Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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wettbewerb, m.

wettbewerb, m.,
konkurrenz. neubildung des 19. jhs. für frz. concurrence (vgl. älteres wettwerben, sp. 685, mitbewerben, mitbewerber, teil 6, sp. 2339), die in der sprache des öffentlichen lebens besonders als schlagwort der liberalen wirtschafts- und soziallehre (vgl. freier wettbewerb) rasche verbreitung fand. das wort greift in neuester sprache auch auf andere anwendungsgebiete über und tritt oft an die stelle von älterem wetteifer (s. d. 4), wettkampf (s. d. 3) und wettstreit (s. d. 5). vgl. noch unlauterer wettbewerb teil 11, 3, sp. 1124.
1)
im sinne einer politischen rivalität: Preuszen, Östreich und die mittelstaaten würden bei dualistischer spitze auf wettbewerb um die öffentliche meinung in der gesammtnation wie in den einzelnen staaten angewiesen geblieben sein Bismarck ged. u. erinn. 1, 362 volksausg.; die möglichkeit eines wettbewerbs zwischen Wien und Berlin um russische freundschaft ebda 2, 284.
2)
vom leistungskampf in handel und wirtschaft; wettbewerb ist das verhältnis solcher personen zueinander, die mit aufwand irgendwelcher mittel einen zweck erstreben, den sie nicht alle erreichen können, wb. d. volkswirtsch. (³1911) 2, 1371: keine menschliche thätigkeit bedarf so sehr eines freien wettbewerbs und ungehinderten verkehrs, als der handel Freytag ges. w. (1886) 20, 308; Stein war nicht gewillt, ... unter dem vorwande des freien wettbewerbs die vernichtung des freien grundbesitzes zu erlauben Treitschke dt. gesch. (1897) 1, 280; den bauernstand für den modernen wirthschaftlichen wettbewerb ... erziehen Rosegger schr. (1895) II 2, 69; oder wäre sein mannhaftes auftreten ... gegen den unlauteren wettbewerb ... etwa nicht mittelstandsfreundlich? Leipz. neueste nachr. v. 9. 6. 1898; als ihr (der mennoniten) aufenthalt in der stadt wegen des einspruches der mit ihnen im wettbewerb stehenden kaufleute verboten wurde Keyser bevölkerungsgesch. Deutschlands (1938) 262. abwertend im sinne einer geschäftigen betriebsamkeit: der hatte sich lange tapfer gewehrt in diesem wettbewerb ums geld denkw. u. erinn. e. arbeiters (1903) 311 Göhre; ihm (d. jg. kaufmann) (kam) ... der ganze umtrieb und wettbewerb ums geld oft unleidlich roh und grausam ... vor H. Hesse kleine welt (1943) 60. auch auf industrielle und gewerbliche erzeugnisse übertragen: obgleich schon vor dem kriege der fremde indigo mit dem einheimischen farbstoff in wettbewerb trat Freytag ges. w. (1886) 20, 102; neue salinen traten in wettbewerb mit dem Lüneburger salz Ric. Huch im alten reich (1927) 265.
3)
von der konkurrenz in wissenschaftlicher und künstlerischer leistung: eine reihe tüchtiger fachzeitschriften zu Berlin, Blois, Brüssel, Hannover ... trat in wissenschaftlichen wettbewerb Luschin v. Ebengreuth münzkde u. geldgesch. (1904) 11; das dasein der kunst als einen wettbewerb im besseren schauen Rilke br. 1 (1950) 381; mit den groszen bilderwerkstätten Nürnbergs in wettbewerb zu treten, lag ihm (Dürer) nicht an Dehio gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 32; um das jahr 1000 war die deutsche kunst stärker als irgendeine andere; in allen himmelsrichtungen war sie ohne wettbewerb Pinder kunst d. dt. kaiserzeit (1935) 1, 35; (er) überragt ... alle seine zeitgenossen so sehr, dasz es ungerecht wäre, die kleineren dichter mit ihm in wettbewerb zu stellen H. Mann schlaraffenland (1951) 178.
4)
speziell von einem künstlerischen preisausschreiben, beruflichen leistungskampf u. dgl.: das ausschreiben eines wettbewerbs um das beste drama Heyse jugenderinn. (1900) 231; dazwischen ein modell des denkmals für Giordano Bruno ... die zeitungen brachten seinen namen als den des siegers im wettbewerb Kahlenberg Eva Sehring (1901) 114; natürlich hatte der tunnel (literar. verein) auch seine feste ... faschingsfest, stiftungsfest und ein fest des wettbewerbs oder der preisdichtung Fontane ges. w. (1920) II 2, 184; in Florenz ereignete sich 1401 der berühmte wettbewerb um die zweite tür des baptisteriums, aus dem Ghiberti als sieger hervorging Dehio gesch. d. dt. kunst 2 (1921) 129; er hätte sie (die jacke) sich noch nicht anschaffen können, wenn er nicht eine kleine prämie bei einem wettbewerb verdient hätte A. Seghers d. siebte kreuz (1950) 39; innerbetrieblicher wettbewerb gesetzbl. d. DDR 121 (1953) 1134; der überbetriebliche wettbewerb und erfahrungsaustausch (buchtitel) DN Bibliogr. 46 (1956) 3269.
