Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wettrennen, wetterennen, vb.

wett(e)rennen, vb.,
'um die wette rennen'. seit dem 16. jh. bezeugt, meist als substantiviertes neutrum, 'wettlauf, pferderennen'; selten flektiert: ich wettrenne Jean Paul 19, 70 Hempel; wettrannten sie Rückert ges. poet. w. (1867) 11, 359. 'sich im laufen, rennen überbieten wollen; der wettlauf'; nach dem ziel rennen ... dicitur etiam wettrennen cursu certare Stieler stammb. (1691) 1614: ihrem schnellen lauff ertheilte man in den jagen und wettrennen den ehrenpreis Harsdörffer teutscher secretar. (1656) 2, vorr. )( )( 6ᵃ; dasz er (Nero) seine lebhafftigkeit ins etzen, ins mahlen, ins singen, ins wetterennen ... vergraben habe Lohenstein Ibrahim sultan (1680) lobschr. C 5ᵇ;
wer wird das ziehl im wetterennen
ohn staub erkennen?
Simon Dach bei Fischer-Tümpel ev. kirchenl. 3, 70;
denn wo böser steinigter weg ist, da gilt kein wettrennen Valvasor herzogth. Crain (1689) 1, 259; nun nimm noch von einem alten soldaten die lehre an: der angriff ist kein wettrennen Lessing 2, 360 L.-M.; die nymphen hatten ihre haare von frischem aufgebunden — und ihre schäfer bereiteten sich zu einem wetterennen Bode Tristram Schandi (1774) 7, 143; jeden vormittag, sobald wir unseren spaziergang antraten, veranstalteten wir ein wettrennen nach dem radieschenbeet Bebel aus m. leben (1946) 2, 221; vielartige tiere unternahmen ein wettrennen mit dem zug Werfel geschw. v. Neapel (1931) 147. speziell vom pferde- und wagenrennen, hier auch im sinne einer veranstaltung oder öffentlichen darbietung: das wettrennen mit den pferden (1595) bei Fischer schwäb. 5, 746; vergangen dinstag hilte mr. Legrand vndt mess. de Vandosme ein wettrenen Elisabeth Charlotte v. Orleans br. 1676 —1706, 6 Holland;
ein braves pferd, das, voller geist und muth
das feuer seiner brust, und dessen edle gluth,
in seinem lauffe zeigt, so dasz beim wetterennen
kein andres ihm den preisz ie streitig machen können
Caspar Abel Bolieau (1729) 34;
wer bey dem Oenomaus um dessen tochter Hippodamia anhielt, musste sich gefallen lassen, ein wettrennen zu wagen mit ihr einzugehen Lessing 8, 67 L.-M.; eine charakteristische lustbarkeit der Engländer aber sind die wettrennen ihrer pferde Archenholz England u. Italien (1785) I 2, 538; die pferde im wettrennen haben sich sehr gut gehalten Görres ges. br. (1858) 1, 324; Ida hatte sich das Tempelhofer Feld ganz anders vorgestellt, als sie es nur vom hörensagen kannte: paraden, musik, wettrennen, schöne offiziere, schneidige reiter, mutige pferde Cl. Viebig die vor d. toren (1949) 8. sinnbildlich: das wunderseltsame wettrennen nach glückseligkeit Schiller 2, 115 G.; das wettrennen des hochmuths nach rang Thümmel reise i. d. mittern. prov. v. Frankr. (1791) 10, 282; wettrennen der deutschen fürsten ..., um sich mit erlaubten und unerlaubten künsten die französische protection bei dem bevorstehenden menschenhandel zu sichern Häusser dt. gesch. (1854) 2, 360.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 787, Z. 6.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„wetterennen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetterennen>.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)