Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wettergans, f.

-gans, f.,
mhd. wetergans (15. jh.) als glossierung von lat. mullis wohl für 'schneegans, hagelgans' anser cerulescens L., ahd. gl. 3, 29, 38 St.-S. meist in abwertendem sinne gebraucht. im vergleich mit deutlicher anspielung auf das tierische gebaren:
ain vich begert nicht mer, dann es verprauchet,
nach seiner art natürlichen verslauchet.
so tue wir gleich der wetergens,
die täglich wasser snallet (schlappert)
Oswald v. Wolkenstein 97, 82 Schatz;
hier stunde der gute Stor. stille, und sahe nach der seite wie eine wettergans C. Weise erznarren 74 ndr.; hiemit eilete sie meinem herrn zu, und weil sie nit fest auf den beinen war, so wetzete sie den hinderen hin und wieder, wie eine alte wettergans frantz. kriegssimpl. (1682) 52. als schimpfwort:
in vier artickeln sind noch eins
die lotterischen wettergaͤnsz
Joh. Nas antipap. eins u. hundert (1567) 4, 104ᵇ;
ein ganzes wörterbuch von schimpfreden wider die hofleute und staatsmänner, diese vorgemachshasen, steigemänner, schürzenkrebse, kuppelpelze, wettergänse Treitschke dt. gesch. (1897) 2, 392. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 726, Z. 63.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„wettergans“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wettergans>.

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