5)
gelegentliche verwendungen (im anschlusz an 2 und 3): der wettbewerb, glück oder unglück in der verfolgung und vertilgung fremden lebens bestimmt die ausdehnung der pflanzen und thierarten Lange gesch. d. materialism. (1866) 403; in den meisten gegenden Mitteleuropas sind die natürlichen bedingungen, ... so mannigfaltig, dasz sie den verschiedensten baumarten raum und gelegenheit zur gedeihlichen entwicklung und zum freien wettbewerb geben Hoops waldbäume u. kulturpfl. (1905) 249; die eleusinische feier, vielleicht im wettbewerb mit den in die griechisch-römische welt immer zahlreicher eindringenden anderen geheimweihen Rohde psyche (1898) 1, 301; er trat in nachdrücklichen wettbewerb mit dem jungen oberlehrer Richter bei der künstlerin Fröhlich H. Mann ausgew. w. 1, 581 kant.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 663, Z. 57.

wett-1, wette-1, zusammensetzungen.

¹wett(e)- zusammensetzungen.

eingebettete Stichwörter in diesem Artikel

die nachfolgende übersicht faszt die besonders zahlreichen, z. t. nur gelegentlichen bildungen, die sich an ¹wette D 'wetteinsatz, wettvertrag' anschlieszen, zusammen. die wichtigsten unter ihnen stehen mit ihren belegstellen an alphabetischer stelle.
1)
zum substantiv ¹wette 'wetteinsatz, -vertrag': —
wetteinsatz m.,
wettpreis, pfandeinsatz: die wetteinsätze bei öffentlichen rennen hdwb. d. staatswiss. (1898) 5, 648. —
wettfreund m.,
jemand, der gern wettet: für alle andre wettfreunde aber waren diese zeugnisse ... nicht zureichend Archenholz England u. Italien (1785) 1, 2, 294. —
wettgegner m.,
jemand, mit dem eine wette abgeschlossen ist: der wettgegner scheine ein geriebener herr zu sein Rosegger schr. (1895) III 3, 332. —
wettgesell m.,
wie jüngeres wettgegner: soff ers rein ausz ... und treib das so lang, bisz sein wettgesell im zu folgen nicht genug was, und verloren haben bekennen muszte Kirchhof wendunmuth 1, 263 lit. ver.
wetthandel m.,
zwistigkeit um eine wette: er wölle jhne von disem wetthandel nicht allein ohne allen schaden vnd verkleinerung seiner ehren, sondern auch mit guter reputation entledigen Federmann Guicciardini, erquickstunden (1575) 132. —
wettkunst f.,
trick beim wettverfahren: doch haben einige unter denen soldaten in diesen fall gute wissenschafft, am meisten aber die förster ... die sowohl mit dem gewehrversprechen und anderen wett-künsten absonderlich wissen umbzugehen Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 665; es geschieht oft, dasz personen ihr ... vermögen ... verspielen, zumal wenn sie ... mit den wettkünsten unbekannt sind Archenholz England u. Italien (1785) 1, 2, 539. —
wettlust f.,
hang, neigung zum wetten: so dass liebhaber von einem zum andern (wettrennen) reisen können, um ihre wettlust zu befriedigen Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 345; die männer zechen im erwachenden trinkmasz des übermuthes, der wettlust, der prahlerei Gutzkow ges. w. (1872) 1, 142. —
wettlustig adj.:
der wettlustige kutscher Pückler-Muskau br. e. verstorbenen (1831) 2, 320; die wettlustigen zuschauer schlieszen indessen ihre wetten J. Schopenhauer reise durch England (1818) 1, 288. —
wettpferd n.,
s. u. sp. 786. —
wettpreis m.,
wetteinsatz wettgewinn:
sie setzten ganz
vertraulich nun, der barde seinen kranz,
und seinen schild der werthe rittersmann,
zum wettpreis aus, und Bergelfuss begann
Ratschky ged. (1785) 26;
wie konnte es geschehen, dasz er ... gerade von Lucinden, dem wettpreis zwischen vater und sohn, ohne alles hindernisz so empfangen wurde Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 1, 182. —
wettschuld f.,
s. u. sp. 788. —
wettspiel n.,
s. u. sp. 788. —
wettsucht f.,
verstärkend für wettlust: die wettsucht dieser nation (hat das pferderennen) zu einem ... hazardspiel gemacht Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 345. —
wettsüchtig adj.:
sie holten mit ihren knütteln so hoch und kräftig aus, dasz ein wettsüchtiger Engländer keinen penny für die härteste schädeldecke riskiert haben würde Anzengruber ges. w. (1890) 1, 98. —
wettsumme f.,
wetteinsatz: einklagung der wettsumme Mommsen röm. gesch. 1 (1856) 827. —
wettteufel m.,
wie spielteufel: hitzt verschreib ich mich dem wettteufl mit haut und haar'n Anzengruber ges. w. (1890) 1, 182. —
wettweis adv.,
um die wette; vgl. ¹wette D 3 in wett weysz Frisius dict. (1556) 213ᵃ: certatim agere wettweisz kämpffen thes. lat.-germ. (1687) 174. durch wetten: barchett und fuoter zuo aim wams hat mein weib wettweis mit andern jungfrauen verloren bei Fischer schwäb. 6, 746.
