Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

wetterläuten, n.

wetterläuten, n.
(subst. inf.); 'das läuten der glocken bei gewittern, wodurch man sie zu entfernen oder zu zertheilen denkt' Campe 5 (1811) 693; il suonare le campane in tempo di tempesta Kramer t.-ital. 2 (1702) 1339ᵇ: also ist eben das drein geraten, das nach der herrn visitatorn abschied vber vierzehen tage allererst ongefehr ein befelh komen sey, die zwey stück widder auffzurichten, nemlich das wetterläuten vnd der apostel tage zu feyren Luther br. 5, 58 W.; das ein jeder borger, so im Burckheimer ban drei sester frucht, korn, weizen, haber oder gersten seiet, der sol dem sigersten von wegen des wettersleitens ein garb schuldig sein zu geben (1572) in: zs. f. d. gesch. d. Oberrheins 57, 572; wann der hagel als erschlagen hat, so ist das wetter läuten zu spaat (1572) Fischart aller prakt. groszm. 26 ndr.; solcher vnd dergleichen stück haben die heiden vil gebraucht, deren die christen nicht gross achten sollen, wie auch nicht des abergläubischen wetterläutens Sebiz feldbau (1579) 8; hinter mir im morgen hört ich ein gewitter und wetterläuten in einem fort Jean Paul w. 42/43, 79 Hempel; der lehrer war zugleich meszner und versah das gebet- und wetterläuten Anzengruber ges. w. (1890) 3, 211; vom Lechthale herauf erklang wetterläuten Barth Kalkalpen (1874) 213. bildlich: 'wetterläuten die beine sitzend hin und her schlenkern' in: Wagners arch. f. gesch. dt. spr. 1 (1874) 287; vgl. dazu esel läuten teil 3, sp. 1146.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1959), Bd. XIV,I,II (1960), Sp. 741, Z. 76.

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werksatz wettermäszig
Zitationshilfe
„wetterläuten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/wetterl%C3%A4uten>.

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