Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wetterbaum, m.

-baum, m.
1) den witterungsunbilden ausgesetzter baum: dann kamen halterhütten unter alten, verknorrten wetterbäumen Rosegger Alpensommer (1908) 50. übertragen:
(der splitter) fuhr
dem Nelson in die stirne, dasz sie barst,
und er, der wetterbaum, zusammenknickte,
ein schwacher halm
Scherenberg Abukir (1855) 34.
2) eine dicke wolke, welche sich oberwärts in helle streifen wie ein palmbaum ausbreitet, und aus deren wurzel oder untern teil der landmann gut wetter oder regen vorher saget Adelung 5 (1786) 192; Schambach Göttingen 290ᵃ; Peter Schlesien 2, 259: da er den blauen himmel durchschnitten sah von einem schwarzen wetterbaum Jean Paul w. 11/14, 464 Hempel; an anderen tagen weideten friedliche lämmchen auf der blauen himmelsau, oder ein wetterbaum, der sturm andeutete, zog sich über das lichte himmelszelt A. Langer prozeszgeist (1911) 204; vielleicht haben sie auch ... den regenzeichen nicht geglaubt, den wetterbäumen, ... dem storchschnabel, dem hund, der gras gefressen hat Pleyer br. Tommahans (1937) 16. andere bezeichnungen für diese erscheinung sind windwurzel, s. teil 14, 2, sp. 336 und Adams- oder Abrahamsbaum, s. Laistner nebelsagen (1879) 297; vgl. auch hdwb. d. dt. aberglaubens 9, 811. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 716, Z. 52.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„wetterbaum“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetterbaum>.

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