2)
zusammensetzungen, die sich an die wendungen um (in) die wette, verkürzt (die) wette (s. ¹wette D 4 b β u. ²wett, adv.) anschlieszen; meist verben und davon abgeleitete wortbildungen, die eine um die wette ausgeübte tätigkeit bezeichnen. verbalkomposita dieser art werden in neuerer zeit in der regel nur noch in dichterisch gehobener sprache flektiert (s. u.wettfährt, wettflog, wettforschten, vereinzelt als trennbare komposita fährt wett, schlaffend dwet, vgl. auch wettgesungen, wettgeeifert neben gewetteifert); meist begegnen sie im infinitiv bzw. part. präs. oder erscheinen als substantivierte neutra (vgl. bes.wettrennen, wettrüsten). —
wettarbeiten vb.:
ich traue mir ihn zu überarbeiten, ... mit ihm zu wett-arbeiten Kramer t.-ital. 1 (1700) 29ᵃ; wie lange wird Europa im getreidebau und viehzucht noch erfolgreich wettarbeiten können mit Amerika und Australien? Riehl land u. leute ⁸202. —
wettbahn f.,
(sportliche) kampfbahn: dann möchte unser nächstes vaterland mit der begeisterung des jahres 1813 kühn in die wettbahn des ruhmes eilen (1830) Fr. L. Jahn br. 327 Meyer; weil jede kraft zuletzt die fremde stärkt — weil die wettbahn der kräfte sich aufthut Jean Paul w. 34, 37 Hempel; auf der wettbahn der tapferkeit und des glückes Gutzkow ritter v. geiste (1850) 2, 159. —
wettbewerb m.,
wettbewerben vb.,
-bewerber, m., s. o. sp. 663ff.
wettbuhlerisch adj.:
so sich vor mir mit allen reizen spreizend,
versuchten eifernd sie an mir ihr bestes,
wettbuhlerisch um mein gefallen geizend
Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 137.
wetteifer m.,
wetteiferer m.,
wetteifern vb.,
s. u. sp. 685ff.
wettfahren vb.:
wie zwei wettfahrende schifflein G. Keller ges. w. (1889) 5, 266;
entgegen dem ersehnten ziel
wettfährt das heer — voran O'Neal
H. Marggraff balladenchron. (1862) 13;
alle wochen gabs jetzt ein scheibenschieszen, ein wettfahren, eine jagd Rosegger schr. (1895) I 6, 162; der kerl fährt wett, scherzte mein genosse E. Zahn menschen (1906) 359. —
wettfahrt f.:
fast in allen dörfern (werden) ... wettfahrten ... angestellt Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 360; die flotte wettfahrt unseres dampfers mit dem neuen concurrenzdampfer Rosegger schr. (1895) II 7, 275. —
wettfäustelei f.,
handgemenge: die schlacht ... welche man, zum unterschied von kleinen wettfäusteleyn, die königliche nennt Bode Thomas Jones (1786) 2, 340. —
wettfleisz m.,
wie wetteifer, wettbewerb: der reiz des gewinnes treibt jenen wettfleisz der wirtschaftlichen kräfte, der ein vater alles leiblichen und geistigen fortschrittes Riehl d. dt. arbeit (1861) 240. —
wettfliegen vb.:
mit führung der waffen vertraut schon als kind,
wettflog sie auf flüchtigem rosz mit dem wind
Leuthold ged. (1894) 255.
wettflug m.:
diesem wettflug (des reihers u. falken) nun wird von den weidleuten mit grosser vergnügung ... zugeschen Hohberg georg. cur. (1682) 2, 659;
der rabe flog; ein trieb nach ehre, tief empfunden,
war schuld, dasz er so kühn den wettflug unternahm
Gleim s. schr. (1798) 1, 189.
wettforschen vb.:
so wettforschten im gespräch alte denker J. H. Voss antisymb. (1824) 2, 1. —
wettfresser m.:
commensalis mutuus Stieler stammb. (1691) 899; vulgo obses mercatorius, qui ob addiscendam linguam vel mercaturam, loco alterius in aliquo loco propter eandem causam vivit Frisch t.-lat. wb. (1741) 2, 444ᶜ. —
wettgang m.,
von einer kriegerischen auseinandersetzung (übertragen): wo ... Makedonien und Rom sich anschickten zu dem letzten und entscheidenden wettgang Mommsen röm. gesch. (1856) 1, 354. —
wettgefühl n.,
hochgefühl, gesteigerte empfindung: im wettgefühl der empfindung und begeistrung gingen sie vorüber diese ... abende Bettine Goethes briefw. m. e. kinde (1835) 3, 188. —
wettgesang m.,
s. u. sp. 778. —
wettglänzen vb.:
ich habe mich erkuͤhnt
zu gruͤssen deinen thron, der langst sich aufgebuͤhnt,
wettglaͤnzend mit dem saal der liechten silbersternen
Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 272.
