Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wetterhexe, f.

wetterhexe, f.
1) in mythologie und aberglauben 'hexe, die das wetter macht', vgl. dazu insbes. Grimm mythol. ⁴2, 910; hdwb. d. dt. abergl. 3, 1860 ff.: die hagelkörner schlugen fort und fort in die kornernte ... wenn ich die hexe wüszte! sprach der meier, die wetterhexe, die wolkentrude Scheffel ges. w. (1907) 3, 76; die wetterhexe, die durch eine geweihte kugel aus den wolken geschossen wird, ist dieselbe, die in der windsbraut daherfährt Laistner nebelsagen (1879) 273; in der regel kennt der aberglaube im steirischen gebirge heutzutage noch zwei gattungen von hexen: die wetterhexen und die butterhexen Rosegger schr. (1895) I 4, 248; ein abwender des bösen ist so ein geiszbock, alle wetterhexen bannt er auf seine hörner Dörfler d. notwender (1934) 134. 2) als bezeichnung von personen in verschiedenen nuancen von scherzhaft-anerkennender benennung bis zum schimpfwort; 'hurtige, lebhafte, fahrige frauensperson' Fischer schwäb. 6, 740; 'von einer durchtrieben geschickten, überklugen frauensperson' Staub-Tobler schweiz. id. 2, 1828; Albrecht Leipzig 236; 'auch für kleine wilde, unordentliche mädchen' Martin-Lienhart elsäss. 1, 397: daran bist du schuld, du tausendkünstler, und die kleine wetterhexe, die Philomäla Schink theater zu Abdera (1789) 2, 285; da antwortete ihm — nein, es ging über seine begriffe — antwortete ihm die kleine wetterhexe mit Byrons eigenen worten W. Hauff s. w. (1890) 3, 148; sag mir nur, ... wie hat die kleine wetterhexe es angefangen, mich so schnell unter ihren spiegel zu bringen? Kotzebue s. dram. w. (1827) 1, 110; eine wetterhexe! sagte der kapitän, wenn die ein junge wäre, mit dem ginge ich noch einmal auf die alten planken Storm s. w. (1920) 6, 341. 'altes häszliches bösartiges weib' luxemb. ma. 479; Martin-Lienhart a. a. o., Pansner schimpfwb. 77ᵇ; auf diesem wege erhalt ich nun wohl keine anziehende grazie ..., aber vielleicht dafür eine häszliche zänkische wetterhexe, um die mich niemand beneiden wird Pöck humorist. lustwäldchen (1825) 163; zänkische, boshafte wetterhexe, alter, vermaledeiter brummkater Hebbel w. I 8, 171 Werner; was! schrie er, du willst wieder nach deinem kopf. da soll dich doch der teufel holen, verdammte wetterhex! Zillich siebenbürg. flausen (o. j.) 30. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 734, Z. 57.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„wetterhexe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetterhexe>.

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