Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wetterherr, m.

-herr, m.,
ein schutzheiliger, von welchem man schutz bei gewittern erwartet Campe 5 (1811) 693; als schutzheilige gegen witterungsunbilden galten vor allem St. Johann und St. Paul, s. Schmeller-Fr. bayer. 2, 1050; Fischer schwäb. 6, 740; Lexer mhd. wb. 3, 807; Westenrieder gl. (1816) 670: uf sant Johannes und sant Paulus tag, der heiligen wetterherren (1472) in: Staub-Tobler schweiz. id. 2, 1549; das ist nu die stimme Christi, denn er ist der rechte wetterherr vnd Jupiter, jm stehet donner vnd blitz zu gebott Mathesius leychpred. (1569) 1, 118ᵃ; der tag des quellträgers Gangolf fällt in die zeit der drei gefürchteten wetterherren, Pankratius, ... Servatius, Bonifazius Laistner nebelsagen (1879) 202; ähnlich: die heilige jungfrau von Kevelaer schien sich grade diesen tag für ihre kinder beim himmlischen wetterherrn ausgebeten zu haben, so überirdisch schön war er Ponten nov. (1937) 60. dazu die zss. wetterherrnkirche, f., kirche 'auf bergeshöhen, von woher die gewitter gewöhnlich kommen' Schöpf Tirol 814. wetterherrentag, m. (26. juni, s. Grotefend zeitr. ³108): am morgen des wetterherrentages schied ich von dir und den schwestern im walde Brentano ges. schr. (1852) 4, 144; am wetterherrentag, gegen Peter und Paul, da ist er gestorben A. v. Villers br. e. unbekannten (1917) 1, 209.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 734, Z. 32.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„wetterherr“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetterherr>.

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