wettkampf, wettkämpfen, wettkämpfer m.,vb.,m.,
s. u. sp. 779ff.
wettkauf m.:
emtio mutua Stieler stammb. (1691) 939; gara, concorrenza, competenza nel comprare Kramer t.-ital. 2 (1702) 1338ᵃ. —
wettkriegen vb.,
um die wette krieg führen: am ersten tausendjährigen deutschen reiche haben sich wettkriegend und triegend versucht: Italier, Spanier, Britten Fr. L. Jahn w. (1884) 2, 523. —
wettlauf, wettlaufen, wettläufer m.,vb.,m.,
s. u. sp. 781ff.
wettleben vb.:
wen sie (die poesie) wil herrlich machen,
der wett-lebt mit der zeit
Kempe poesis triumph. (1676) 4.
wettlieben vb.:
gleich als wann diese affen es der königin Artemisia nachthun, und mit ihr wettlieben wolten J. Balde, d. truckene trunkenh. (1658) 83. —
wettplan m.,
sportplatz: ein turnspiel will bewegung, gemeinsames regen und tummeln auf dem wettplan Jahn w. (1884) 2, 95. —
wettprangen vb.:
sie wettpranget mit andern städten an herrlichen gebäuden Birken verm. Donaustrand (1684) 21. —
wettregatta f.,
wettsegeln (n.): die jährlichen wettregattas zwischen den schulknaben der groszen gymnasien Kohl land u. leute d. brit. inseln (1844) 3, 427. —
wettreiten vb.:
das mädchen ... neckte ihn und trieb ihn meistens zu kühnen, übermüthigen wettreiten an Stifter s. w. 3 (1911) 237. —
wettreiter m.:
die wettreiter, welche in vollem lauf von den rossen zum boden tauchten G. Freytag ges. w. 17 (1888) 275; um den wettreutern bahn zu machen H. Heine s. w. 7, 260 Elster.
wettrennen, wettrennen, wettrenner vb.(n.),m.,
s. u. sp. 787. —
wettringen vb.:
da er die wettringenden jünglinge sich im staube wälzen sah Herder 3, 299 S.;
und alles, was nur ruhm verhiesz,
wettrangen sie zu holen
von allen himmelspolen
Rückert ges. poet. w. (1867) 7, 225.
wettritt m.:
certamen de equorum pernicitate in hippodromo Stieler stammb. (1691) 1600;
aber ein reitliebhaber werden sie doch seyn? sind sie ein kenner?
so machen wir einen wettritt mit unserm renner
Meisl theatral. quodlibet (1820) 1, 227.
wettrudern vb.:
fünf arten von wettkämpfen werden geschildert, wettrudern, wettlauf Vieth encykl. d. leibesüb. (1793) 1, 190. —
wettrüsten vb.
(meist subst.): aber die erfüllung der forderungen von heer und flotte würde uns den trost bringen, dasz des wettrüstens ende endlich nahe ist in: daheim 48 (1912) 20ᵇ; die folgen der imperialistischen politik, durch die eine aera des wettrüstens herbeigeführt wurde amtl. kriegsdep. (4. 8. 1914); wettrüsten und rüstungsbeschränkungen sind beide politische fragen trotz ihrer militärischen form Seeckt ged. e. soldaten (1929) 56; dasz sie (die technik) ... durch bloszes wettrüsten kriege erzwang Benz geist u. reich (1933) 155. —
wettsang m.:
einst lud er gar mit ehrner stirne
die nachtigall zum wettsang ein
Pfeffel poet. versuche (1802) 8, 73.
wettsaufen vb.:
wettsaufen eines Römers und eines Deutschen Lohenstein Arminius (1689) 2, 392. —
wettschieszen vb.:
gleichwie die jenigen so zum zihl wettschiessen nit ehe abtrucken, bisz dasz sie mit den augen auff den zweck gezielt Agricola gutes aug (1629) 7; auch war uns an diesem unsrem führer besonders lieb ..., dasz er es oft vorzog, aus dem fenster der oberstube ein wettschieszen mit katapulten ... zu veranstalten E. Wiechert wälder u. menschen (1936) 42. —
wettschrift f.,
preisschrift: (die gesellschaft) wird ... auszüge des merkwürdigsten dieser wettschriften ... bekannt machen br., d. neueste literatur betr. 16 (1763) 137; der verfasser schrieb, nachdem der von der akademie zu Lyon angesetzte termin zum empfang der wettschriften über hrn. Raynals preisfrage schon verflossen war J. G. Forster s. schr. (1843) 5, 328; die akademische preis- und wettschriften Hamann br. 2, 256 Z.-H.
