lex. alchem. (1612) 450. 2) als richtungsbezeichnung: dieses (vorgebirge Siziliens) neigt sich gegen dem winderlichen nidergang, das westsud Xylander Polybius (1574) 33; noch weiter hin nach west und west-süden zu Schnabel insel Felsenburg 4 (1743) 311. im sinne einer in der genannten richtung liegenden gegend: so brachte auch geistig der norden seinen wärmenden, langen tag in denselben west-süden, der mit grimmigen maifrösten auf die deutschen fluren gefallen war Jean Paul w. 45/47, 311 Hempel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 652, Z. 54.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„westsüd“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wests%C3%BCd>.

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