wettschwimmen vb.:
als frühlingswind wäre er (Grendel) dann zu fassen in dem jugendabenteuer seines wettschwimmens mit Breca Laistner nebelsagen (1879) 265; die parole zum wettschwimmen mit der sonne kaum erteilt, so war Tito ... im see verschwunden H. Hesse glasperlenspiel (1943) 2, 211. —
wettsingen vb.:
Corynna von Thebe, deren Pindarus gedencket, dasz sie ... funffmal den crantz im wettsingen oder stechen gewunnen C. Spangenberg v. d. musica 75 lit. ver.; die der arbeit also obliegen, dasz sie über andere seyn wollen, seynd gleich denen wettsingenden nachtigallen, welche lieber sterben, als ihnen überschreien lassen wollen Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 109; es wurde nach den zünftigen gebräuchen wettgesungen, ein schulfreund oder singer zum meister gesprochen und dergleichen mehr G. Keller ges. w. (1889) 2, 192. —
wettspiel n.,
-spielen, vb., s. u. sp. 788f.
wettstreit, wettstreiten, wettstreiter m.,vb.,m.,
s. u. sp. 789ff.
wettstritt m.,
wettstreit: ein holdseliges bluͤmlein, das ... mit seinem schneeweiszen blaͤtlein mit dem noch ligenden schnee einen wettstritt haͤlt Hohberg georg. cur. (1682) 1, 658. —
wetttrunk m.:
glaub, Anacharsis hatte recht,
der, weil er sich zuerst bezecht,
begehrte, daß man ihm des wetttrunks preis ertheilte
Hagedorn poet. w. (1769) 3, 49.
wettturnen vb.:
die ehrenthat der altvordern verjüngt sich im wettturnen Jahn w. (1884) 2, 10. —
wettübung f.:
warum wird es nicht jeder fischerzunft zur pflicht gemacht, solche wettübungen alljährlich zu halten? Jahn w. (1884) 1, 271. —
wettwerben vb.,
im 17. und 18. jh. lexikalisch für späteres wettbewerben: esser' in concorrenza con un'altro à qualche cosa neben einem andern nach etwas stehen oder trachten, wettwerben um etwas Kramer it.-teutsch (1674) 453ᵇ; es ist ein grosses eifern und wettwerben unter diesen zweyen ebda; es ist hierbey ein grosses wettwerben il y a là une grande concurrence Rädlein t.-it.-frz. (1711) 1051ᵇ; wettwerben concurreren, even veel recht en pretensie op iets hebben Kramer-Moerbeek (1768) 416ᵇ; wettwerben concourir Mozin frz.-dt. 4 (1856) 1212ᵇ. —
wettwerber m.:
competente, concorrente, corrivale Kramer t.-ital. 2 (1702) 1338ᵇ; een concurrent, een medestreever na iets Kramer-Moerbeek (1768) 416ᵇ; wettstreiter, wettwerber rival, concurrent, competiteur émule, dict. all.-franç. (1762) 1083; wettwerber concurrent Mozin frz.-dt. 4 (1856) 1212ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 682, Z. 20.

wettbewerben, vb.

wettbewerben, vb.,
nur vereinzelt als part. präs. begegnend: dasz die nationale producktion ... stärker belastet werden müsse, als die wettbewerbende produktion des auslandes Bennigsen d. nationallib. partei (1892) 144; die forderung wurde ... vom reichstag abgelehnt, obwohl die wettbewerbende englische bahn den verkehr ... zu absorbieren droht hdwb. d. staatswiss. (1898) 5, 228. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 665, Z. 7.

wett-1, wette-1, zusammensetzungen.

¹wett(e)- zusammensetzungen.

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1)
zum substantiv ¹wette 'wetteinsatz, -vertrag': —
wetteinsatz m.,
wettpreis, pfandeinsatz: die wetteinsätze bei öffentlichen rennen hdwb. d. staatswiss. (1898) 5, 648. —
wettfreund m.,
jemand, der gern wettet: für alle andre wettfreunde aber waren diese zeugnisse ... nicht zureichend Archenholz England u. Italien (1785) 1, 2, 294. —
wettgegner m.,
jemand, mit dem eine wette abgeschlossen ist: der wettgegner scheine ein geriebener herr zu sein Rosegger schr. (1895) III 3, 332. —
wettgesell m.,
wie jüngeres wettgegner: soff ers rein ausz ... und treib das so lang, bisz sein wettgesell im zu folgen nicht genug was, und verloren haben bekennen muszte Kirchhof wendunmuth 1, 263 lit. ver.
wetthandel m.,
zwistigkeit um eine wette: er wölle jhne von disem wetthandel nicht allein ohne allen schaden vnd verkleinerung seiner ehren, sondern auch mit guter reputation entledigen Federmann Guicciardini, erquickstunden (1575) 132. —
wettkunst f.,
trick beim wettverfahren: doch haben einige unter denen soldaten in diesen fall gute wissenschafft, am meisten aber die förster ... die sowohl mit dem gewehrversprechen und anderen wett-künsten absonderlich wissen umbzugehen Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 665; es geschieht oft, dasz personen ihr ... vermögen ... verspielen, zumal wenn sie ... mit den wettkünsten unbekannt sind Archenholz England u. Italien (1785) 1, 2, 539. —
wettlust f.,
hang, neigung zum wetten: so dass liebhaber von einem zum andern (wettrennen) reisen können, um ihre wettlust zu befriedigen Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 345; die männer zechen im erwachenden trinkmasz des übermuthes, der wettlust, der prahlerei Gutzkow ges. w. (1872) 1, 142. —
wettlustig adj.:
der wettlustige kutscher Pückler-Muskau br. e. verstorbenen (1831) 2, 320; die wettlustigen zuschauer schlieszen indessen ihre wetten J. Schopenhauer reise durch England (1818) 1, 288. —
wettpferd n.,
s. u. sp. 786. —
wettpreis m.,
wetteinsatz wettgewinn:
sie setzten ganz
vertraulich nun, der barde seinen kranz,
und seinen schild der werthe rittersmann,
zum wettpreis aus, und Bergelfuss begann
Ratschky ged. (1785) 26;
wie konnte es geschehen, dasz er ... gerade von Lucinden, dem wettpreis zwischen vater und sohn, ohne alles hindernisz so empfangen wurde Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 1, 182. —
wettschuld f.,
s. u. sp. 788. —
wettspiel n.,
s. u. sp. 788. —
wettsucht f.,
verstärkend für wettlust: die wettsucht dieser nation (hat das pferderennen) zu einem ... hazardspiel gemacht Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 345. —
wettsüchtig adj.:
sie holten mit ihren knütteln so hoch und kräftig aus, dasz ein wettsüchtiger Engländer keinen penny für die härteste schädeldecke riskiert haben würde Anzengruber ges. w. (1890) 1, 98. —
wettsumme f.,
wetteinsatz: einklagung der wettsumme Mommsen röm. gesch. 1 (1856) 827. —
wettteufel m.,
wie spielteufel: hitzt verschreib ich mich dem wettteufl mit haut und haar'n Anzengruber ges. w. (1890) 1, 182. —
wettweis adv.,
um die wette; vgl. ¹wette D 3 in wett weysz Frisius dict. (1556) 213ᵃ: certatim agere wettweisz kämpffen thes. lat.-germ. (1687) 174. durch wetten: barchett und fuoter zuo aim wams hat mein weib wettweis mit andern jungfrauen verloren bei Fischer schwäb. 6, 746.
2)
zusammensetzungen, die sich an die wendungen um (in) die wette, verkürzt (die) wette (s. ¹wette D 4 b β u. ²wett, adv.) anschlieszen; meist verben und davon abgeleitete wortbildungen, die eine um die wette ausgeübte tätigkeit bezeichnen. verbalkomposita dieser art werden in neuerer zeit in der regel nur noch in dichterisch gehobener sprache flektiert (s. u.wettfährt, wettflog, wettforschten, vereinzelt als trennbare komposita fährt wett, schlaffend dwet, vgl. auch wettgesungen, wettgeeifert neben gewetteifert); meist begegnen sie im infinitiv bzw. part. präs. oder erscheinen als substantivierte neutra (vgl. bes.wettrennen, wettrüsten). —
wettarbeiten vb.:
ich traue mir ihn zu überarbeiten, ... mit ihm zu wett-arbeiten Kramer t.-ital. 1 (1700) 29ᵃ; wie lange wird Europa im getreidebau und viehzucht noch erfolgreich wettarbeiten können mit Amerika und Australien? Riehl land u. leute ⁸202. —
wettbahn f.,
(sportliche) kampfbahn: dann möchte unser nächstes vaterland mit der begeisterung des jahres 1813 kühn in die wettbahn des ruhmes eilen (1830) Fr. L. Jahn br. 327 Meyer; weil jede kraft zuletzt die fremde stärkt — weil die wettbahn der kräfte sich aufthut Jean Paul w. 34, 37 Hempel; auf der wettbahn der tapferkeit und des glückes Gutzkow ritter v. geiste (1850) 2, 159. —
wettbewerb m.,
wettbewerben vb.,
-bewerber, m., s. o. sp. 663ff.
wettbuhlerisch adj.:
so sich vor mir mit allen reizen spreizend,
versuchten eifernd sie an mir ihr bestes,
wettbuhlerisch um mein gefallen geizend
Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 137.
wetteifer m.,
wetteiferer m.,
wetteifern vb.,
s. u. sp. 685ff.
wettfahren vb.:
wie zwei wettfahrende schifflein G. Keller ges. w. (1889) 5, 266;
entgegen dem ersehnten ziel
wettfährt das heer — voran O'Neal
H. Marggraff balladenchron. (1862) 13;
alle wochen gabs jetzt ein scheibenschieszen, ein wettfahren, eine jagd Rosegger schr. (1895) I 6, 162; der kerl fährt wett, scherzte mein genosse E. Zahn menschen (1906) 359. —
wettfahrt f.:
fast in allen dörfern (werden) ... wettfahrten ... angestellt Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 360; die flotte wettfahrt unseres dampfers mit dem neuen concurrenzdampfer Rosegger schr. (1895) II 7, 275. —
wettfäustelei f.,
handgemenge: die schlacht ... welche man, zum unterschied von kleinen wettfäusteleyn, die königliche nennt Bode Thomas Jones (1786) 2, 340. —
wettfleisz m.,
wie wetteifer, wettbewerb: der reiz des gewinnes treibt jenen wettfleisz der wirtschaftlichen kräfte, der ein vater alles leiblichen und geistigen fortschrittes Riehl d. dt. arbeit (1861) 240. —
wettfliegen vb.:
mit führung der waffen vertraut schon als kind,
wettflog sie auf flüchtigem rosz mit dem wind
Leuthold ged. (1894) 255.
wettflug m.:
diesem wettflug (des reihers u. falken) nun wird von den weidleuten mit grosser vergnügung ... zugeschen Hohberg georg. cur. (1682) 2, 659;
der rabe flog; ein trieb nach ehre, tief empfunden,
war schuld, dasz er so kühn den wettflug unternahm
Gleim s. schr. (1798) 1, 189.
wettforschen vb.:
so wettforschten im gespräch alte denker J. H. Voss antisymb. (1824) 2, 1. —
wettfresser m.:
commensalis mutuus Stieler stammb. (1691) 899; vulgo obses mercatorius, qui ob addiscendam linguam vel mercaturam, loco alterius in aliquo loco propter eandem causam vivit Frisch t.-lat. wb. (1741) 2, 444ᶜ. —
wettgang m.,
von einer kriegerischen auseinandersetzung (übertragen): wo ... Makedonien und Rom sich anschickten zu dem letzten und entscheidenden wettgang Mommsen röm. gesch. (1856) 1, 354. —
wettgefühl n.,
hochgefühl, gesteigerte empfindung: im wettgefühl der empfindung und begeistrung gingen sie vorüber diese ... abende Bettine Goethes briefw. m. e. kinde (1835) 3, 188. —
wettgesang m.,
s. u. sp. 778. —
wettglänzen vb.:
ich habe mich erkuͤhnt
zu gruͤssen deinen thron, der langst sich aufgebuͤhnt,
wettglaͤnzend mit dem saal der liechten silbersternen
Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 272.
wettkampf, wettkämpfen, wettkämpfer m.,vb.,m.,
s. u. sp. 779ff.
wettkauf m.:
emtio mutua Stieler stammb. (1691) 939; gara, concorrenza, competenza nel comprare Kramer t.-ital. 2 (1702) 1338ᵃ. —
wettkriegen vb.,
um die wette krieg führen: am ersten tausendjährigen deutschen reiche haben sich wettkriegend und triegend versucht: Italier, Spanier, Britten Fr. L. Jahn w. (1884) 2, 523. —
wettlauf, wettlaufen, wettläufer m.,vb.,m.,
s. u. sp. 781ff.
wettleben vb.:
wen sie (die poesie) wil herrlich machen,
der wett-lebt mit der zeit
Kempe poesis triumph. (1676) 4.
wettlieben vb.:
gleich als wann diese affen es der königin Artemisia nachthun, und mit ihr wettlieben wolten J. Balde, d. truckene trunkenh. (1658) 83. —
wettplan m.,
sportplatz: ein turnspiel will bewegung, gemeinsames regen und tummeln auf dem wettplan Jahn w. (1884) 2, 95. —
wettprangen vb.:
sie wettpranget mit andern städten an herrlichen gebäuden Birken verm. Donaustrand (1684) 21. —
wettregatta f.,
wettsegeln (n.): die jährlichen wettregattas zwischen den schulknaben der groszen gymnasien Kohl land u. leute d. brit. inseln (1844) 3, 427. —
wettreiten vb.:
das mädchen ... neckte ihn und trieb ihn meistens zu kühnen, übermüthigen wettreiten an Stifter s. w. 3 (1911) 237. —
wettreiter m.:
die wettreiter, welche in vollem lauf von den rossen zum boden tauchten G. Freytag ges. w. 17 (1888) 275; um den wettreutern bahn zu machen H. Heine s. w. 7, 260 Elster.
wettrennen, wettrennen, wettrenner vb.(n.),m.,
s. u. sp. 787. —
wettringen vb.:
da er die wettringenden jünglinge sich im staube wälzen sah Herder 3, 299 S.;
und alles, was nur ruhm verhiesz,
wettrangen sie zu holen
von allen himmelspolen
Rückert ges. poet. w. (1867) 7, 225.
wettritt m.:
certamen de equorum pernicitate in hippodromo Stieler stammb. (1691) 1600;
aber ein reitliebhaber werden sie doch seyn? sind sie ein kenner?
so machen wir einen wettritt mit unserm renner
Meisl theatral. quodlibet (1820) 1, 227.
wettrudern vb.:
fünf arten von wettkämpfen werden geschildert, wettrudern, wettlauf Vieth encykl. d. leibesüb. (1793) 1, 190. —
wettrüsten vb.
(meist subst.): aber die erfüllung der forderungen von heer und flotte würde uns den trost bringen, dasz des wettrüstens ende endlich nahe ist in: daheim 48 (1912) 20ᵇ; die folgen der imperialistischen politik, durch die eine aera des wettrüstens herbeigeführt wurde amtl. kriegsdep. (4. 8. 1914); wettrüsten und rüstungsbeschränkungen sind beide politische fragen trotz ihrer militärischen form Seeckt ged. e. soldaten (1929) 56; dasz sie (die technik) ... durch bloszes wettrüsten kriege erzwang Benz geist u. reich (1933) 155. —
wettsang m.:
einst lud er gar mit ehrner stirne
die nachtigall zum wettsang ein
Pfeffel poet. versuche (1802) 8, 73.
wettsaufen vb.:
wettsaufen eines Römers und eines Deutschen Lohenstein Arminius (1689) 2, 392. —
wettschieszen vb.:
gleichwie die jenigen so zum zihl wettschiessen nit ehe abtrucken, bisz dasz sie mit den augen auff den zweck gezielt Agricola gutes aug (1629) 7; auch war uns an diesem unsrem führer besonders lieb ..., dasz er es oft vorzog, aus dem fenster der oberstube ein wettschieszen mit katapulten ... zu veranstalten E. Wiechert wälder u. menschen (1936) 42. —
wettschrift f.,
preisschrift: (die gesellschaft) wird ... auszüge des merkwürdigsten dieser wettschriften ... bekannt machen br., d. neueste literatur betr. 16 (1763) 137; der verfasser schrieb, nachdem der von der akademie zu Lyon angesetzte termin zum empfang der wettschriften über hrn. Raynals preisfrage schon verflossen war J. G. Forster s. schr. (1843) 5, 328; die akademische preis- und wettschriften Hamann br. 2, 256 Z.-H.
wettschwimmen vb.:
als frühlingswind wäre er (Grendel) dann zu fassen in dem jugendabenteuer seines wettschwimmens mit Breca Laistner nebelsagen (1879) 265; die parole zum wettschwimmen mit der sonne kaum erteilt, so war Tito ... im see verschwunden H. Hesse glasperlenspiel (1943) 2, 211. —
wettsingen vb.:
Corynna von Thebe, deren Pindarus gedencket, dasz sie ... funffmal den crantz im wettsingen oder stechen gewunnen C. Spangenberg v. d. musica 75 lit. ver.; die der arbeit also obliegen, dasz sie über andere seyn wollen, seynd gleich denen wettsingenden nachtigallen, welche lieber sterben, als ihnen überschreien lassen wollen Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 109; es wurde nach den zünftigen gebräuchen wettgesungen, ein schulfreund oder singer zum meister gesprochen und dergleichen mehr G. Keller ges. w. (1889) 2, 192. —
wettspiel n.,
-spielen, vb., s. u. sp. 788f.
wettstreit, wettstreiten, wettstreiter m.,vb.,m.,
s. u. sp. 789ff.
wettstritt m.,
wettstreit: ein holdseliges bluͤmlein, das ... mit seinem schneeweiszen blaͤtlein mit dem noch ligenden schnee einen wettstritt haͤlt Hohberg georg. cur. (1682) 1, 658. —
wetttrunk m.:
glaub, Anacharsis hatte recht,
der, weil er sich zuerst bezecht,
begehrte, daß man ihm des wetttrunks preis ertheilte
Hagedorn poet. w. (1769) 3, 49.
wettturnen vb.:
die ehrenthat der altvordern verjüngt sich im wettturnen Jahn w. (1884) 2, 10. —
wettübung f.:
warum wird es nicht jeder fischerzunft zur pflicht gemacht, solche wettübungen alljährlich zu halten? Jahn w. (1884) 1, 271. —
wettwerben vb.,
im 17. und 18. jh. lexikalisch für späteres wettbewerben: esser' in concorrenza con un'altro à qualche cosa neben einem andern nach etwas stehen oder trachten, wettwerben um etwas Kramer it.-teutsch (1674) 453ᵇ; es ist ein grosses eifern und wettwerben unter diesen zweyen ebda; es ist hierbey ein grosses wettwerben il y a là une grande concurrence Rädlein t.-it.-frz. (1711) 1051ᵇ; wettwerben concurreren, even veel recht en pretensie op iets hebben Kramer-Moerbeek (1768) 416ᵇ; wettwerben concourir Mozin frz.-dt. 4 (1856) 1212ᵇ. —
wettwerber m.:
competente, concorrente, corrivale Kramer t.-ital. 2 (1702) 1338ᵇ; een concurrent, een medestreever na iets Kramer-Moerbeek (1768) 416ᵇ; wettstreiter, wettwerber rival, concurrent, competiteur émule, dict. all.-franç. (1762) 1083; wettwerber concurrent Mozin frz.-dt. 4 (1856) 1212ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 682, Z. 20.

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Zitationshilfe
„wettbewerben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wettbewerben>, abgerufen am 29.11.2020.

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